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Dienstag, 4. Dezember 2012

Der Christkindlmarkt ist eröffnet...

Neues Jahr, bekanntes Bild.
Sobald der Adventskalender an der Wand hängt, beginnt der Handel zu boomen.
Nicht nur auf den Christkindlmärkten. Oder in den Spielzeugläden. Sondern auch im hiesigen Eishockey.
Ein Verein beginnt, und die nächsten folgen.
Weil man nicht auf der Strecke bleiben will.
Weil man die eigene Stärke nun besser einschätzen kann.
Weil man nachbessern will/muss.
Weil man der Konkurrenz nicht nachstehen kann.
Weil es auch eine Frage des Stolzes ist.
Und die guten Vorsätze?
Werden aufgeschoben. Auf das nächste Jahr. Oder auf irgendwann.

Von Krise keine Spur. Mehr oder weniger wurden die Zwischenziele erreicht. Was hungrig macht. Und ehrgeizig. Weil auch die nächste Stufe erreicht werden soll. Natürlich spielen auch Verletzungen eine Rolle. Verletzungen, die vor allem in diesem Jahr ausreichend geschehen sind. Weil das Spiel härter wird. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und weil das Personal älter geworden ist. Und damit anfälliger für die kleinen und mittelgroßen Wehwehchen. Was sich auf die Konkurrenzfähigkeit auswirkt.

Zum Saisonsstart war eine Fastenzeit ausgerufen worden. Weil die Zeiten alles andere als rosig sind. Vor allem in finanzieller Hinsicht. Der Vorsatz hat genau zwei Monate gehalten.
Das Programm nun ist nämlich Völlerei. Auf der Strecke bleibt die Nachwuchsarbeit. Weil sich die Eiszeit der Nachwuchsspieler indirekt proportional zur Anzahl der ausländischen Fachkräfte verhält.

Die Finanzgebahrung der einzelnen Vereine geht mich nix an. Die Vereine werden schon wissen, wie sie die Gelder aufbringen, um auf Shoppingtour zu gehen. Ich meine: Ich muss ja nicht zahlen. Es wäre halt schade, wenn man jetzt schon Ressourcen angreifen würde, die eigentlich für das kommende Jahr geplant gewesen wären.
Nur eine Frage stellt sich noch: Nämlich die der Nachhaltigkeit. Weil nicht gerade junge Talente geholt werden. Sondern Spieler, die entweder in einer sehr viel besseren Liga eingesetzt werden, und in diesem Jahr dort nicht spielen dürfen, oder weil Spieler kommen, deren beste Jahre vorbei sind.

Ja, der Erfolgsdruck in den Vereinen ist enorm: Man will heuer endlich die Ziele erreichen, die man schon so lange verfolgt. Endlich einmal ganz oben stehen. Koste es was es wolle. Und sei es das eigene Konzept, über das man beweisen wollte, dass man auch mit weniger Ausländern erfolgreich sein kann.
Womit ich im großen und ganzen kein Problem habe. Weil ich mich als Eishockeyfan gerne zu einem saftigen Filet einladen lasse.

Nur um eines bitte ich: Dass ich nächstes Jahr im September nicht wieder die populistischen Worte schreiben muss, man wolle eine Reduzierung der Ausländer erreichen und vorleben, dass es mit weniger, dafür aber guten, ausländischen Verstärkungen geht. Weil man auch dem eigenen Nachwuchs eine Chance geben will. Denn in diese Falle werde ich nicht mehr stolpern. Weil jedes Jahr das gleiche Spiel gespielt wird. Rechtzeitig, auf dem Christkindlmarkt.


Montag, 8. Oktober 2012

Vier Spiele in sieben Tagen: Wochen der Wahrheit oder Risikofaktoren?


Vier Spiele in sieben Tagen: Das bedeutet Eishockey Hochsaison. Englische Wochen sind traditionell die Zeit, in denen Träume gebaut, oder zerschlagen werden können. Weil sich Formhochs auf das Punktekonto auswirken. Und weil die körperliche Fitness ganz besonders gefordert ist. 
Es mag banal klingen: Doch der Unterschied, ob zwei oder drei Spiele die Woche stattfinden, ist enorm. Weil die gewohnten Regenerationszeiten für die Spieler fehlen. Was besonders die Schlüsselspieler mit viel Eiszeit zu spüren bekommen. 

An und für sich sollte es für Profis kein Problem sein, so viel zu spielen. 
Ist es im Prinzip auch nicht.

Nur: Wenn ein kleines Wehwehchen kommt, dann kann dieses nicht auskuriert werden, und kann sich unter Umständen zu einem langfristigen Problem auswachsen. Weil in der Serie A1 gewisse Spieler so wichtig sind, dass man meint, unter keinen Umständen auf sie verzichten zu können. Ich denke da an die ausländischen Hilfskräfte. Oder an die Tormänner. Denn im hiesigen Eishockey geht jeder Verein ein gewaltiges Risiko. Und spielt eine Meisterschaft, ohne einen adäquaten Plan B zu haben. Einen Plan B im Falle einer Verletzung.

Es stellt sich die Frage, ob die englischen Wochen, die ohne wirklich triftigen Grund gespielt werden, in einer Liga sinnvoll sind, wo die teilnehmenden Vereine praktisch aus drei Angriffsformationen bestehen. Es stellt sich die Frage der Sinnhaftigkeit, weil jeder der teilnehmenden Vereine im Grund die gleichen Voraussetzungen hat, und mit den selben Problemen kämpft. Und das gleich hohe Risiko geht. 
Vielleicht wäre es anzudenken, die Anzahl der Meisterschaftsspiele zu senken, die englischen Wochen auf die von den Zuschauern stark frequentierten Weihnachtsspiele zu beschränken um so einen potentielle gravierenden Wettbewerbsnachteil auszuschalten. 
Denn weniger wäre in diesem Fall mehr. 
Auch, wenn englische Wochen einen ganz besonderen  Reiz haben. Doch es ist die Frage, ob sich der Einsatz lohnt...