Mittwoch, 1. August 2012

Der neue Weg des HCB oder ein Silberstreif am Horizont






Während andere über die Anzahl der Ausländer diskutieren, ohne zu einem grünen Zweig zu kommen, will der HC Bozen im Jahr 2012-13 ohne Zwang ein Ausrufezeichen setzen, und mit nur vier Transfercardspielern die Meisterschaft bestreiten. Um zu sparen. Und um zu zeigen, dass auch dieser Weg erfolgreich sein kann. Denn wer den HCB kennt der weiß, dass man konkurrenzfähig sein will und wird. 


Die Gründe für diese Entscheidung sind naheliegend: auf der einen Seite die Wirtschaftskrise, die sich bei der Geldbeschaffung bemerkbar macht, und dann der Umstand, dass man im Vorjahr mit fünf Ausländern die Play Offs bestritten hat, mit dem bekannten Ergebnis: zwölf Siege in ebensovielen Spielen. 

Freilich: Bozen hat leicht reden, denn Bozen hat einheimische Spieler unter Vertrag, die so gut wie manche Ausländer sind: Egger, Borgatello, Walcher, Zisser, Bernard und Insam. Diese Spieler sind das zweifellos beste, das es auf dem italienischen Markt gibt - Talentiert und erfahren. Das haben sie bewiesen. Unter anderem auch in den Play Offs der letzten Saison.



Was an ausländischen Spielern kommen wird, das wird es aber in sich haben. Besser vier sehr gute Spieler aufbieten, als sechs mittelmäßige. Das sollte reichen. Denn es sind ja nicht nur die Spielergehälter, die bezahlt werden müssen. Dazu kommen noch die Ausgaben für Wohnungen, Autos und Flüge. Und im schlimmsten Fall die Sonderwünsche der Divas.

Und, so hört man, auch in Sachen Publikumsfreundlichkeit, soll sich in der Landeshauptstadt einiges tun: Verbilligung der Abos auf 90.- Euro für die Vorrunde - ergibt einen Eintrittspreis von 5.- Euro pro Spiel. Ein Angebot, das mehr als fair ist. Und es doch erreichen sollte, mehr Leute für Eishockey zu begeistern. Je größer das Publikumsinteresse, desto größer die Sogwirkung für die Bewegung. Und desto größer die Möglichkeit, in Zukunft Gelder zu aquirieren. Irgendwie ist es ein Rad, das man dazu bringen muss, dass es sich dreht. Und in Bozen hat man zumindest schon einmal die Rampe angedacht, die das Rad ins Rollen bringen könnte.

Sollte Bozen diesen Weg tatsächlich bestreiten und es schaffen, trotz freiwilliger Ausländerreduktion eine konkurrenzfähige Mannschaft ins Rennen schicken, dann könnte das eine Initialzündung für die Zukunft sein. Und das italienische Eishockey von innen heraus revolutionieren. Das wäre der Schritt in die Zukunft. Denn die Ausländerlösung gewisser Vereine kann nicht anders, als in eine Sackgasse münden.

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