Freitag, 29. März 2013

Italienisches Eishockey: Die Chance einer großen Liga

Eishockey bleibt in Italien spannend. Selbst wenn die Meisterschaften abgeschlossen sind. Und nicht nur, weil die Nationalmannschaft noch ihren großen Einsatz hat. Sondern weil sich jedes Jahr diesselbe Frage stellt: Wie wird die kommende Saison aussehen? Welchen Spielmodus lassen sich die Kreativchefs dieses Mal einfallen und wer wird sich überhaupt darauf einlassen? Planungssicherheit sieht anders aus. Die Rittner Hockeyliga ist da schon weiter: Da weiß man zumindest, dass kommendes Jahr gespielt werden wird.

Eine oder zwei Ligen?

Die Frage, ob es eine oder zwei Ligen geben wird, ist die wohl spannendste im Sommer 2013: Werden einige Mannschaften, die in der abgelaufenen Saison noch in der Serie A2 angetreten sind den großen Sprung wagen? Werden die vermeintlich großen der Forderung nach Ausländerreduzierung nachgeben? Sind die "Kleinen" bereit, Lehrgeld zu zahlen und wollen die "Großen" überhaupt, dass sich jemand in den selbst ernannten erlauchten Kreis aufschwingt?
Was passiert mit Fassa und Pontebba? Können es sich diese beiden Mannschaften leisten, die Tätigkeit einzustellen? Und wie stehen die Südtiroler Vereine finanziell da, nachdem so dringend benötigte Einnahmen aus den Play Offs nicht eingegangen sind?
Unter diesen Vorzeichen ist die Beobachtung des Spielermarktes in den kommenden Monaten wohl alles andere als wesentlich. Denn Verträge abzuschließen wird unter diesen Voraussetzungen die letzte Sorge der Vereinsbosse sein.

Ritten ist gegen eine Zusammenlegung

Eine Meinung zur großen Liga gibt es bereits. Thomas Rottensteiner lässt im vereinsinternen Rittner Sportkurier vom März 2013 verlauten, dass er nicht viel von einer großen Liga hält. Im Interview sieht der den spielerischen und finanziellen Unterschied zwischen den zwei Ligen zu groß, lieber spiele er sechsmal gegen attraktive Gegner als zweimal die halbe Liga doppelstellig abzufertigen. Eine objektive Einschätzung? Oder übersieht er, im konkreten Fall Ritten, dass die sogenannten "Jungen" dreissig Jahre alt sind und ihre beste Zeit schon hinter sich haben, dass die letzten Jahre nur sehr wenige Nachwuchsspieler den Sprung in die erste Mannschaft geschafft und dort überzeugt haben und dass die nächste "goldene" Generation erst noch Zeit brauchen wird, um Ritten wieder zu einer richtig starken Truppe zu machen? Wo steht- im konkreten Fall- Ritten, wenn man die Ausländer wegnimmt und sich auf vier Transferkartenspieler einigt, wie es, laut Rottensteiners Aussage, ja die Bestrebung von Ritten Sport schon seit Jahren ist?
Ist Ritten, allein auf die einheimischen Spieler gestellt, wirklich so viel besser als Eppan, Neumarkt oder Sterzing? Der Beweis steht noch aus. Das Bauchgefühl aber lässt Zweifel aufkommen.

Übergangsjahr um Neues zu schaffen

Zweifellos muss, wenn eine Liga kommen sollte, in der einige Mannschaft aus der A2 nachrücken, das erste Jahr als Übergang gesehen werden, in dem sich die zwei Niveaus einander anpassen. Wenn das Projekt aber nachhaltig und langfristig gesehen und durchgezogen wird, dann sehe ich durchaus ein positives Entwicklungspotential darin. Sicher wird kurzfristig das Niveau der Liga sinken.
Auf längere Sicht aber kann daraus eine Zukunft erwachsen, in der mehr italienische Spieler ihr volles Potential ausspielen können, weil sie Verantwortung übernehmen und Schlüsselrollen besetzen müssen. Mittelfristig kann eine ausgeglichene Liga entstehen, in der für den Einzug in das Playoff gefightet werden muss und die gesamte Saison über die Erreichung des Strichs das Ziel ist. Jugendarbeit zahlt sich in diesem Fall wieder aus. Weil nicht mehr nur der Geldbeutel und Einkaufspolitik über Erfolge entscheiden wird. Deshalb sollte man die Idee zumindest einmal ernsthaft durchdiskutieren und, von beiden Seiten her, bereit sind, Kompromisse einzugehen. Denn ohne die wird es nicht gehen. Und ohne die wird das italienische Eishockey in eine schwere Krise kommen.

Die Alternative?

Eine Achterliga, wo sich alle Mannschaften für das Viertelfinale qualifizieren und somit die Vorrunde zwischen September und Februar zu einer Pharse wird. Das kann doch nicht wirklich ein Ziel sein. Oder?

Samstag, 23. März 2013

Problembesprechung: Image des Italienischen Eishockeys

Ich weiß: In Finalzeiten sollte man besseres zu tun haben, als über Eishockey im Allgemeinen zu philosophieren. Doch für die Südtiroler ist die Saison bereits zu Ende. Und so bleibt ein bisschen Zeit, über das italienische Eishockey nachzudenken.

Die Frage, die sich mir stellt: Wie ist das Niveau der Liga?

Viele behaupten: grottig.

Ich bin der Meinung: so schlecht ist es gar nicht. Es wird nur eines: chronisch schlecht geredet. Meistens sogar von Menschen, die mitten drinnen stehen. Und es besser wissen müssten.
Das Argument: Das waren noch Zeiten, als die Ausländer die Liga gerockt haben. Spieler, die durch die gegnerischen Reihen getanzt sind und mühelos sechsmal pro Spiel eingenetzt haben.
Meine Meinung dazu: Das hat nix mit Niveau zu tun. Das hat mit dem Nicht-Niveau der damaligen Restspieler zu tun. Die kein Mittel gefunden haben, einen Express zu stoppen.
Heute noch denkbar? Jein, teilweise. Aber der Champion, der kommen muss, der muss von Weltformat sein. Weil das Eishockey anders geworden ist. Und weil in der Zwischenzeit jeder Serie A1 Spieler eislaufen kann. Was in den achtziger und teilweise neunziger Jahren nicht der Fall gewesen ist. Noch nicht einmal für einen Einsatz in der Nationalmannschaft war das Beherrschen des Eislaufens eine Voraussetzung.

Ich bin überzeugt, dass die italienischen Vereine weder in der EBEL noch in der 2. Deutschen Bundesliga eine schlechte Figur abgeben würden. Das sind immerhin Ligen, die in italienischen Breiten hochgejubelt werden. Aber wo doch auch nur mit Wasser gekocht wird. Vielleicht würden die Teams nicht um den Titel mitspielen. Aber für die Playoffteilnahme würde es allemal reichen.

Wieso wird das italienische Eishockey als so schwach eingeschätzt?

Weil es nicht körperlich ist. Und da trifft die Vereine keine Schuld. Fakt ist aber leider, dass die hiesigen Schiedsrichter Null-Tolerance mit Null-Körperkontakt verwechseln. Die Folge ist körperloses Spiel und der Eindruck, es sei deswegen weniger intensiv. Wollte man das italienischen Eishockey internationaler machen, die Unparteischen müssten internationale Fortbildungen machen. Und sich nicht die eigene, italienische, Regelauslegung als Evangelium aufdoktrinieren.
Vielleicht sollte man als Denkanstoß einmal darüber diskutieren, den Schieri-Chef zu ersetzen.
Weil er auch in der abgelaufenen Spielzeit bewiesen hat, dass ihm der Status Quo passt.
Ich gehe sogar noch weiter: Er hat bei den Schiedsrichteransetzungen - sowohl in der ersten als auch zweiten Liga – in den Halbfinalspielen gezeigt, dass er beweisen will, dass er sich an niemanden zu halten hat. Und er hat nicht die besten seiner Leute geschickt.
Doch in Italien hat man gelernt: Über Schiedsrichter und deren Leistungen spricht man nicht.

Wieso wird das italienische Eishockey als so schwach eingeschätzt?

Weil Dilettanten den Sport führen. Wie sollen Vereine nachhaltig arbeiten, wenn am Ende einer Saison noch nicht feststeht, wie die nächste aussehen wird? Tragisch an der Sache: Es sind die Vereine selbst, die diesen Dilettantismus unterstützen, ja, selbst Teil davon sind.
Der Eishockeysommer 2013 wird so verlaufen (wobei ich ausdrücklich erkläre, weder gependelt zu haben, noch eine Kristallkugel zu besitzen): Einschreibefrist für die Vereine bis 30. Juni. Die Frist wird bis Ende Juli verlängert, weil einige Vereine noch nicht wissen, ob sie spielen werden oder nicht, weil Verträge mit den Stadienbetreibern geschlossen werden müssen bzw. weil man die öffentliche Hand entsprechend erpressen muss. Bis Mitte August wird ein provisorischer Spielplan ausgearbeitet werden, wobei noch nicht definitiv feststeht, mit wie vielen Ausländern gespielt werden darf. Der Ruf nach einer Privatliga wird laut (so wie jedes Jahr) – doch der Ruf wird wieder ein Jahr lang verstummen (bis in den August 2014).
Die Lega ist gescheitert: Das ist ein Stammtisch der Vereinsvertreter, wo große Projekte angesprochen, groß kommuniziert und dann vergessen werden.
Und der Verband ist unfähig ein Machtwort zu sprechen, wäscht sich die Hände in Unschuld und verweist auf das Olympische Komitee und die Lega, weil einerseits internationale Regeln zu respektieren und die Vereine gleichzeitig einander nicht einig sind. Der Verband ist aber gleichzeitig NICHT bereit, Eishockey einen eigenen Weg einschlagen zu lassen.
Die Folge: Nicht nur das Ausland, auch die heimischen Fans belächeln mit Recht das italienische Eishockey als unseriös.

Wieso das italienische Eishockey als so schwach eingeschätzt wird?

Weil die Vereine One-Man-Shows sind. Gemacht von Einzelpersonen, die sich nicht dreinreden lassen wollen. Ob sie was vom Geschäft verstehen? Das italienische Eishockeyimage im Ausland ist Antwort genug.
Wenn man seine eigene Mannschaft von einem Agenten auf Twitter beschimpfen lässt und dann – da gehe ich jede Wette ein – trotzdem noch von ihm Spieler besorgt, dann ist das Antwort genug.
Kritiken von außen?
Nein danke, die sind nicht erwünscht. Denn dann sind die großen Macher beleidigt. „Was erdreistet er sich, ein Urteil fällen zu wollen?“
Klar: Wer die Kohle bringt, der entscheidet, welches Feuer brennt. Und das ist der Grund, weshalb es One Man Shows sind. Und bleiben werden.

Das Traurige: Gerade diese One-Man Show Macher beschweren sich über fehlende Professionalität. Sind aber nicht bereit, den nächstmöglichen Schritt zu machen. Damit meine ich nicht nur die Position des Sportdirektors, der ja scheinbar nicht finanzierbar ist, weil das Geld, das der kostet, besser in Spielern investiert ist, die das wissen, und entsprechend höhere Forderungen an italienische Vereine stellen.
Gemeint ist ein Ligenwechsel, in eine professionelle Liga, wo man sich nicht mehr so einfach über die Abmachungen hinwegsetzen kann. Was hindert Ritten, Bozen und Pustertal daran, gemeinsam einen Antrag um Aufnahme in die EBEL zu stellen? Die Finanzierung?
Das glaube ich nicht, weil eine professionelle Liga auch professionelle Einnahmen garantiert und sichert. Es ist das Wissen, dass es beim Eintritt in die EBEL vorbei wäre mit den One-Man Auftritten. Und da steht dann doch noch das Ego im Weg…

Donnerstag, 21. März 2013

Saisonanalyse: Spieler und Journalisten ziehen Billanz

Rai Sender Bozen,
Mittagsmagazin Spezial zum Thema Eishockey - Ein Finale ohne Südtiroler Beteiligung. Woran hat es gelegen? Auf Spurensuche.
Live im Studio Patrik Bona, Alex Egger, Ingemar Gruber, Kurt Platter und Traube
Moderation: Peter Thalmann
Von Donnerstag, 21. März 2013





Sonntag, 17. März 2013

Am Ende bleibt das Nachdenken

Und am Ende sind dann immer alle gescheiter. Vor allem, wenn die Mannschaft des Herzens gescheitert ist. Dann ist auf einmal alles, was vorher noch gut und verteidigungswürdig war schlecht, jeder hat nur noch Fehler gemacht, und das Schlimmste ist, dass man diese Fehler scheinbar schon von Anfang an gewusst hat. So einfach ist es nicht. Auch, wenn die drei Südtiroler Mannschaften in der höchsten italienischen Liga ihre Ziele nicht erreicht haben. Trotzdem haben alle drei sehr gute Phasen während der Meisterschaft gehabt. Phasen, in denen sie für die Gegner unschlagbar gewesen sind.

Zwischenzeiten? Zählen nicht

Mag sein, dass Zwischenziele keine Aussagekraft haben. Weil das Holz letzten Endes im Tal gemessen wird. Aber: Zwischenzeiten beschreiben, ob man konkurrenzfähig ist oder ob die gemachte Planung absolut daneben gelegen ist. Im Falle der Südtiroler Mannschaften beweisen die Zwischenzeiten auf alle Fälle: Sie waren Top. Nicht nur, weil nach der Zwischenrunde die drei Südtiroler obenauf geschwommen sind. Sondern weil es Phasen gegeben hat, in denen man sich fragte, wer um alles in der Welt sie schlagen sollte.

Traumstart: HC Pustertal

 Die erste Traumserie des Jahres haben die Wölfe hingelegt: Die perfekte Runde zum Meisterschaftsbeginn, klare Siege in allen Pflichtspielen. Die erste Siegstation kam in Klobenstein, doch zu diesem Zeitpunkt war bereits klar: Pustertal ist der zu schlagende Gegner. 
Nach dem Traumstart kam eine Phase der Ernüchterung. Aber vom Traumstart hat die Mannschaft die gesamte Saison gelebt. Und es hat sich gezeigt, dass die Punkte, die zu Saisonsbeginn erobert werden gleich viel wert sind wie jene, die im heißen Frühjahr erkämpft werden. 
Der Traumstart hat vielleicht den Druck erzeugt, an dem die Mannschaft letzten Endes gescheitert ist. Vielleicht hat der Traumstart die Legende einer unschlagbaren Truppe erträumen lassen. Obwohl eigentlich jeder wusste, dass die aufgestellte Mannschaft nicht so stark wie die Wölfe der letzten beiden Jahre war.

Geheimwaffe: Hjalmarsson

 Der HC Bozen hatte seine Phase der Unschlagbarkeit als Niklas Hjalmarsson in rot-weiß spielte: Qualifikation für das Finalturnier des Continental-Cups, eine Siegesserie in der Meisterschaft. Das war der stärkste HCB seit langem. Was nicht nur allein am Ausnahmewikinger lag: Der hat zwar für Sicherheit und Selbstvertrauen gesorgt, doch in dieser Phase hat die gesamte Mannschaft gezeigt, eine reife Truppe zu sein. 
Als Niklas H. dann wieder nach Nordamerika zog und sein Glanz Erinnerung war, ging es mit Bozen bergab: Weil gemachte Versprechen nicht eingehalten worden sind und man irgendwie den Eindruck hatte, die Mannschaft würde allein gelassen. Und mit der Mannschaft ein Trainer, der das Beste war, was man seit langem auf den Spielerbänken der Serie A1 erlebt hat.

Geheimwaffe Verletzungen 

Und auch Ritten hatte eine Phase, wo die Mannschaft die Konkurrenz dominiert hat. Das war in der Masterround und hier vor allem in den Spielen, bei denen die "Stars" nicht dabei waren. Ritten hat gezeigt, dass ein geschlossenes Kollektiv den Ausfall von Einzelkönnern zu jederzeit kompensieren kann. Traurig: als die "Stars" zurückgekehrt sind ist der Erfolg ausgeblieben.

Schwächeanfälle in der entscheidenden Phase

Und dann kam die Phase, in der es drauf angekommen wäre. Eine Phase, in der jedes Spiel zählt. Und da erlebten die Südtiroler ihre Einbrüche. Wieso das so war? Vielleicht war man sich ob der guten Phasen einfach zu sicher gewesen, dass es schon irgendwie reichen würde. Vielleicht hat man sich zu sehr auf das zweifellos vorhandene Talent verlassen und zu wenig Theorie gebüffelt. Vielleicht waren die Akkus ganz einfach leer?
Was es auch immer war: Wenn die Vereine, die von sich behaupten, professionell zu sein, eine Analyse betreiben, dann müssen sie diese ehrlich machen und vor allem vermeiden, Ausreden zu suchen: 
Wer das Scheitern nur auf Schiedsrichterleistungen, Trainerentscheidungen oder Formtiefs zurückführen möchte, der legt bereits jetzt den Grundstein, bereits im kommenden Jahr wieder zu scheitern...

Samstag, 16. März 2013

Schlechte Verlierer


Es stimmt: Sport ist ein Emotionsgeschäft. Spieler, die sich nicht mit Herz und Seele in das Spiel hineinsteigern können, sind Fehl am Platz. Niemand verliert gerne. Es sei denn, er ist ein Söldner, und es geht ihm nur darum, einen Anschlussvertrag zu bekommen.
Andrerseits: Sport hat eine Vorbildfunktion und gewisse Tugenden, die in anderen Lebensbereichen verschwunden sind, haben sich als Werte erhalten. Dazu gehört Fairness und Ritterlichkeit.
Es ist ein schmaler Grad, zwischen Emotionalität und Werten zu bestehen. Und sich nicht zu Dummheiten hinreißen zu lassen.

Pustertal und Gröden: Wenn Emotionen Überhand nehmen...

Der HC Pustertal ist im Halbfinale gegen Asiago ausgeschieden. Gröden musste sich eine Liga tiefer gegen Sterzing in den Sommerurlaub verabschieden. Beide Serien haben eines gemeinsam: Die schlechteren Mannschaften sind ausgeschieden.
Beide Serien haben noch eines gemeinsam: Beide Male haben sich die Unterlegenen als schlechte Verlierer bewiesen.
Wobei: Pauschalurteile zu fällen, ist nicht fair. Aber: Eishockey ist ein Mannschaftssport und wenn bei einer Mannschaft zwei Spieler auffällig werden, dann tendiert man dazu, das gesamte Team als „unfair“ zu bezeichnen.
Bei Pustertal waren es vor allem Joe Jensen und Max Oberrauch, die ihrem Frust freien Lauf gelassen haben. Es ist absolut sinnfrei, beim Stande von 0:6 und wenigen zu spielenden Minuten noch mit dem Gegner anzulegen. Dazu hätte man drei dreiviertel Spiele lang Zeit gehabt. Da hätte es vielleicht auch Sinn gemacht.
Und bei Gröden haben sich ein gewisser Kevin Senoner und Ivan Demetz ein unrühmliches Denkmal gesetzt, wobei Herr Senoner feige und hinterhältig angriff und dann noch nicht einmal die Größe hatte, sich dem Kampf Mann gegen Mann zu stellen. K. Senoner: Einfach nur erbärmlich!
Dass er Florian Wieser von hinten attackiert hat und ins Krankenhaus geschickt hat, das muss Konsequenzen haben. Wenige Spieltage Sperre kann in diesem Fall nicht reichen. Weil der Angriff hinterhältig war und einzig darauf ausgerichtet, den Gegner zu verletzen. Eine mehrmonatige Sperre muss das Mindeststrafmaß sein. Weil ansonsten ein solches Verhalten Schule macht.
Ivan Demetz legte sich mit dem Sterzinger Publikum an. Spricht nicht gerade für Größe. Man kennt es ja: Wenn eine Serie zu Ende geht, dann lässt auch das Publikum Dampf ab. Und verspottet die Gegner. Ist nicht sportlich, ist aber so. Ein Spieler sollte darüber stehen. Darf sich ärgern, darf sogar den Schläger zertrümmern. Damit sollte es sich aber haben.
Das war auch in Asiago so: Das Odegar Publikum hat Schmachgesänge angestimmt. Kein angenehmes Ambiente für Gästespieler und Gästefans. Aber: Das gehört halt dazu.
Als Max Oberrauch sich zu einem hoch angesetzten Cross Check hinreißen ließ, war die Situation durchaus mit jener in Sterzing zu vergleichen. Mit dem Unterschied, dass der Vorfall ohne Verletzung geendet hat. Aber es hätte nicht sein müssen.

Die Moral von der Geschichte?

Emotionen gehören zum Sport dazu. Vor allem im Eishockey, wo die Zweikämpfe in einer Serie härter und intensiver als bei jedem anderen Sport sind. Emotionen beleben das Geschäft. Aber: Wer über Emotionalität seinen Kopf nicht mehr kontrollieren kann, der ist eine tickende Zeitbombe. Und hat auf dem Eis nix zu suchen. Und muss, zum Schutz der Gegner, aus dem Verkehr gezogen werden. Beim ersten Mal für eine längere Nachdenkpause. Beim zweiten Mal aber für immer…

Freitag, 15. März 2013

The Untold Stories zum Out der Wölfe

Uncut Interviews aus den Katakomben des Odegar-Stadion in Asiago nach dem bitteren Halbfinalaus der Pusterer Wölfe:
Ungeschnittene O-Töne von:
John Parco
Paul Adey
Roman Erlacher
Armin Helfer
Max Oberrauch




Radiobericht im Rai Sender Bozen Mittagsmagazin vom 15.03.2013:
O-Töne:
John Parco
Armin Helfer
Paul Adey


Mittwoch, 13. März 2013

Von ausgeträumten Träumen und Fans wie Fähnchen im Wind

Sind die Finalträume für den HC Pustertal ausgeträumt?
Es schaut fast so aus.
Irgendwie schade.
Man neigt dazu, in diesen Fällen Fehleranalyse zu betreiben und vor dem letzten Spiel noch einmal gute Ratschläge zu geben.
Doch man könnte es sich auch einfacher machen, indem man zugibt, dass der Gegner einfach besser ist.

Drei Klatschen in drei Auftritten

Freilich: Es gibt schon zu denken, wenn von drei Spielen alle drei verloren worden sind. Vor allem, weil zwei Niederlage zu hause eingesteckt werden mussten. Und freilich tut man sich leicht, gleich den Trainer anzugreifen, weil er kein Gegenmittel gefunden hat, gegen den überragend spielenden Angriff von Asiago.
Aber: Wer erst jetzt mit dieser Kritik kommt, der macht es sich zu leicht. Man hätte schon früher erkennen können, dass die Spielanlage zu durchsichtig ist. Und man hätte auch schon früher erkennen können, dass die Mannschaft nicht überzeugt hat.
Zuerst aber hat man den Spielern die Schuld gegeben, und der Mannschaft, die scheinbar falsch zusammengestellt worden ist. Mag sein. Auch, wenn die Mannschaft sich doch bis zuletzt im Bewerb gehalten hat. Obwohl die großen Namen gefehlt haben.

Von einem Weiterkommen spricht niemand mehr

Die Chancen für ein Weiterkommen gegen Asiago stehen nun denkbar schlecht: Vor allem, weil das psychologische Moment der Pusterer alles andere als für ein Drehen der Serie spricht. Wenn man dreimal hinteinander aus der Halle geschossen wird, obwohl der Gegner nur eine Halbzeit lang Power gegeben hat, dann tut man sich schwer, sich wieder aufzubauen. Und neue Motivation zu finden.
Welches Mittel steht noch zur Verfügung, die Mannschaft der sieben Gemeinden zu schlagen? Die vor allem eines getankt hat: Selbstvertrauen.
Kampf? Ich denke nicht, dass es am fehlenden Kampfgeist gefehlt hat, die letzten Partien. Wenn dem so wäre, dann haben alle Spieler vor allem eines: Job verfehlt.
Der Kampfgeist muss kombiniert werden mit einem spielerischen Moment. Mauern allein ist zu wenig gegen eine Mannschaft, die mit Tempo die Defensivbemühungen einfach überläuft. Ein Maschendrahtzaun kann einen Panzer nicht aufhalten. Soviel steht fest.
Und: Um bei diesem Vergleich zu bleiben: Panzer stoppt man am besten mit Panzerfäusten, die aber auch vernünftig eingesetzt werden müssen, um Wirkung zu zeigen.
Es ist nicht unmöglich, eine 0:3 Serie zu drehen. Es ist nur verdammt schwierig. Vor allem, wenn himmelhoch jauchzend gegen zu Tode betrübt spielt. Jede andere Stimmungslage in den Kabinen wäre nicht erklärbar.

Wie Fähnlein im Wind. "Wir haben es ja schon immer gewusst"...

Nur eines kann ich nur schwer nachvollziehen: Wenn nun von den Fans das in Frage gestellt wird, was sie bisher so vehement verteidigt haben. Jetzt ist die Enttäuschung im Spiel. Und auf einmal haben es alle gewusst. Auch wenn die, die das bisher schon immer gesagt haben, bis vor zwei Wochen als Landesverräter tituliert worden sind.
Die Fanbrille ist schon ein Luder. Vor allem, wenn sie ihre rosarote Tönung verliert.
Nur eine Frage stellt sich mir: Was, wenn das Unmögliche möglich wird und die Wölfe die Serie noch drehen? Welche Argumente werden dann eingesetzt?