Donnerstag, 17. Oktober 2013

Italienpokal 2.0: Die große Chance oder Ein Neues Format



Italien ist eishockeymäßig zersplittert. Drei verschiedene Ligen für ehemals zwei Meisterschaften, dazu eine dritte Liga, die als Startup Projekt vielversprechend scheint. Es ist also nicht so, dass in Italien nicht mehr Eishockey gespielt wird. Im Gegenteil.

Nachdem die Idee einer gemeinsamen und großen ersten Liga gescheitert ist, läge es doch nahe, einen neuen Versuch zu starten: Einen Italienpokal, an dem alle Mannschaften teilnehmen können, die sich einschreiben möchten. Nach dem Vorbild des DFB Pokals im Deutschen Fußball: ein unkomplizierter Spielplan, ein einziges entscheidendes Match, Kompromissbereitschaft beim Einsatz von Legionären, das Heimrecht für die Niederklassigen Mannschaften, egal ob die Voraussetzungen dem Profigeschäft entsprechen oder nicht. Und die Bereitschaft, das Projekt nicht schon nach dem ersten Jahr zu den Akten zu legen.

Teilnahmeverpflichtung? Die braucht es nicht! Vielleicht braucht es ein finanzieller Anreiz für den Sieger. Zur Verfügung gestellt vom Verband (sozusagen als Wiedergutmachung) oder von einem Sponsor. Das Finalspiel an einem besonderen Ort.

Eine Illusion? Wenig attraktiv? Nicht machbar? Wie soll es konkret ablaufen?

Einschreiben können sich alle Mannschaften, die in Italien ihren Geschäftssitz haben, unabhängig von der Liga, in der sie spielt. Also auch eine Teilnahme von Bozen und der INL Mannschaften wird möglich. Einschreiben können sich zudem auch Mannschaften aus der neuen Serie B. Die Teilnahme am Turnier ist nicht verpflichtend, d.h. nur weil sich eine Mannschaft einer Liga dagegen ausspricht heißt das noch lange nicht, dass das Projekt nicht durchgeführt werden kann. Die Einschreibungen werden jedes Jahr neu vorgenommen. Jede Mannschaft hat jedes Jahr aufs Neue die Gelegenheit, teilzunehmen oder auch nicht.

Die Auslosungen werden aus einem einzigen Topf vorgenommen. Damit ist es möglich, dass zwei Serie B Mannschaften aufeinandertreffen, es kann aber auch sein, dass Auer den HC Bozen zieht. Der Vorteil von Auer: Sie dürfen bestimmen, wo gespielt wird. Wenn zwei Mannschaften aus derselben Liga gezogen werden, dann hat die Heimrecht, die als erste gezogen worden ist. Wenn die Teilnehmerzahl keine komplette Ausscheidungsrunde zulässt, dann werden Freilose vergeben, die im Rahmen der Auslosung den Glücklichen zugelost werden.

Die Spieltage werden unter der Woche festgelegt, damit sie keine Mannschaft in der laufenden Meisterschaft belasten. Also: Ein Spieltag am Dienstag oder Mittwoch.

Was den Einsatz von Legionären betrifft so wird die Regel eingeführt, dass sich die Mannschaft mit mehr Legionären auf die mit weniger Legionären anpassen muss. Wenn also Bozen auf Auer trifft, dann darf kein einziger Gastarbeiter eingesetzt werden. Wenn es Auer so bis ins Finale schafft, so werden alle Gegner auf den Einsatz von Ausländern verzichten müssen.

Das Finale wird an einem besonderen Ort ausgetragen. Man kann eine Location „erfinden“ oder ein Freiluftspiel andenken. Der Sieger des Pokals gewinnt eine Prämie.

Mag sein, dass das wieder nur ein Tagtraum ist – und bleiben wird. Die Chance für das italienische Eishockey wäre aber groß, sich als Familie zu präsentieren, die gemeinsam an einem gemeinsamen Projekt arbeitet, indem sich die Vereine auch Ligaübergreifend vergleichen können.

Die Diskussion sollte es zumindest wert sein. Denn das wäre ein Schritt, um die „Inzucht“ der Meisterschaftsbetriebe aufzubrechen – und einander im sportlichen Wettbewerb zu stellen.





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