Dienstag, 12. Juni 2012

LA ist Meister oder das verrückte Sportjahr

Irgendwie freue ich mich immer wieder, wenn ein Außenseiter eine Meisterschaft gewinnt. Weil das beweist, dass nicht große Namen und dicke Geldbeutel Tore schießen oder verhindern, sondern dass der wichtigste Erfolgsfaktor Herz und Leidenschaft sind. 






Klar, das gilt nicht für alle Ligen und nicht für alle Bereiche. Es muss schon ein gewisse Grundhomogenität von handwerklichem Können in der Meisterschaft vorhanden sein, damit das Herz den Unterschied machen kann. Da darf es nicht so sein, dass ein Einäugiger auf einmal König ist. Es ist schön zu sehen, wie ein Kollektiv, wenn es zusammen arbeitet, auf einmal Starfaktoren ausschalten kann. Das ist das Schöne am Mannschaftssport: dass Defizite des einzelnen vom Kampf des Kollektivs aufgefangen werden können. 

Beispiele gab es in diesem Sportjahr ausreichend: Borussia Dortmund oder Chelsea London. Die Slowakei die ins WM Endspiel eingezogen ist, die hoch gehandelten Pusterer Wölfe um David Ling. Oder eben die LA Kings. Ist das ein Hinweis darauf, dass Einzelkönner in Zukunft nicht mehr die Rolle spielen werden, die sie bis hierher gespielt haben? Dass Laufbereitschaft, Herz und der Glaube an den Erfolg wieder wichtiger werden?

Hand aufs Herz: wer hatte die Los Angeles Kings in diesem Jahr auf seinem Zettel für den Stanley Cup? 2006-2009 keine einzige Play Off Teilnahme. Die beiden letzten Jahre war in der ersten Runde der K.O. Phase Endstation. Und in diesem Jahr gewinnt das Team von Terry Murray ganz einfach die Meisterschaft. Überraschend. Und verdient zugleich. Erstmals in der Vereinsgeschichte. 

Das war der 1966 gegründeten Mannschaft noch nicht einmal in ihrer Blütezeit Ende der 1980er Anfang 1990er Jahre gelungen, als der weltbeste Eishockeyspieler alles Zeiten Wayne Gretzky unter Vertrag genommen wurde. Größter Erfolg bis heute nacht war die Teilnahme an der Endspielserie 1992/93.







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