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Samstag, 20. September 2014

Auf Los geht's Los Oder Wie Viele Plattitüden schaffe ich?

Wie viele Plattitüden haben in einem Blogeintrag Platz?
Schaumamal...
Endlich geht es los, die Spekulationen haben ein Ende, jetzt spricht der Puck. Wenn es heute endlich losgeht, dann zählt es nicht mehr, welche Entscheidungen im Sommer gefallen sind. Denn sie sind gefallen. Ob sie gut waren oder nicht, das wird das Frühjahr zeigen.

Zweifellos wird es spannende Spiele geben. Jedes Spiel hat nämlich seine eigene Geschichte, der Puck ist rund, und das Runde muss ins Eckige, egal wie. Es wird auch in diesem Jahr wieder Entscheidungen geben, die für Diskussionen sorgen. Doch abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift, daran wird auch das Hybrid-Eishockey nichts ändern.

Sterzing gegen Neumarkt: Doppelstelliger Sieg der Halbfinalanwärter?

Bereits der erste Spieltag hat es in sich: Wenn der INL Champion auf die Elite.A Hoffnung trifft - da wird sich zeigen, wie groß der Unterschied ist. Auch wenn es einige Experten gibt, die Sterzing im Halbfinale sehen und die gleichen Experten sehen für die Neueinsteiger Startschwierigkeiten voraus. Entsprechend diesen Expertenmeinungen wird das Spiel spannend und die Frage muss geklärt werden, ob Sterzing es tatsächlich schafft, doppelstellig zu gewinnen.

Fassa gegen Ritten: Dreistellige Zuschauerzahl?

Mit breiter Brust in die Saison startet der Titelverteidiger. Da steht auf der Homepage wörtlich: Titelanwärter  trifft auf „rote Laterne-Anwärter“. Locker vom Hocker möchte man meinen, aber noch hat jede Mannschaft jede Menge Nullen stehen. Zudem ist es in Alba di Canazei für keine Mannschaft leicht zu gewinnen...
Klar wird der erste Satz relativiert, wäre auch komisch gewesen, wenn man bereits das Ergebnis vorausgeahnt hätte. Bei diesem Spiel aber ist etwas ganz anderes spannend: Werden in Fassa mehr oder weniger als 100 Zuschauer bei der Saisonsprämiere dabei sein?

Pustertal gegen Valpellice: Zweistellige Ausländerzahl?

Diese Frage stellt sich zumindest in Bruneck nicht: Die Wölfe haben Ritten am Donnerstag in die Schranken gewiesen und damit einmal mehr gezeigt, dass Pustertal auch in dieser Saison nach den Sternen greifen will. An Motivation fehlt es in der Rienzstadt nicht. Der Gegner am ersten Spieltag ist das Feindbild Numero ein, weil Valpellice es geschafft hat, so viele Doppelstaatsbürger zu finden, wie der Verband es bei der Saisonsplanung für nicht möglich gehalten hätte.

Kaltern gegen Gröden: Zwangsaufstieg gegen Heimkehr

Interessant verspricht das zweite Südtiroler Derby zu werden: Gröden muss ins Überetsch - die ladinische Traditionsmannschaft atmet endlich wieder Erstligaluft. Kaltern ist zwar nicht glücklich darüber, dass man mit dem Zwangsaufstieg beglückt wurde, aber immerhin hat man in den sauren Apfel gebissen - und mit Äpfeln hat man in Kaltern ja ausreichend Erfahrung.

Apropos Apfel: Eppan fährt in die Olympiastadt und fiebert der Saisonsprämiere entgegen. 

Auf dem Papier sind die Favoriten für den ersten Spieltag klar definiert. Doch Papier schießt keine Tore. Ein Spiel dauert sechzig Minuten. Morgen sind wir schlauer. Und wissen, wie groß der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist...

Donnerstag, 22. Mai 2014

Von Böcken und Gärtnern oder Ein INL Prophet auf Verbandspfaden Mit der Anmerkung zum Beginn

Anmerkung: 
Nach Veröffentlichung des untenstehenden Beitrages hatte ich die Gelegenheit, mit Reinhard Zublasing zu telefonieren. Er erklärte mir, dass er sich dafür eingesetzt habe, dass die INL Vereine zurück nach Italien kommen. Die Vereine aber haben sich dagegen ausgesprochen, mit dem Argument, die Ausländerregelung der Elite A sei für sie nicht finanzierbar.

Reinhard Zublasing hat mir kurz seine Vision erklärt, die er für das italienische Eishockey hat. Ein durchaus schlüssiges Konzept, das die "Krankheit an der Wurzel packen soll." Er scheint auch überzeugt von dem, was er sagt. Und ich wünsche ihm und dem italienischen Eishockey, dass es zumindest auf den Weg gebracht wird. Denn ein Weg ist schon einmal eine gute Voraussetzung für ein Ziel.

Wahrscheinlich ist es nicht ein Blogger, der die Entscheidungen auf der höchsten Verbandsebene im italienischen Eissportverband beeinflusst (das wäre ja noch schöner!!!). Aber es ist ein Blogger, der die Entscheidungen der Zukunft (wie schon in Vergangenheit) beobachten wird.  Und der das Holz am Ende des Winters (oder in diesem Fall Sommer) im Tal messen wird.

Und noch ein kleines, nicht ganz unwesentliches Detail am Rande: Dem Blogger liegt nichts daran, das italienische Eishockey zu Grunde zu richten. Im Gegenteil. Aber an Worten und Ankündigungen hat es in Vergangenheit nicht gefehlt. Allein an der Umsetzung hat es gefehlt.
 
Den Beitrag lasse ich trotzdem Online. Weil ich zu dem stehe, was ich geschrieben habe. Und ich mich gerne vom Gegenteil überzeugen lasse.
 
Hier aber der Stein des Anstoßes für eine Anmerkung, die vorausgeschickt wurde:

Reinhard Zublasing als Vizepräsident des Italienischen Eissportverbandes? Im Grunde sollte Südtirol ja froh sein, einen hochrangigen Funktionär zu stellen. Aber diese Personalentscheidung ist skurril. Das ist genau so, als würde sich Eva Klotz um den Posten des italienischen Staatspräsidenten bewerben. Oder der Papst möchte in den Verwaltungsrat des Beate Uhse Konzerns. Da ist ein Bock im Wolfspelz unterwegs, der sich um einen Posten als Gärtner im botanischen Garten mit allerlei einzigartigen und vom Aussterben bedrohten Wildkräutern sichern möchte.

Nein, ich habe nix gegen die Person Reinhard Zublasing. Im Gegenteil: Ich halte ihn für einen ausgesprochen fähigen Vereinsfunktionär. Der für seinen Verein Großes geleistet hat. Und seinen HC Eppan im vergangenen Jahr aus der Eishockey-Wüste Italien ins gelobte INL Land geführt hat.(Was tatsächlich die einzige Lösung für die A2 Vereine war).

Aber, Moment: Wer mit seinem Verein, ins Ausland ging, weil er dem eigenen Verband nicht traute, dem kann wohl nur schwerlich eine Entscheidungs-Rolle gegeben werden. Vor allem, weil sein Verein immer noch im Ausland spielen will. Egal, ob Moses nun die Führung abgibt. Den Umzug, den hat er eingefädelt. Meine Meinung: In diesem Fall war und ist Kirchturmdenken nicht mehr unter ferner liefen. Sondern Zentrum der Entscheidung.
Da bekommt Bild vom Bock, der zum Gärtner werden soll, eine ganz neue Bedeutung. Eine bedenkliche Bedeutung.

Sich Reinhard Zublasing im Verband vorzustellen ist wie Eva Klotz im Quirinalspalast.
Nein, Eva Klotz, ist wahrlich nicht geeignet, italienische Staatspräsidentin zu werden. 
Es ist keine Frage der Fähigkeiten. Oder der guten Ideen. 
Sondern einfach eine Frage der Einstellung.