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Sonntag, 22. Juni 2014

Alles beim Alten oder Das Recht des Größeren

Italien hat ein Problem: Unternehmer und Privatiers beklagen die Rechtsunsicherheit in diesem Land. Weil heute nicht mehr das gilt, was gestern ausgemacht worden ist. Der italienische Eissportverband macht da keine Ausnahme. Und, wie bei allem in Italien, wird ein Ausweg geschaffen. Für jene, die eine Lobby haben. Und die, die es sich leisten können.

Der Verband hat eine Entscheidung getroffen: Die INL Vereine bekommen keine Freigabe mehr, um an der grenzüberschreitenden Meisterschaft teilzunehmen. Weil die Elite A gerettet werden muss. Eine Entscheidung, mit der sich die Eishockeybewegung selbst zu retten hofft. Nachvollziehbar. 
 
Und doch eine Lobbyentscheidung.

Weil: 

Bozen darf weiterhin EBEL spielen. 

Klar: Wer eine Meisterschaft gewinnt, wer für Furore gesorgt hat, der soll auch weiterhin für Furore sorgen dürfen. Und damit das nicht als "LEX Bozen" ausgelegt werden kann, ist ein Passus vorgesehen, dass jeder Verein, der in einer "besseren als der höchsten italienischen Liga spielen will, die Möglichkeit bekommen soll."
Also: Wer EBEL, DEL, KHL spielen will, der kann aus der heimischen Liga abziehen.

Doch: 
 

Wer legt fest, welche Liga besser als die italienische ist?

 
Ich behaupte: Die Top Vereine aus der INL spielen das bessere Eishockey, als die letzten der italienischen Elite A der Saison 2013/14. Ich bin überzeugt, dass Gröden, Neumarkt und Bregenzerwald stärker sind als Fassa, Mailand und Sterzing.
Woran wird also Niveau gemessen?

Es ist wieder einmal die Entscheidung für die Lobby. 

Für Bozen, für Mailand, für Pustertal.

Wenn Mailand in die KHL gehen möchte: Kein Problem! Wenn Pustertal die Gelegenheit bekommt EBEL zu spielen: Bitte, wandern Sie aus!
Aber: Wenn Neumarkt, Gröden und Eppan den Vertrag einhalten wollen, den sie erst vor einem Jahr unterschrieben haben, dann werden sie daran gehindert.

Doppelbödige Moral?
Haben da die Lämmer (Zweitligavereine) ihren eigenen Metzger gewählt? 
Auf Druck des Landesverbandes, damit Südtirol ein Amt behält? 
Alles zum Wohl des italienischen Eishockeys?
Oder zum Schaden von Vereinen, die einen eigenständigen Weg aus einer ewigen Krise gesucht haben?
 

Stichtag: 23. Juni 2014

Der Eissportverband hat eine einzige Möglichkeit zu beweisen, dass er ernst machen will. Wenn der Stichtag für die Einschreibungen für die höchte italienische Meisterschaft eingehalten wird. Denn wenn es Aufschiebungen gibt, gilt das als Beweis: Es bleibt alles beim Alten. Und es geht nicht um einen klar nachvollziehbaren Weg zur Förderung der italienischen Eishockeys. 
 
Sondern nur um die Wahrung der Interessen einiger weniger.

Mittwoch, 9. Januar 2013

Am Ende der Regular Season: Die Tops der laufenden Meisterschaft

Schnell ist es gegangen: 35 von 36 Spieltagen sind absolviert, die Vorrunde der aktuellen Serie A1 Meisterschaft ist so gut wie abgeschlossen. Große Überraschungen sind ausgeblieben: Zumindest, was die Tabelle betrifft. Da finden sich die Mannschaften dort wieder, wo man sie, grob geschätzt, schon zu Saisonsbeginn vermutet hatte. Man könnte also meinen, die Saison sei langweilig und ohne Überraschungen gelaufen. Mitnichten. Denn in meiner Zwischenbilanz stelle ich heute die Tops laufenden Meisterschaft vor. Subjektiv, selbstverständlich. Und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Tops:

Taktik: Valpellice und Bozen

Gegensätzlicher könnten die taktischen Tops nicht sein: Auf der einen Seite mit Valpellice eine Mannschaft, die auf Taktik, so scheint es zumindest, absolut pfeift. Und auf der anderen Seite eine Mannschaft, die aus der Taktik ausgesprochen erfolgreich wird und aus ihr das Defizit der kurzen Spielerdecke wettmachen kann.
Ich habe in dieser Saison als neutraler Eishockeyzuschauer eine Lieblingsmannschaft zum Beobachten: Valpellice. Weil die Truppe herzerfrischend und unkonventionell Eishockey spielt. Das Offensivpotential der Piemontesen ist sehr groß. Und Rob Sirianni, Nate Di Casmiro & Co. spielen am besten, wenn sie spielen dürfen und nicht in ein taktisches Korsett gezwängt werden. Das Ergebnis: Sie erspielen sich viele Torchancen und eröffnen gleichzeitig den Gegnern die Möglichkeit, Konter zu laufen. Damit sind die Valpellicespiele das mitunter beste, was einem Eishockeyfan passieren kann. Dass dieser Ansatzpunkt  bedeutet, Harakiri zu begehen, zeigen die Ergebnisse dieses Jahres: Rang fünf ist zu wenig, wenn man die geballte Offensivkraft der Mannschaft sieht. Andrerseits ist der Tabellenrang aber ausgesprochen gut, wenn man die schwache Ausstattung der Defensive beachtet.
Das Gegenstück dazu ist der HC Bozen, der Vernunfteishockey spielt. Was sich vor allem im Spiel gegen die Instinkthockeymannschaft aus Valpellice zeigt: Denn wenn sich Konterchancen eröffnen, dann ist der HCB sicherlich nicht die Mannschaft, die diese ohne zu überlegen annimmt: Zu sehr hat Brian McCutcheon seine Mannschaft darauf eingestellt, kurz zu bleiben und nicht kopflos nach vorne zu stürmen. Der zweite Zwischenrang des HCB ist vor allem dem Trainer zuzuschreiben, der das beste aus seiner kleinen Mannschaft gemacht hat. Die Titelverteidiger spielen ausgesprochen ökonomisches Eishockey, halten mit den Kräften haus, machen wenig, dafür aber umso intelligentere Wege. Niklas Hjalmarsson hat der Mannschaft zwar gut getan, ihn allein als Vater des zweiten Tabellenrangs zu feiern wäre aber den anderen Spielern gegenüber ungerecht, die ihre taktischen Aufgaben ausgezeichnet erfüllt haben: Bozen braucht nur wenige Chancen, um Spiele zu gewinnen, rational und effizient werden die Angriffe zu Ende gespielt. Eishockeyspiele des HCB sind zwar lange keine so emotional erfrischende Angelegenheit wie jene des HC Valpellice, sie sind aber, vom taktischen Standpunkt aus gesehen, sehr interessant und lehrreich.
Während die einen fürs Herz spielen, bieten die anderen Nahrung für den Verstand.
Aus diesem Grund stehen diese beiden Mannschaften für mich ganz oben, was die Taktik betrifft.

Kämpferherz: Ritten und Pustertal

Spiele gewinnt man nicht nur über taktische Finessen. Sondern auch über die Bereitschaft, den inneren Schweinehund zu überwinden und zu fighten. Diese Erfahrung haben Ritten und Pustertal in diesem Jahr gesammelt. Die Trainer der beiden Mannschaften sind alles andere als Napoleonische Taktikgenies, aber sie können ihre Mannschaften offensichtlich motivieren und dazu bringen, auch noch einen Schritt zu machen, wenn es beginnt weh zu tun. Damit kann man durchaus erfolgreich sein. Das beweisen die beiden Südtiroler Mannschaften. Auch wenn spielerisch noch sehr viel Luft nach oben ist: Im Grunde zählen die Ergebnisse und die Dreier am Ende des Spiels.
Da hat sich Pustertal überhaupt nix vorzuwerfen: Denn dort, wo die Wölfe stehen, möchten alle hin. Auch, wenn der Gewinner der Regular Season rein statistisch gesehen schlechte Karten hat, am Ende Meister zu werden.
Und auch Ritten spielt zwar kein schönes, aber doch ein erfolgreiches Eishockey. Bei dem die Spieler oft selbst nicht wissen, wieso sie erfolgreich waren. Aber: Das zählt nicht. Wichtig ist für die Buam, sich fix für die Play Offs qualifiziert zu haben. Und nun eine Ruherunde einlegen zu können. Denn Kämpferspiele sind vor allem eines: Anstrengend.

Spielerpersönlichkeiten: Stanislav Gron und Adam Dennis

Stanislav Gron kann einem Leid tun: Er ist ein ausgezeichneter Spieler, vielleicht der beste der Liga, der konstant punktet. Doch sein Problem: Er spielt in einer Mannschaft, die nur bedingt konkurrenzfähig ist. Damit tut er sich und seinem Curriculum keinen Gefallen. Denn man könnte ja meinen, im Land der Blinden müsse der Einäugige König sein. Doch Stanislav Gron sticht nicht nur hervor, weil seine Mannschaftskollegen so schwach sind. Er wäre zweifellos eine Bereicherung für jede Mannschaft der Serie A1.

Adam Dennis ist für mich Top, weil er in einer Meisterschaft der Top Torhüter der Beste ist. Was man sich angesichts der Aubins, Raycrofts und Pogges nicht hatte erwarten können. Im Gegenteil: Man war zu Saisonsbeginn davon ausgegangen, dass Dennis ein eher schwächerer Schlussmann der Liga sein würde. 
Weit gefehlt: Auch wenn Alleghe einen gut besetzten Kader hat, der nicht nur blind nach vorne spielt, Adam Dennis hat seinen Beitrag dazu geleistet, dass Alleghe diese Saison so erfolgreich ist. Er ist der Albtraum der gegnerischen Stürmer. In dieser Saison mehr denn je.

Zuschauerzahlen

Dafür, dass Eishockey ein Nischenprodukt ist, verkauft es sich konstant gut. Einzig die Schlusslichter Pontebba, Fassa und Cortina schwächeln, die anderen Mannschaften sind so beliebt wie noch nie. Einen wesentlichen Beitrag zum positiven Gesamtergebnis trägt Mailand bei: Durchschnittlich 2.000 Zuschauer wollten die Rosso-Blu spielen sehen. Mailand ist eine Millionenstadt und dort ist es aus diesem Grund sicher einfacher Zuschauer zu gewinnen. 
Andrerseits hat dort niemand auf Eishockey gewartet, weil jede Sportart in der Metropole um die Gunst der Fans wirbt. Aus diesem Grund durchaus positiv, dass Mailands Produkt angenommnen wird. Ein bisschen Kontinuität und von der Lombardei könnte im günstigsten Fall ein neuer Eishockeyboom in Italien ausgehen.
In Südtirol sind, von den Zuschauerzahlen her keine großen Sprünge nach oben mehr möglich: Weil der Eishockeymarkt bereits übersättigt ist. Das Ergebnis des letzten Jahres zu halten ist das schon ein Erfolg. Das gilt nicht nur für die laufende, sondern auch für kommende Spielzeiten.

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und natürlich hat es in der Meisterschaft auch Flops gegeben. Diese stelle ich morgen vor...

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Weihnachtszeit ist Benefizzeit



Die Vorweihnachtszeit ist traditionell die Zeit, in der über Solidarität nicht nur gesprochen, sondern in der Solidarität auch gelebt wird. Weil man sich bewusst wird, dass es Menschen gibt, denen es sehr viel schlechter geht, als einem selber. Weil man sich bewusst wird, dass die eigenen kleinen Probleme im Endeffekt keine großen sind. Auch im Sport wird Solidarität geübt: Und für einen Moment lang werden Rivalitäten bei Seite gelegt und das Menschliche in den Mittelpunkt gestellt.

Ritten Sport hat die letzten zwei Jahre Benefizveranstaltungen vor Weihnachten durchgeführt: In der Saison 2010-11 wurde ein Benefizspiel aller Südtiroler Vereine zu gunsten krebskranker Kinder organisiert, 2011-12 wurden Plüschtiere für Kinder gesammelt, die Weihnachten im Krankenhaus verbringen müssen. 
In dieser Saison nun ist der HC Bozen in die Offensive gegangen und stellt das Vorweihnachtsspiel gegen den HC Mailand unter das Motto der Organspenden. Anlass ist die schwere Erkrankung des ehemaligen Bozen Stars Gates Orlando, der nach einer schweren Herzerkrankung ein Spenderherz brauchte.
Es geht nicht nur darum, Gelder für Spenderorganisationen zu sammeln: Es geht darum, die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren. Viele Leben könnten gerettet werden, wenn die Sensibilität für das Thema Organspende höher wäre. 
Salopp gesagt: Es ist Ressourcenverschwendung, gesunde Organe einzugraben oder einzuäschern, wenn diese noch Menschenleben retten könnten, oder Menschenleben verbessern könnten.

Das Duell Bozen gegen Mailand ist nicht zufällig zum Anlass genommen worden, diese Benefiztag durchzuführen: Die legendäre Nummer 17 ist sowohl in Bozen als auch in Mailand auf Torejagd gegangen. 
Wünschenswert wäre, dass der abgrundtiefe Hass zwischen den beiden Fanlagern für eine Partie lang begraben würde und dass die Solidarität in den Mittelpunkt gerückt würde, dass ein gemeinsames Fest für die gute Sache stattfinden könnte. Ob das gelingen kann? Mit ein bisschen guten Willen von Seiten der Fanlager auf jeden Fall. Doch das bleibt abzuwarten.

Ein bisschen schade ist, dass genau an diesem Tag 20 Kilometer entfernt das Vorweihnachtsderby zwischen Ritten und Pustertal gespielt wird. Denn so stehen die Südtiroler Eishockeyfreunde vor der Qual der Wahl zwischen zwei sehr emotionalen Ereignissen: Beim einen das Zeigen von Solidarität, wo Menschenlichkeit in den Mittelpunkt gerückt wird, beim anderen das Fest der Freundschaft und die gemeinsame Vorfreude auf die Weihnachtsfeiertage. 

Doch man muss nicht unbedingt in der Eiswelle sein, um Gutes zu tun: Die Spielertrikots, die anlässlich des Benefizspieles angefertigt worden sind, können Online (hier) von den Fans ersteigert werden. Der Erlös der Aktion fließt dem Verein AIDO zu, der sich für Organspenden einsetzt. 

Weihnachtszeit ist Benefizzeit



Die Vorweihnachtszeit ist traditionell die Zeit, in der über Solidarität nicht nur gesprochen, sondern in der Solidarität auch gelebt wird. Weil man sich bewusst wird, dass es Menschen gibt, denen es sehr viel schlechter geht, als einem selber. Weil man sich bewusst wird, dass die eigenen kleinen Probleme im Endeffekt keine großen sind. Auch im Sport wird Solidarität geübt: Und für einen Moment lang werden Rivalitäten bei Seite gelegt und das Menschliche in den Mittelpunkt gestellt.

Ritten Sport hat die letzten zwei Jahre Benefizveranstaltungen vor Weihnachten durchgeführt: In der Saison 2010-11 wurde ein Benefizspiel aller Südtiroler Vereine zu gunsten krebskranker Kinder organisiert, 2011-12 wurden Plüschtiere für Kinder gesammelt, die Weihnachten im Krankenhaus verbringen müssen. 
In dieser Saison nun ist der HC Bozen in die Offensive gegangen und stellt das Vorweihnachtsspiel gegen den HC Mailand unter das Motto der Organspenden. Anlass ist die schwere Erkrankung des ehemaligen Bozen Stars Gates Orlando, der nach einer schweren Herzerkrankung ein Spenderherz brauchte.
Es geht nicht nur darum, Gelder für Spenderorganisationen zu sammeln: Es geht darum, die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren. Viele Leben könnten gerettet werden, wenn die Sensibilität für das Thema Organspende höher wäre. 
Salopp gesagt: Es ist Ressourcenverschwendung, gesunde Organe einzugraben oder einzuäschern, wenn diese noch Menschenleben retten könnten, oder Menschenleben verbessern könnten.

Das Duell Bozen gegen Mailand ist nicht zufällig zum Anlass genommen worden, diese Benefiztag durchzuführen: Die legendäre Nummer 17 ist sowohl in Bozen als auch in Mailand auf Torejagd gegangen. 
Wünschenswert wäre, dass der abgrundtiefe Hass zwischen den beiden Fanlagern für eine Partie lang begraben würde und dass die Solidarität in den Mittelpunkt gerückt würde, dass ein gemeinsames Fest für die gute Sache stattfinden könnte. Ob das gelingen kann? Mit ein bisschen guten Willen von Seiten der Fanlager auf jeden Fall. Doch das bleibt abzuwarten.

Ein bisschen schade ist, dass genau an diesem Tag 20 Kilometer entfernt das Vorweihnachtsderby zwischen Ritten und Pustertal gespielt wird. Denn so stehen die Südtiroler Eishockeyfreunde vor der Qual der Wahl zwischen zwei sehr emotionalen Ereignissen: Beim einen das Zeigen von Solidarität, wo Menschenlichkeit in den Mittelpunkt gerückt wird, beim anderen das Fest der Freundschaft und die gemeinsame Vorfreude auf die Weihnachtsfeiertage. 

Doch man muss nicht unbedingt in der Eiswelle sein, um Gutes zu tun: Die Spielertrikots, die anlässlich des Benefizspieles angefertigt worden sind, können Online (hier) von den Fans ersteigert werden. Der Erlös der Aktion fließt dem Verein AIDO zu, der sich für Organspenden einsetzt. 

Samstag, 17. November 2012

Was bleibt vom Derby Bozen Ritten?

Was war den das, bitteschön?
Die Rittner Leistung beim Derby gegen Bozen: 
Nicht vorhanden.
Die Bozner Leistung übermächtig?
Naja, das gilt es zu relativieren. 
Davon zu erzählen, es sei die beste Leistung seit Jahren gewesen erscheint mir übertrieben: Ich habe diese Saison schon bessere Spiele der Bozner gesehen. Geschweige denn in der letzten Saison. 
Aber: Es muss nicht alles schlecht geschrieben werden, was dargeboten worden ist.

So muss man dem amtierenden Meister attestieren, dass man engagiert zur Sache gegangen ist. Und in der Pause zweifellos Kraft und Selbstvertrauen getankt hat. 
Der neue Wikinger im Bozner Schiff: Eine Augenweide. Es scheint, dass er mit Schlittschuhen an den Füßen geboren ist. Alles, was er mit der Scheibe macht, hat Hand und Fuß. Fehler seinerseits: inesistent. 
Ob er defensiv stark ist? Das kann der beste Experte nach diesem Rittner Spiel nicht beurteilen. Weil Ritten im eigenen Verteidigungsdrittel abgesoffen ist. Und ab der Mittellinie praktisch nicht existierte.

Für die Rittner ist dieses Spiel aber kein Grund für Panikattaken und Anlass, um zu einer Shoppingtour aufzubrechen: Was der Mannschaft gefehlt hat, war die für den Erfolg so wichtige Spannung. Was nicht gerade von Professionalität zeugt, aber nachvollziehbar ist: Die "Buam" haben eine Woche Ferien genossen, die Qualifikation für den Italiencup war geschafft, in der Eiswelle ging es praktisch um die goldene Ananas. Weil man schon ein Derby gewonnen hat. Und weil man bereits gezeigt hat, dass man Eishockeyspielen kann.

Es ist Halbzeit in der Regular Season: Was nun folgt sind zwei Runden, in denen es darum geht, die eigene Position zu halten. Unter den Top fünf Teams zu bleiben. Dazu sollte es reichen, wenn man bei den Heimspielen punktet. 
Sicherlich keine besonders attraktive Aussicht auf das, was in den nächsten knapp zwei Monaten kommt. Weil es allzuleicht passieren kann, dass die so notwendige Spannung abhanden kommt. Und Kampfgeist verloren geht. 

Es ist davon auszugehen, dass beim Spiel Ritten gegen Mailand eine komplett andere Mannschaft zu sehen sein wird, als in der Eiswelle. Nicht vom Roster her. Aber von der Einstellung. Eine Mannschaft, die keine Fragen aufwerfen wird und so den peinlichen Auftritt von Donnerstag relativiert. 

Was in meinen Augen ein Fehler ist: Weil die offensichtlichen Defizite nicht angesprochen und ausgemerzt werden. Defizite, die sich, wie in der Heimarena ausreichend belegt, nicht im spielerischen Bereich liegen. Sondern in einer Einstellung. Irgendwo in der Psyche der Spieler. 
Forderung nach Veränderung? Keineswegs. Denn was sollte verändert werden? Es ist noch nicht alles Gold, was in Klobenstein glänzt. Aber es ist auch nicht so schlimm, dass man alles in Frage stellen sollte. Denn von einem bin ich nach wie vor überzeugt: Dass der in diesem Jahr eingeschlagene Weg der Richtige ist.


 

Dienstag, 23. Oktober 2012

Eine Woche- zwei Erzrivalen

Das dürfte der Stimmung rund um den HC Bozen gut tun: Eine Woche, und zwei Erzrivalen sind zu Gast.
Nachdem die letzten Tage rund um den HCB vor allem kritisiert und polemisiert worden ist - nicht nur von den Anhängern der Gegner -, dürfte es sich die kommenden Tage endlich wieder um das Sportliche drehen. Immerhin sind die beiden Mannschaften in der Eiswelle zu Gast, die dem Bozner Selbstverständnis am meisten Magenschmerzen bereiten.

Der HC Mailand, weil die Mannschaften aus der Millionenstadt in der Vergangenheit die hartnäckigsten Gegner um die Meisterschaft waren, wenn sie denn an den Start gegangen sind. Und weil die Fans aus Mailand ein anderes Auftreten und Selbstverständnis haben, als die vor Ehrfurcht schweigend harrenden Zuschauer aus den Bergdörfern.

Der HC Pustertal, weil die Mannschaft und das Umfeld aus dem grünen Tal in den letzten Saisonen sehr viel Selbstvertrauen getankt hat und keine Gelegenheit auslässt, den ehemals übermächtigen Rivalen aus der Landeshauptstadt zu verstehen zu geben, dass aus der schwarz-gelben Maus ein selbstbewusster Wolf geworden ist, der keinerlei Scheu vor Konfrontation hat. Weder auf dem Eis, noch auf den Tribünen.

Für den HCB könnten diese beiden Spiele ein neuen Schwung bringen: Der Verein könnte sich aus der sportlichen Minikrise befreien und neues Selbstvertrauen tanken. Ein Selbstvertrauen, das der Verein lautstark für sich postuliert und mit seinem teilweise arroganten Auftritt eindrucksvoll demonstriert.
Die Eishockey-Gesprächsthemen runde um den Rekordmeister könnten von Trikots endlich wieder auf das Geschehen am Eis verlegt werden.Und alles wäre wieder in Ordnung.

Andrerseits könnten diese beiden Spiele aber auch genau das Gegenteil bewirken.
Auch wenn die Saison noch lang ist.
Aber Spiele gegen Erzrivalen sind wie Derbys: und es geht um mehr, als nur um drei Punkte. Und das heimische Eis bei solchen Spielen als Verlierer zu verlassen hinterlässt tiefe Wunden. Und hässliche Narben.