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Montag, 2. Dezember 2013

Reanimation oder Ein Gelungenes Eishockeywochenende



Abgesehen vom Ausgang: Das Eishockeyfest in Klobenstein ist gelungen. Das Final Four kann getrost als Erfolg verbucht werden. Das Ergebnis hat sicher dazu beigetragen, neuen Schwung in das Südtiroler Eishockey zu bringen. Doch vor allem auch die Art und Weise, wie die Mannschaften den Auftrag angenommen haben - und Einsatz gezeigt haben, die so oft geschmähte Trophäe zu gewinnen.

Das Finalspiel zwischen Ritten und Pustertal wird in Erinnerung bleiben. Es war ein Spiel, das eigentlich zwei Sieger hatte. Beide Mannschaften waren im Vorfeld aufgrund der Leistungen in der Meisterschaft gescholten worden. Sie haben Moral gezeigt - und ein spannendes, abwechslungsreiches Turnier gespielt. Sie haben das getan, was von ihnen erwartet worden ist: Werbung für den eigenen Sport betrieben.

Das Turnier hat Massen mobilisiert - und wieder einmal für ein volles Haus in Klobenstein gesorgt. Hat an beste Rittner Zeiten erinnern lassen. Vielleicht - hoffentlich - wirkt das Turnier als Katalysator, um wieder Euphorie für den Südtiroler Volkssport aufkommen zu lassen. Die Stadien zu füllen, die Spiele zu gesellschaftlichen Events zu machen. Denn das Rundum alleine reicht dazu nicht aus. Es muss auch Emotion hineingebracht werden. Emotion, die von den Zuschauern gebracht wird. 

Wenn auch abseits des Stadions wieder über den Sport gesprochen wird. Wenn das Eishockeyteam Inhalt von Tischgesprächen wird - und das im positiven Sinn. 
Die Voraussetzungen sind geschaffen. Nun muss dieser Schwung weiter gebracht werden.

Dazu beigetragen hat auch der Ausgang des Turniers: Weil das Finalspiel keinen wirklichen Verlierer hat. Es gibt ganz selten Partien, die keinen Verlierer kennt. Das Finalspiel zwischen Ritten und Pustertal war so eine Partie. Weil beide Mannschaften für positive Emotionen gesorgt haben. 

Und die beiden Fanlager dafür gesorgt haben, die Wochenendveranstaltung am Ritten zu einem Fest zu machen.


Mittwoch, 25. September 2013

Mission Meistertitel: Oder wenn Lichter wichtiger als Spieler sind

Die nächste Runde beginnt – und zwei Favoriten müssen sich dem kritischen Heimpublikum stellen. Was daran besonders sein soll? Dass sowohl Ritten als auch Pustertal in diesem Jahr ganz offen und ehrlich sagen, dass sie Meister werden wollen. Entsprechend kritisch werden sie beobachtet werden.

Wobei: Zum Favoritenkreis haben die beiden Südtiroler Mannschaften auch in den vergangenen Jahren gehört. Und entsprechende Kommentare mussten sie über sich ergehen lassen. Doch in diesem Jahr ist es anders: Denn in der Vergangenheit waren die Ziele diplomatischer formuliert worden. In dieser Saison wird also keine Ausrede, von wegen man wurde falsch zitiert, mehr gelten.

Ehrgeiz in den Clubhäusern: Nicht erst seit heuer

Es ist couragiert und überaus ehrlich, den Meistertitel als Ziel hinaus zu schreiben. Wer den Ehrgeiz in den beiden Clubhäusern kennt, der weiß, dass jede Niederlage schmerzen wird. Nicht erst seit heuer – aber heuer ganz besonders. Weil diese Saison die Weichen stellen wird für die Zukunft. Auch darüber gibt es nichts, was es zu beschönigen gibt: Denn ganz sicher ist das die letzte Italienmeisterschaft, die in dieser althergebrachten Form ausgetragen wird.
Sowohl Ritten als auch Pustertal sind Mannschaften, die sich eine Tradition aufgebaut haben. Die seit vielen Jahren für Spektakel sorgen. Ein Scheitern in diesem Jahr könnte bedeuten, endgültig in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Denn wenn es die erste Liga in dieser Form in Italien nicht mehr gibt, dann gibt es nur zwei Alternativen: Das europäische Oberhaus, die EBEL, oder eben die zweite Geige, die INL. Und diesen Schritt möchten beide tunlichst vermeiden. Weil sowohl Ritten als auch Pustertal sich zu höherem berufen fühlen.
Das ist auch der Grund, weshalb die beiden Mannschaften in diesem Jahr sich ein Scheitern nicht leisten können: ein amtierender Landesmeister hat die besseren Karten aufzusteigen als ein Halbfinalist. Dass es nur eine Mannschaft schaffen kann, das ist heute schon klar. Die Frage ist aber auch, ob die Rechnung wirklich auch mit dem Wirt gemacht worden ist. Ob wirklich alle Unbekannten in die komplizierte Kalkulation einbezogen worden sind.

Es geht um weit mehr, als um die Meisterschaft: Es geht um die Zukunft

Es gilt also die Voraussetzungen für die Zukunft zu schaffen. Und es gilt zu überzeugen – und Euphorie zu generieren. Denn Euphorie verleiht Flügel. Und Euphorie erzeugt Sichtbarkeit.

Freilich: Dass dann in der Ankündigung für ein Eishockeyspiel ein Zug wichtiger als das Spiel ist, und dass eine neue Beleuchtung wichtiger als Ausfälle und sportliche Ziele sein soll, das ist für einen neutralen Zuschauer schwer zu verstehen. Dass nicht der Gegner, sondern eine Showbeleuchtung im Mittelpunkt steht mag ein bisschen provinziell anmuten. Doch die Wahl der Waffen bleibt jedem selbst überlassen. Nur, dass es um Eishockey geht, das sollte nicht ganz vergessen werden.


Montag, 23. September 2013

Elite.A: Erster Spieltag: Überraschungen sind ausgeblieben und Über einen Zug, der der wahre Höhepunkt war.

Fotos: Foppa/Optik Rapid
Damit ist sie offiziell eröffnet - die neue Italienische Eishockeysaison. Überraschungen sind am ersten Spieltag ausgeblieben. Einzig Ritten hat vielleicht überrascht. Nicht, weil man in Valpellice gewonnen hat. Sondern weil der Sieg so hoch ausgefallen ist. 

Das wahre Highlight
Es waren ganz genau 505 Fans, die im Sonderzug von Bruneck nach Sterzing gereist sind. Eine tolle Idee, die gut angenommen worden ist.

Das wahre Highlight an diesem Spieltag war aber ein Zug. Kein Spielzug, sondern ein echter Zug- der Fans von Bruneck nach Sterzing gebracht hat. Vielleicht ist es dem Wahlkampf zu verdanken, dass es möglich war, doch das soll den Erfolg nicht schmälern. Die Bilder sind beeindruckend, wie eine Horde Fans sich sammelt und in einer Prozession durch die Straßen zieht. Friedlich - wohlgemerkt - eine Demonstration für einen Sport, der - darüber kann auch die Euphorie im Pustertal nicht hingetäuschen - in seiner schwersten Krise steckt. 

Ein Zug - Flirt oder Schach - wird nicht reichen, diese Krise zu überwinden. Aber der Zug hat zumindest schon einmal gezeigt, dass es beim Eishockey und seiner Vermarktung schon lange nicht mehr nur ums Sportliche, sondern vor allem auch ums Gesellschaftliche geht.

Das Derby zwischen Sterzing und Bruneck ist so ausgegangen, wie erwartet. Auch, wenn die Pusterer zugeben, dass noch nicht alles rund läuft - und die Sterzinger lamentieren, dass sie zu hoch geschlagen worden sind. 
Es wäre auch bedenklich, wenn der HC Pustertal schon am ersten Spieltag sein volles Potential ausschöpfen könnte. Und bei Sterzing überwiegt wohl die Enttäuschung, dass die tolle Kulisse und die Aufstiegseuphorie nicht zu einer Überraschung gereicht haben. 

Ritten schlägt Valpellice

Ritten hat sein erstes Auswärtsspiel gewonnen und so ganz nebenbei die Tabellenführung übernommen. Dass man in Torre Pellice so hoch würde gewinnen können, das hatte man wohl nicht erwartet. Auch wenn Valpellice keine so intensive Saisonsvorbereitung wie Ritten genossen hat: Das ist nicht die Schuld von Ritten und das darf die Leistung nicht schmälern. Denn wie schon öfters geschrieben: Die Punkten am Saisonsbeginn sind gleich wertvoll wie jene am Ende der Regular Season.

Was ein bisschen Besorgnis erregend ist: Es ist sehr ruhig um die Rittner Buam. Ein bisschen zu ruhig? Es scheint die Rittner Skepsis zu überwiegen - von einer Eishockey Euphorie oder der Freude, dass es endlich los geht ist nichts zu verspüren. Leider!
Doch das kann sich schon sehr schnell ändern: Wenn nämlich am kommenden Samstag der HC Pustertal zu Gast sein wird. 
Übrigens: Auch der Ritten hat eine Bahn zu bieten. Ob am Samstag Sonderzüge eingesetzt werden? 


Bleibt zu hoffen, dass die Arena Ritten nicht nur dann voll besetzt ist, wenn die Wölfe zu Gast sind. Denn irgendwie scheint es darauf hinaus zu laufen, in einem Jahr, das Präsident Rottensteiner als Übergangsjahr bezeichnet hat.


Mittwoch, 20. Februar 2013

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt

Ein wenig überraschend ist er verlaufen, der erste Spieltag der Meisterschaftsplayoffs in der Saison 2012/13: Da haben sich doch glatt zwei Teams aus der unteren Tabellenhälfte erdreistet, die Favoriten auswärts zu schlagen. Kein Beinbruch, das ist schon klar. Aber zumindest in Bozen sollten langsam, aber sicher, die Alarmglocken läuten.

Der Titelverteidiger wackelt

Und das wie. Nicht nur, weil der HC Bozen gestern den Viertelfinalauftakt mit 0:3 gegen Asiago verloren hat. Asiago ist eine gute Mannschaft, daran besteht kein Zweifel. Aber schön langsam sollte man sich Sorgen machen: In den letzten drei Spielen hat Bozen gerade einmal ein einziges Tor erzielt. Nicht genügend, so sollte das Urteil lauten.
Freilich: Mit Alexander Egger fehlte zwei Spiele lang der Quarterback. Sich alleine darauf hinaus zu reden, das wäre aber zu einfach. Weil die Verantwortung auf die Schultern eines einzigen Mannes gelegt werden würden.
Es ist bekannt, dass ich kein Delmore-Fan bin: Aber ist es jemanden aufgefallen, dass der HC Bozen seit dessen Ankunft in Bozen der Konkurrenz hinterherhechelt und keinen Stich mehr macht? Kann es daran liegen, dass durch diesen Neueinkauf Vertrauen verloren gegangen ist?
Es wäre unfair, einen einzigen Spieler an den Pranger zu stellen. Fakt ist aber, dass Coach Brian McCutcheon eine perfekt funktionierende Defensivabteilung braucht, um seine Taktik umsetzen zu können. Der Verteidiger Delmore mag viele Stärken haben (die mir leider verborgen geblieben sind) – Defensivverhalten gehört nicht dazu. So wenig, dass ein User in einem englischsprachigen Forum einmal geschrieben hat: „Aufgrund seines Defensivverhaltens verdient sich Any Elmore kein „D“ in seinem Namen.“
Es ist wohl wahr, dass Bozen den Preis zahlen muss, dass man praktisch die gesamte Saison nur vier Verteidiger eingesetzt hat. Alex Egger und Christian Borgatello waren immer darunter. Was bei einer durchschnittlichen Einsatzzeit von 30 Minuten pro Spiel einfach bedeuten muss, dass die Batterien so leer sind, dass sie nicht mehr aufladbar sind.
Und noch ein Fragezeichen: Die erste Bozner Linie spielt nicht mehr so, wie man es gewohnt ist. Kann es sein, dass der Spielmacher MacGregor Sharp seit seiner Verletzung nicht mehr der „Alte“ ist? Kann es sein, dass er von einer mentalen Blockade gehandicapt ist?
Jede Mannschaft erlebt im Laufe einer Meisterschaft eine Durststrecke. Diese genau jetzt zu erleben ist ein bisschen ungeschickt.
Noch ist nicht aller Tage Abend: Und bereits am Donnerstag abend könnte die Welt schon ganz anders aussehen. Weil die „Füchse“ alle diese Theorien und Vermutungen ad absurdum führen.

Wölfe vergeben sicheren Sieg

Die Pusterer Wölfe haben es bei ihrem ersten Playoff Auftritt in dieser Saison selbst verschenkt: Zu viele Torchancen blieben ungenützt. Wer überrascht von der Mailänder Mauertaktik war, der hat sich nicht ausreichend auf den Gegner vorbereitet. Und wer nach einem Rückstand die Nerven verliert und nur noch mit dem Kopf durch die Wand will, der hat seine Hausaufgaben nicht erledigt.
Genau das ist gestern Abend in der Leitner Solar Arena passiert: Nach dem 2:1 Führungstreffer durch Ryan Kinasevich wurden die Wölfe auf einmal zu Schafen, die konzeptlos agierten. Es war abzusehen, dass man gegen Mailand drei Dinge mitbringen muss: Geduld, Geduld und noch einmal Geduld. Immerhin steht mit Raycroft nicht irgendwer im Tor. Man muss sich die Zeit nehmen, nicht aus jeder sich bietenen Position zu feuern, sondern man muss auf den besten Slot warten. Vor allem auch, weil Mailand mit fünf Mann kompakt drinnen steht.
Während die erste Reihe es zumindest versuchte, kreativ auf den Defensivriegel zu reagieren, kam von der zweiten Linie erschreckend wenig: Ben Guitè, Pat Kavanagh und Pat Ianone: Drei absolute Totalausfälle.
Ein bisschen verwunderlich ist, dass der Trainer noch nicht auf die Idee gekommen ist, Pat Kavanagh an die Seite von Jensen und Cullen zu stellen. Nicht, weil Max Oberrauch seine Sache nicht gut machen würde. Aber weil ich überzeugt bin, dass so eingefahrene Mechnanismen, die in der Zwischenzeit die gesamte Liga kennt, aufgebrochen werden könnten. Und vielleicht Mr. Kavanagh endlich sein Potential ausspielen könnte.
Auch diese Niederlage noch keine Katastrophe: Vorausgesetzt, das Trainerduo hat die richtigen Schlüsse daraus gezogen und kann am Donnerstag in Mailand das Umsetzen, was man aus dem gestrigen Spiel gelernt hat.

Bleibt noch Ritten.

Zumindest die Buam haben ihre Aufgabe gelöst. Ob schön und überzeugend oder nicht: Das fragt am Tag danach niemand mehr. Und, weil die Null steht, hat man genau das gemacht, was in den Playoffs wichtig ist: Defensiv überzeugt.
Nicht nur deswegen ist Ritten für mich ein Meisterschaftsfavorit. Und wird es immer mehr.
Auch, wenn sich auch das bereits am Donnerstag ändern kann.

Donnerstag, 31. Januar 2013

Ritten vs. Pustertal: Letzter Kraftakt vor der Pause

Und diese Überschrift ist dieses Mal durchaus wörtlich zu nehmen.
Es war eine Kräfteraubende Zeit, die letzten zwei Monate. Vor allem für die Spieler. Aber auch für die Fans. Und für die Entscheidungsträger.
Wenn Ritten und Pustertal heute die Schläger kreuzen, dann werden die Akteure am Eis das Letzte aus sich heraus holen. Um sich dann 16 lange Tage die Wunden zu lecken. Und sich in Form zu bringen, für die letzte, die wichtigste Etappe der heurigen Saison. 
Ich kann mich an viele Meisterschaften erinnern. Keine war so unruhig wie diese.  Weil man von Anfang an immer spekulieren musste: Als Fan, als Spieler, als Trainer und als Vereinsverantwortlicher. 
NHL Lockout und Namen, die man sich wünschte, die nicht kamen oder doch kamen und gleich schnell wieder gingen. Die einzige Konstante in dieser Saison war die Spekulation: Kommt jemand, und wenn ja wer. Diese Fragen ist immer noch offen. So gut wie bei allen Vereinen. Aus diesem Grund war die Entscheidung, den Transferschluss nicht nach hinten zu verschieben richtig: Weil so die Mannschaften in der Pause zur Ruhe kommen können. Sicherheit gewinnen können. Schlüsselspieler endlich Verantwortung übernehmen können. Verantwortung, von der sie nicht wussten, ob sie ihnen gelassen werden würde.

Vor dem Derby Ritten gegen Pustertal will irgendwie keine Derbystimmung aufkommen. Zu viel wird hinter den Kulissen gearbeitet und neben der Bühne geschimpft, protestiert, gejammert und mit dem Schicksal gehadert. Und es stellt sich mir die Frage, ob im Pustertal Normalität eingekehrt ist, nach drei Jahren, in denen Ausnahmezustand herrschte, wenn allein schon das Wort "Eishockey" in den Mund genommen wurde. Waren die 830 Zuschauer in der Leitner Solar Arena am vergangenen Samstag ein Ausrutscher oder der erste Schritt zur Normalität?

Eine definitive Antwort zu geben ist noch zu früh. Auch das Derby wird sie nicht geben können. Denn an einem Donnerstag werden sich nicht die fast schon gewohnte Völkerwanderung vom Pustertal in Richtung Klobenstein in Bewegung setzen. Was eigentlich schade ist. 
Die Wölfe werden beweisen müssen, dass der Sieg gegen Alleghe im letzten Heimspiel keine Eintagsfliege war und dass sich die Mannschaft den Weg aus der Krise definitiv gefunden hat.
Ritten wird hingegen noch einmal auf die Zähne beißen und sich zum Sieg kämpfen müssen. Das Spiel gegen Alleghe hat gezeigt, dass es auch ohne "Stars" gehen kann. Dazu muss aber jeder Spieler an seine Grenzen gehen.
Ritten kann mit einem Sieg zumindest ein Minimalziel erreichen: Das Heimrecht im ersten Play Off Spiel.




Freitag, 18. Januar 2013

Ritten Sport vs. HC Alleghe

Die Spiele zwischen Ritten und Alleghe sind in diesem Jahr enge Kisten: Von den bisher sechs gespielten Matches hat Ritten vier gewonnen, davon zwei mit einem Zweitore Vorsprung, beide wurden in der Arena Ritten ausgespielt. Die restlichen Begegngungen zwischen den beiden Kontrahenten entschied ein Tor Unterschied.
Zwei Matches gingen in die Verlängerung, eines davon hat Ritten für sich entscheiden können, das zweite war das Halbfinale im Italienpokal.

Akustischer Spielbericht:
Quelle: Rai Sender Bozen, Mittagsmagazin vom 18.01.2013
Interviewpartner: Emanuel Scelfo, Markus Hafner
Bericht von Peter Treibenreif gelesen von Roman Drescher

 
 
 

Samstag, 5. Januar 2013

Großes Kino: Ritten Sport gegen Valpellice



Es gibt Eishockeyspiele, die gehen in die Geschichte ein, weil große Ziele erreicht werden.
Und es gibt Eishockeyspiele, die bleiben in Erinnerung, weil es großartige Spiele gewesen sind.
Das Spiel Ritten Sport Renault Trucks gegen den HC Valpellice vom 4. Jänner 2013 ist ein Spiel, das in Erinnerung bleiben wird. Weil das Spiel so ziemlich jedes Klischee bedient hat, das mit Eishockey verbunden wird.

Torreichtum


Tore sind ausreichend gefallen. Und den Zuschauern haben sie gefallen. Ob die Trainer auch begeistert waren, das muss dahingestellt bleiben. Eher nicht: Denn die Tore waren Resultate unzureichender Defensivarbeit. Sowohl auf der einen, wie auch auf der anderen Seite.
Ritten hat wieder einmal Kämpferherz bewiesen und sich zweimal aus eigener Kraft und eigenem Willen zurück ins Spiel gebracht. Nicht über spielerische Elemente, sondern über brachiale Gewalt. Spielerisch gesehen.
Die feineren Angriffsakzente hat freilich Valpellice aufs Eis gezaubert: Die Truppe aus dem Piemont ist sehr spielstark und lässt die Scheibe kreisen, dass den Gegnern regelrecht schwindlich wird.
Aber die Mannschaft hat nur eineinhalb Linien, und das geht an die Substanz. Sobald Valpellice die Kraft ausgeht und das Spiel nach vorne keinen Druck mehr entwickeln kann, ist die Mannschaft hinten offen: Weil die Verteidigung einfach zu schwach besetzt ist.

Ritten konnte im Spiel auch einen Mythos eindrucksvoll widerlegen: Nämlich, dass man nur von Justin Pogge abhängig sei. Was man schon seit Wochen leise vermutete wurde gestern Gewissheit: Der Torriese befindet sich in einer schöpferischen Krise und hat bei mindestens drei Gegentoren nicht gut ausgesehen und damit einen wesentlichen Beitrag an der Spannung im Spiel geleistet.

Andrerseits: Ritten hatte unheimliches Abschlusspech: Tudin, Spinell, Durno und Perna hatten 100 Prozentige Torchancen und verfehlten die leere Kiste. Hätte Ritten den Sack nach 60 Minuten zugemacht, niemand hätte von Glück reden können.

Härte


Lange hat man lamentiert, dass das italienische Eishockey Härte vermissen lasse und dass vor allem Fights fehlen würden. Auch diese Aussage gehört der Vergangenheit an: Wenn in einem Spiel vier Mal die Fäuste fliegen, dann ist schon eher die Grenze zu einer Schlägerliga erreicht. Einen Beitrag, dass das Spiel derart eskalierte hat sicher auch Giancarlo Bosio geleistet, dem das Spiel entglitten ist und der zu wenig hart durchgegriffen hat. Fauster hätte sich nach seinem Cross Check gegen Parise ebenso eine verfrühte Dusche verdient wie Parise, der sich anschließend mit dem Schläger zu rächen versucht hatte. Und T.J. Kemp war gut damit bedient, dass er, nachdem er die Fehdehandschuhe hat fallen lassen, keine 10 Minuten Strafe aufgebrummt bekommen hatte während sich Trevor Johnson als Depp der Nation vorkommen musste, weil er als einziger früher Feierabend machen musste.

Egal: Bei allen Analysen, die man machen kann - Der Abend war eine geile Show. Vor allem für die Zuschauer, die begeistert vom Gebotenen waren. Davon bitte noch mehr. Und wenn geht schon bald.


Dieses Video gibt's vom entscheidenden Penalty.
Kategorie: Sehenswert!
 

Freitag, 14. Dezember 2012

Ritten gegen Bozen: Von Aktion und Reaktion



Allen Unkenrufen zum Trotz: Es war ein spannender und abwechslungsreicher Derbyabend in Klobenstein. Und der Beweis, dass nicht nur Offensive attraktiv ist. Das Spiel Ritten gegen Bozen war vor allem aus taktischer Sicht interessant. Und das Ergebnis beweist, dass manchmal Punkteteilungen absolut gerecht sein könnten.

Beide Mannschaften agierten aus der Defensive heraus. Wobei: Die Aktion ging von Bozen aus, Ritten blieb die Reaktion. Das Vorhaben der Hausherren war, die Gäste zu spiegeln: Die erste Linie sollte gegen die erste spielen, die zweite gegen die zweite und die dritte Formation sollte sich mit der dritten messen. Wodurch Reaktion zur Aktion wird. Und für Kreativität kein Raum bleibt. Und: Wodurch der Auswärtsmannschaft der Taktstock in die Hand gegeben wurde.
Defensiv gelang Ritten ein ausgezeichnetes Spiel: die Buam machten die Räume eng, ließen den ambitionierten Gästen keine Slots.
Wo es haperte, wieder einmal, war im Spiel nach vorne: Kaum Bewegung, kaum Dynamik, kaum flüssige Spielzüge. Wobei sich auch andere Mannschaften schwer tun, die kompakt gestaffelte Bozner Aufstellung zu umspielen. Doch zumindest den Versuch es mit Speed anzugehen, sollte gewagt werden, wobei dadurch das Risiko besteht, in einen schnellen Tempogegenstoß zu laufen.
Geduld ist eine Tugend: Nicht nur im Leben allgemein, sondern im Sport im Besonderen. Der HCB ist ein Meister der Geduld, wird zu keiner Zeit nervös, weiß, dass sich Chancen ergeben werden. Und, was das Team auszeichnet, die sich bietenden Chancen werden ausgenützt. Zumindest früher oder später. Auch, oder wie gestern vor allem, wenn ein Justin Pogge Schlussmann ist. Er hielt, was zu halten war und versaute sich dann selbst den Abend, durch einen missglückten Ausflug, der nicht hätte sein müssen. Kein Vorwurf gegen ihn: Er ist hauptverantwortlich dafür, dass Ritten überhaupt sein Punktekonto aufstocken konnte.

Eine neue taktische Variante probierte Rob Wilson aus, die in dieser Form wohl noch nie dagewesen ist: Während Spitzenmannschaften in Überzahl vermehrt mit vier Stürmern agieren versuchte Wilson mit drei Verteidigern erfolgreich zu sein. Einen Versuch kann es ja wert sein, vor Nachahmung sollte gewarnt werden. War es der Versuch, die Verpflichtung von Andy Delmore zu rechtfertigen? Wenn dem so wäre, die Rechtfertigung ist gescheitert. Weil Delmore zu keinem Zeitpunkt Akzente setzen konnte.
Er war einmal ein großer Namen in der Eishockeywelt. Heute präsentiert er sich nur noch als Schatten dieses Namens. Das Problem: Große Namen verblassen in der kleinen Eishockeywelt nicht, die Erwartungshaltung wird nicht sinken. Wer als Verein einen großen Namen verpflichtet, der darf seine Ambitionen nicht herunterspielen.

Ritten war besser ins Spiel gestartet. Brian McCutcheon erklärte es mir damit, dass die Mannschaft nach der intensiven Spielphase und einer Pause von fünf Tagen aus dem Tritt gekommen wäre. Seiner Erklärung nach brauchte die Mannschaft ein Drittel, um Schwung aufzunehmen. Es war, seiner Meinung nach, nicht das beste Bozner Spiel.
Woran kein Zweifel besteht ist, dass der Bozner Trainer der wohl mit Abstand beste Coach der Liga ist. Er versteht es, Spiele zu lesen und aus den Erkenntnissen innerhalb kürzester Zeit die richtigen Lösungen zu konstruieren. Bozen verfügt über gute Spieler, keine Frage. Aber Bozen verfügt vor allem über ein zentrales Nervensystem, das der Konkurrenz überlegen ist. Meilenweit. Und das den großen Unterschied macht.
Womit alle Experten widerlegt sind, die behaupten, ein Trainer sei im Eishockey vor allem beim Leiten der Übungseinheiten wichtig.

 

Samstag, 8. Dezember 2012

Traube's Out Of Topic: Highlight im Februar 2013



Unvergessen ist die letzte Internationale Großveranstaltung im Icering Ritten, als die besten Speedskater Europas ihren besten kürten. Unvergessen die sportlichen Emotionen, unvergessen aber vor allem auch die Feierstunden im großen Festzelt.



2013 ist es wieder soweit. Und da gleich mit einem Doppelschlag: Die weltbesten Nachwuchseisschnellläufer schlagen in Klobenstein ihre Zelte auf. Am 16.-17. Februar wird auf der schnellsten Freiluftbahn der Welt erstmals das Junioren-Weltcup-Finale ausgetragen, eine Woche später geht zum zweiten Mal nach 2002 die Eisschnelllauf Junioren WM über die Bühne. Bei der letzten Ausgabe vor elf Jahren ging der Stern des Shani Davis auf: Er wurde in Klobenstein Weltmeister und legte den Grundstein für seine große internationale Karriere.

Der 400 Meter Ring in Klobenstein hat sich international schon lange einen klingenden Namen geschaffen: 2007 und 2011 wurde die Europameisterschaft ausgerichtet, 1990, 91, 92, 99, 2004, 2006 war der Weltcup zu Gast. Und 2013 werden 120 Athleten aus 24 Nationen erwartet.

Was wäre eine sportliche Großveranstaltung am Ritten ohne das passende Rahmenprogramm? Im Forst 1857 Festzelt wird an den zwei Wettkampfwochenenden der Bär los sein: Die Seasideclubbers  

Volxrock, DJ's aus den Top 6 Clubs aus Südtirol und Vollbluet werden für Stimmung am Abend sorgen.

Es fehlen nur noch knapp zwei Monate, bis sich in Klobenstein der Vorhang für das internationale sportliche Highlight der Eisschnelllaufsaison öffnet. Die Vorfreude ist schon groß. Und die Einladung, für alle, die mitwirken wollen, die steht...

Samstag, 24. November 2012

Pustertal gegen Ritten zum Dritten

Das Spiel ist ein Klassiker. Weil sich weder Ritten noch Pustertal entscheiden können, wie sie einander sehen wollen: Als Konkurrenten, oder als Freunde? Sicher ist: Beide sind ein Kontrapunkt zum HC Bozen. Und leben diese Stellung heraus.

Das letzte Spiel in Klobenstein war vor allem eines: Ein Eishockeyfest. Wo das Miteinander im Mittelpunkt stand. Weil nach dem relativ klaren Sieg der Rittner Buam - die gleichzeitig erste Saisonsniederlage der Wölfe - im Grunde keine Wenn-und-Aber Diskussion entstehen konnte.
Ich bin überzeugt, dass das heute nach dem Schlusspfiff ein wenig anders sein wird. Weil heute abend schon von vornherein die Abwesenden als Ausrede herhalten müssen. Auf beiden Seiten. Weil verlieren tut niemand gern. Und schon gar nicht gegen eine Mannschaft, bei der man nicht weiß, ob Konkurrent oder Partner.

Es ist ein atypisches Duell, die Vorzeichen sind schwer zu lesen - und noch schwerer in den richtigen Zusammenhang zu bringen: 

Ritten kommt mit breiter Brust aus einem 10:0 Sieg. Der für das Selbstvertrauen wertvoll war. Der sportlich aber keine Aussagekraft hat. Weil der Gegner kein Gegner war. Auswärts ist Ritten alles andere als eine Macht. Vielleicht aber lässt genau dieses Wissen Ritten heute gefährlich werden: Weil man den Ruf des Punktelieferanten in der Fremde loswerden will, weil man weiß, dass das am Donnerstag nur ein Training mit Punktegewinn war, weil man gar nicht in Versuchung kommen wird, arrogant oder unkonzentriert aufzutreten. Eben weil drei Mann nicht an Bord sein werden. Zwei wichtige Ruderer und der Steuermann. Will man trotzdem Land erreichen, muss man zusammenstehen. Wenn man das nicht tut, wird man absaufen. Mit Mann und Maus.

Pustertal kommt von einer Niederlage. Die nicht bitter war, weil ja zwei wichtige Leistungsträger gefehlt haben. Weil man ja auch noch viel Pech hatte, weil man das Spiel laut Medienberichten dominiert, aber halt doch nicht gewonnen hat. Pustertal wird beweisen wollen, dass die Defensive nicht nur aus Aubin besteht. Armin Helfer und Co werden am Stolz gepackt, werden sich vielleicht mehr auf den Defensivpart konzentrieren. Um auch Philip Kosta ein bisschen Luft zu geben. Und Max Oberrauch und Konsorten werden beweisen wollen, dass nicht ein einziger Mann für Tore verantwortlich ist, sondern dass auch andere für den Ausländer in die Presche springen können. 

Soweit die Theorie, und wenn die greift, dann steht ein packender Eishockeyabend bevor. 
Wenn diese Theorie von den Spielern geteilt wird, dann werden nicht die Ausfälle die Diskussionen, Rechtfertigungen und Ausreden nach dem Spielende bestimmen. Sondern die sportlichen Eindrücke. 
Was dem Spiel, dem Sport, dem Duell auch für die Zukunft zu Gute kommen würde. 
Und zu vergönnen wäre.

An einem Eishockeywochenende, an dem dem Fan eines nicht erspart bleibt: Die Qual der Wahl. Denn Ritten und Pustertal, die sich nicht entscheiden können, ob sie Freunde oder Verbündete sein wollen, haben heute Abend einen unangenehmen Konkurrenten um die Gunst der Eishockeygenießer: Eine Mannschaft, von der sie beide gleicher Meinung sind und sagen, dass sie ihr Erzkonkurrent ist. Seit immer schon...
 

Samstag, 17. November 2012

Was bleibt vom Derby Bozen Ritten?

Was war den das, bitteschön?
Die Rittner Leistung beim Derby gegen Bozen: 
Nicht vorhanden.
Die Bozner Leistung übermächtig?
Naja, das gilt es zu relativieren. 
Davon zu erzählen, es sei die beste Leistung seit Jahren gewesen erscheint mir übertrieben: Ich habe diese Saison schon bessere Spiele der Bozner gesehen. Geschweige denn in der letzten Saison. 
Aber: Es muss nicht alles schlecht geschrieben werden, was dargeboten worden ist.

So muss man dem amtierenden Meister attestieren, dass man engagiert zur Sache gegangen ist. Und in der Pause zweifellos Kraft und Selbstvertrauen getankt hat. 
Der neue Wikinger im Bozner Schiff: Eine Augenweide. Es scheint, dass er mit Schlittschuhen an den Füßen geboren ist. Alles, was er mit der Scheibe macht, hat Hand und Fuß. Fehler seinerseits: inesistent. 
Ob er defensiv stark ist? Das kann der beste Experte nach diesem Rittner Spiel nicht beurteilen. Weil Ritten im eigenen Verteidigungsdrittel abgesoffen ist. Und ab der Mittellinie praktisch nicht existierte.

Für die Rittner ist dieses Spiel aber kein Grund für Panikattaken und Anlass, um zu einer Shoppingtour aufzubrechen: Was der Mannschaft gefehlt hat, war die für den Erfolg so wichtige Spannung. Was nicht gerade von Professionalität zeugt, aber nachvollziehbar ist: Die "Buam" haben eine Woche Ferien genossen, die Qualifikation für den Italiencup war geschafft, in der Eiswelle ging es praktisch um die goldene Ananas. Weil man schon ein Derby gewonnen hat. Und weil man bereits gezeigt hat, dass man Eishockeyspielen kann.

Es ist Halbzeit in der Regular Season: Was nun folgt sind zwei Runden, in denen es darum geht, die eigene Position zu halten. Unter den Top fünf Teams zu bleiben. Dazu sollte es reichen, wenn man bei den Heimspielen punktet. 
Sicherlich keine besonders attraktive Aussicht auf das, was in den nächsten knapp zwei Monaten kommt. Weil es allzuleicht passieren kann, dass die so notwendige Spannung abhanden kommt. Und Kampfgeist verloren geht. 

Es ist davon auszugehen, dass beim Spiel Ritten gegen Mailand eine komplett andere Mannschaft zu sehen sein wird, als in der Eiswelle. Nicht vom Roster her. Aber von der Einstellung. Eine Mannschaft, die keine Fragen aufwerfen wird und so den peinlichen Auftritt von Donnerstag relativiert. 

Was in meinen Augen ein Fehler ist: Weil die offensichtlichen Defizite nicht angesprochen und ausgemerzt werden. Defizite, die sich, wie in der Heimarena ausreichend belegt, nicht im spielerischen Bereich liegen. Sondern in einer Einstellung. Irgendwo in der Psyche der Spieler. 
Forderung nach Veränderung? Keineswegs. Denn was sollte verändert werden? Es ist noch nicht alles Gold, was in Klobenstein glänzt. Aber es ist auch nicht so schlimm, dass man alles in Frage stellen sollte. Denn von einem bin ich nach wie vor überzeugt: Dass der in diesem Jahr eingeschlagene Weg der Richtige ist.


 

Sonntag, 21. Oktober 2012

Das Ende einer Serie oder Dramaturgie eines Hockeyfestes


Was sind die Zutaten für ein Eishockeyfest?
Zwei Fangruppen, die einander respektieren.
Zwei Mannschaften, die auf dem Eis das beste geben.
Eine Partie, die einen klaren Sieger hervorbringt.
Rivalität hin oder her.
Tabellenführung hin oder her. Siegesserie auf oder ab.

Das Spiel Ritten gegen Pustertal war in jeder Hinsicht ein Hockeyfest: Ein volles Stadion, zwei motivierte Mannschaften, die sich ein teilweise intensives Duell lieferten, und nach der Schlusssirene zwei Fanlager, die zu einer Familie verschmolzen sind.

Einziger Wermutstropfen: Die Schiedsrichter, die es 60 Minuten lang nicht schafften, das richtige Maß zu finden. Weil sie nach jeder Kleinigkeit sofort pfiffen. Weil sie nicht verstanden haben, dass zu keinem Zeitpunkt die Gefahr bestand, dass das Spiel eskaliert. Wer die Entscheidungen mit ansehen musste der kommt zum Schluss, dass Schach ein körperbetontes Spiel ist. Weil im Schach mehr Körperkontakt erlaubt ist, als im sogenannten Spitzenspiel. Thomas Rottensteiner meinte nach Abpfiff, dass es eine Schande sei, wenn bei einem Spitzenspiel nicht die besten Schiedsrichter zum Einsatz kämen. Roman Erlacher schlug in die selbe Kerbe. Allein: Das ändert das Problem leider nicht. Die Lösung muss vom Schiedsrichterverband kommen. Worauf man lange wird warten müssen.

Ritten hat das Spitzenspiel verdientermaßen gewonnen. Nicht, weil Ritten die bessere Mannschaft war. Sondern weil Ritten die cleverere Mannschaft war: Mit einer klaren Strategie, die ihre Basis in einer gefestigten Defensive hatte. Und das Spiel wurde tatsächlich durch das starke Defensivkonzept gewonnen. Justin Pogge hatte zwar einen starken Abend, doch seine Vorderleute haben die Pusterer auch nicht in klare Abschlusssituationen kommen lassen. Was ihm den Weg zum dritten Saisons Shutout natürlich erheblich erleichterte.

Und Ritten hat gewonnen, weil das Umschalten von Abwehr in den Angriff wunderbar funktionierte. Und Pustertal mit den eigenen Waffen geschlagen wurde: Die beiden ersten Tore durch Lollo Daccordo und Domenico Perna fielen nach schnellen Tempogegenstößen, bei denen die Pusterer Defensive keine Chance hatte, sich zu formieren.
Und Ritten war 60 Minuten lang konzentriert und fokussiert. Hat sich keine Blöße gegeben. Auch das ist ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

Der Tabellenführer hat ganz sicher keine schlechte Partie geliefert. Die Niederlage begründet sich darin, dass Wilson seine Mannschaft taktisch besser eingestellt hat, als sein Gegenüber. 4:0 ist ein scheinbar klares Ergebnis. Doch das Spiel hätte auch anders ausgehen können.

Und noch zwei Zeilen zu nach dem Spiel: Hut ab vor den beiden Fangruppen, die sich vermischten und gemeinsam den Abend feierten. So sollte es bei jedem Spiel sein: Dass am Ende die Geselligkeit siegt. Und man miteinander die gemeinsame Leidenschaft feiert.

Das sind die Zutaten, die wesentlich sind, um am nächsten Tag über ein Hockeyfest schreiben zu können. Was ich heute darf.
Deswegen, von ganzem Herzen: Danke an alle, die es möglich gemacht haben, dass ich diese Zeilen schreiben darf. Danke!

Freitag, 12. Oktober 2012

Derby Nachbesprechung



Vieles wurde bereits gesagt. Viele Fragezeichen bleiben.
Das Derby Ritten gegen Bozen war auf dem Papier ein Derby, keine Frage.
Von einer Derbystimmung war in Klobenstein aber wenig zu spüren.
Weil einerseits die Rollen bereits vor dem Spiel so klar vergeben waren, wie selten zuvor bei einem Derby: Bozen war krasser Außenseiter. Weil nur zwei Ausländer zur Verfügung standen und deswegen die funktionierenden Linien umgestaltet werden mussten. Weil aufgrund der dünnen Spielerdecke in der Verteidigung klar war, dass die Kraft bei den Gästen nachlassen würde. Und weil Ritten sich von Spiel zu Spiel steigert und langsam in die Reichweite des Potentials kommt, das die Mannschaft hat.

Und zu echter Derbystimmung fehlen die fanatischen Fans. Die Rivalität bereits am Stadioneingang. Die Gesänge im Stadion. Sowohl von der einen, wie auch von der anderen Seite. Die Provokationen, durch die sich die Stimmung aufschaukelt. Nicht dass ich falsch verstanden werde: Es fehlt nicht die Gewaltbereitschaft. Es fehlen die kleinen Sprüche und Sager, die Emotionen hochkochen lassen.
Eishockey ist sowohl am Ritten als auch in Bozen zu einer Insiderveranstaltung geworden. Die Zuschauer sind mehr Fachleute als Fans. Spielzüge werden analysiert, zerlegt, durchdiskutiert. Spontane Emotionsausbrüche sind Mangelware. Weil es keinem der beiden Vereine gelingt, eine neue, fanatische Fanschicht anzusprechen.

Das ist auch der Grund, wieso nach einem solchen Spiel mehr Kommentare zu den Mängeln, als die Freude über einen verdienten Sieg aufkommen. Gut für alle, die schreiben. Denn Bad News are Good News. Ob das der Bewegung weiterhilft bezweifle ich.

Dabei habe ich beim Spiel mehr Licht als Schatten gesehen: Ritten spielte ein ausgezeichnetes erstes Drittel. Hat Bozen überrascht. Hätte man Bozen ins Spiel kommen lassen, der Ausgang wäre ungewiss gewesen. Weil Bozen taktisch ausgezeichnet eingestellt ist. Ob mit Flynn oder ohne. Wenn der Bozner Express Fahrt aufnimmt, dann spielt er sich in Rage. Und dann reichen zwei Drittel aus, um ein Spiel zu gewinnen.
Deshalb war Ritten gut beraten und hat das einzig richtige getan: Von Beginn an Druck gemacht. Den Meister nicht aufkommen lassen. Hat das Spiel unberechenbar gemacht: Sowohl bei Tempowechseln beim Spielaufbau als auch durch aggressive und konsequente Störarbeit.
Und hat Charakter bewiesen und die fast schon obligate Schwächephase im zweiten Drittel selbst überwunden, sich gefangen, und bis zu letzt einen doch souveränen Eindruck hinterlassen.
Klar ist noch nicht alles eitel Sonnenschein. Doch zumindest das Ergebnis ist schon einmal positiv. Und muss nicht schlecht geredet werden. Zumindest nicht von Rittner Seite.

Freitag, 28. September 2012

Drei Spiele gespielt: Alles in Ordnung!



Warum immer so negativ, Mr. Traube?

Stimmt, das muss sich ändern. Einmal etwas Positives. So quasi als Einstimmung ins Wochenende. Ohne Hintergedanke, ohne Anspielung - weil das Leben zu kurz ist, für ein Magengeschwür!

Der Hockeybetrieb hat in der höchsten italienischen Liga wieder richtig Fahrt aufgenommen. Mag sein, dass die Septemberspiele als noch nicht entscheidend gewertet werden. Was ein Fehler ist: Denn die Septemberpunkte zählen auch im Februar. Wer jetzt nicht sammelt, der bekommt zum Ende der Regular Season Stress. Das ist ganz einfach: Irgendwie vergleichbar mit den Hausaufgaben, die man in der Schule zu erledigen hatte.

In diesem Sinne Musterschüler ist der HC Pustertal, der noch nix anbrennen ließ und alle Punkte mitgenommen hat, die es mitzunehmen gab. Wobei der Erfolg in Valpellice als höchste Leistung eingeschätzt werden muss. Ein Spiel, bei dem die Wölfe Charakter bewiesen haben. Und sich auch von zwischenzeitlichen Rückschlägen nicht aus der Bahn haben werfen lassen. Hundert Prozent Einsatz. Und das schon im dritten Saisonsspiel. Das ist vorbildlich.





Ritten hatte das Pech, auf den Musterschüler zu treffen. Da es nur einen geben kann, der perfekt in die Saison startet, hat Ritten das nächstbeste getan: seine anderen beiden Spiele gewonnen. Die Aufgaben waren lösbar. Auch wenn das Spiel gegen Fassa eines gezeigt hat: Jedes Spiel muss erst einmal zu Ende gebracht werden. Nur mit schön spielen gewinnt man keinen Blumentopf. Am Ende zählt, dass man mehr Tore als der Gegner schießt. Und das ist zu Hause gelungen: Makelloser kann eine Heimbilanz nicht sein. Kein Gegentor kassiert. Das gibt Selbstvertrauen. Nicht nur dem sehr guten Justin Pogge. Sondern auch den Vorderleuten. Die in Zukunft - davon ist auszugehen - mit breiter Brust die Festung Arena verteidigen werden. Denn zwei Schlachten sind geschlagen: Das ist schon eine Serie.

Dreimal gespielt, dreimal gepunktet: Das gilt für den HC Bozen. Eine kompakte und ausgeglichene Mannschaft. Mit einer zweiten Linie, die begeistert. Die jungen Wilden spielen dieses Jahr in Bozen: Marco Insam, Anton Bernard, Markus Gander. Das ist Spielfreude pur, Spielwitz und die Courage, einmal etwas Neues zu probieren. Im Tor ein sehr guter Günther Hell, der durch seine regelmäßigen Einsätze Selbstvertrauen getankt hat. Was Bozen noch braucht: Zwei Verteidiger, die Alex Egger, Christian Borgatello, Andrea Ambrosi und Daniel Fabris entlasten. Die vier müssen nämlich Überstunden leisten. Und wie!


Der Rest der Liga? Ausgeglichen, wenn man von Pontebba absieht. Eine Mannschaft, die auf keinen Fall Liganiveau hat. Dasselbe wäre man gewillt von Fassa zu sagen: Aber fünf Punkte in drei Spielen müssen erst einmal geholt werden. Und sollten Warnung für alle sein, die die Ladiner unterschätzen möchten.

Die Tabelle nach dem dritten Spieltag: Pustertal vor Bozen und Ritten. So kann es bleiben. Zumindest, wenn man die Hockeywelt aus Südtirol betrachtet.

Freitag, 6. April 2012

Ritten Sport auf Trainersuche? Tom Pokel in Arena Ritten gesichtet

Es hat etwas fast zukunftsträchiges: drei Herren, die miteinander essen. An und für sich nichts, worüber man groß berichten müsste. Aber: manchmal sind Essen die Rahmen für den Beginn von etwas Neuem. Das Essen, über das gut informierte Quellen berichten, lässt die Rittner Fans hoffen: denn zumindest scheint sich der Schatten Greg Holst zu verziehen. Und ein neuer Hoffnungsträger sollte die Rittner Straße heraufziehen.

Tom Pokel hat sich am Gründonnerstag mit den Rittner Vereinsverantwortlichen zu einem Gespräch getroffen. Man wird schwer dementieren können, dass es sich um ein Bewerbungsgespräch handelte. Denn wieso sonst sollte Pokel nach Klobenstein kommen, wenn nicht um über einen möglichen Vertrag zu sprechen?
Tom Pokel wäre sicher eine gute Wahl für Ritten Sport: ein Mann, der bewiesen hat, großes leisten zu können. Und der vor allem eines hat: gute Kontakte zu Spielern und Agenten. Das hat er bei der Zusammenstellung der Mannschaft von Pontebba in der abgelaufenen Saison bewiesen.
Und Ritten hat dringend einen Mann nötig, der über gute Kontakte in Übersee verfügt: denn seit dem Weggang von Ron Ivany hat es bei der Auswahl der Verstärkungen grob gehapert.
Eine Frage aber bleibt: kann es Pokel auch mit einheimischen Nachwuchsspielern oder ist er der Typus Trainer, der fertige Spieler braucht, um erfolgreich sein zu können?