Donnerstag, 20. März 2014

Neulich an der Bar oder Kollegen unter sich



"Meinst Du mich damit?"
"Klar meine ich dich damit. Du tust ja alles, um deinen Freunden zu gefallen."
"Ist das schlimm?"
"Nein, es wäre nicht schlimm, wenn Du es für dich tun würdest. Doch in deiner Rolle…"
"Was willst Du mir unterstellen?"
"Ich unterstelle dir gar nichts. Es ist doch offensichtlich, dass es so ist."
"Hast Du dafür irgendeinen Beweis?"
"Nein! Denn, das muss ich dir lassen, dafür machst Du es zu dezent. Ohne dich zu exponieren. Doch das, was dir nicht gefällt, das findet nicht statt."
"Da bin ich doch nicht der einzige. Das ist meine Freiheit."
"Ich kann dir noch nicht einmal unterstellen, dass Du Geld dafür nimmst. Nein: ich bin mir sicher, dass Du kein Geld dafür nimmst. Denn auch wenn Du beeinflusst, wo es auch nur irgendwie geht, bestechlich bist Du nicht. Noch nicht."
"Was willst Du damit sagen?"
"Gar nichts!"
"Was willst Du mir unterstellen?"
"Ich unterstelle nicht. Ich weiß nur, dass jeder seinen Preis hat. Und wenn schon nicht monetär, dann doch sein Ego."
"Schon wieder so eine Unterstellung. Du sollst nicht von dir auf andere schließen."
"Wie meinst Du das?"
"Nur weil Du bestechlich bist, müssen das doch nicht alle sein!"
"Ich bin doch gar nicht bestechlich. Du kennst meine Art. Meine Art ist höchst undiplomatisch. Und ich habe noch nie Geld genommen!"
"Aber Du hast dich auf ein Bier einladen lassen!"
"Allerdings. Doch ein Bier ist doch noch lange keine Bestechung!"
"Bist Du dir das sicher?"
"Klar bin ich mir das sicher!"
"Und wo beginnt dann für dich die Bestechung? Ab einem bestimmten Betrag?"
"Willst Du mir damit sagen, dass Du dich noch nie auf einen Drink hast einladen lassen?"
"Natürlich will ich das nicht sagen. Doch ich will damit nur sagen, dass Du nicht besser bist als ich. Dass Du im Grunde nur gleich bestechlich bist, wie ich es deiner Meinung nach sein soll!"
"Nein, das bin ich nicht!"
"Und worin besteht der Unterschied?"
"Der Unterschied besteht darin, dass ich das sage, was ich denke, und nicht an die Konsequenzen denke. Ja, ich rechne sogar damit, mich unbeliebt zu machen!"
"Und deshalb bist Du weniger bestechlich?"
"Nach meiner Ansicht nach schon!"
"Nach meiner Ansicht nicht: Denn Du schaffst dir Feindbilder und pflegst sie. Es würde dir nie über die Lippen kommen, dass etwas, das Du verteufelt hast, auch seine guten Seiten hat. Du würdest nie einen Fehler zugeben!"
"Das ist eine Unterstellung! Ich habe schon Fehler zugegeben!"
"Wann war das? Das muss ich versäumt haben!"
"Naja, konkret fällt mir das kein Beispiel ein. Aber ich habe schon Fehler zugegeben! Und wieso reden wir jetzt überhaupt von mir? Du bist es doch, der immer alles versucht schön zu reden!"
"Na und, damit bin ich dein perfekter Gegenpart! Denn Du versuchst immer alles schlecht zu machen!"
"Tue ich nicht!"
"Doch, das tust Du!"
"Aber was hilft es denn, alles schön zu schreiben?"
"Was hilft es, alles schlecht zu reden? Hat sich dadurch schon einmal etwas verbessert? Wurde dadurch eine einzige Entscheidung zurückgenommen?"
"Aber wenn es doch schwachsinnig ist…"
"…klar ist es schwachsinnig. Doch die Leute sind gescheid genug zu sehen, dass es schwachsinnig ist. Ich denke, die Architekten des Schwachsinns haben es selbst verstanden, dass es schwachsinnig ist. Aber natürlich werden sie es nicht zugeben. Wenn sie es zugeben würden, sie könnten es jetzt nicht wieder rückgängig machen. Das Bad ist ausgeleert – samt Kind. Hast Du schon einmal versucht, mit Waschlappen die Wanne neu zu füllen?"
"Nein, das habe ich nicht. Aber wem hilft es, es zu verteidigen? Dann kommen Die doch auf die Idee, es nächstes Mal noch einmal so schwachsinnig voran zu treiben."
"Nein, das werden sie nicht versuchen. So viel Intelligenz haben sogar DIE. Ich meine: Sie haben gesagt, ihre Idee würde die Stadien füllen und die Vereine würden diese Einnahmen brauchen. Hat sich das bewahrheitet? NEIN! Und dadurch, dass ich den Schwachsinn nicht kommentiert habe, habe ich keine Angriffsfläche gegeben, mir die Schuld in die Schuhe zu schieben. Das musst Du doch verstehen. Du weißt, wie sie sind."
"Aber mich macht es einfach verrückt, wie mit Gewalt versucht wird, das alles auch noch schön zu schreiben."
"Steh doch einfach drüber. Da sind ganz einfach persönliche Interessen dahinter. Selbstdarstellung auf der einen Seite, dann auch noch wirtschaftliche Interessen – Du weißt, was ich meine. Manchmal, aber nur manchmal, mache auch ich mir meine Gedanken darüber. Doch nur ganz kurz. Dann gehe ich nach draußen, rauche meine Zigarette – und habe es schon vergessen. Glaub mir – damit lebt es sich leichter."
"Ich werde es mir zu Herzen nehmen. Also ist schweigen doch Gold?"
"In diesem Fall ganz sicher."

Kurze Pause. Nachdenkpause sozusagen.

"OK, werde versuchen, es zu beherzigen. Trinken wir noch ein Bier?"
"Ja, denke, das ist eine gute Idee. Wer zahlt?"
"Na, der da drüben…"

Montag, 13. Januar 2014

Nach der EBEL Vorrunde: Das Bozner Semesterzeugnis


Nach der Vorrunde in der EBEL ist es an der Zeit, Zwischenbilanz zu ziehen. Dabei werde ich nicht auf den sportlichen Aspekt eingehen. Denn sportlich war das neue Abenteuer für den HC Bozen, oder HCB Südtirol, ein voller Erfolg. Als Einsteiger nach der Regular Season auf dem vierten Tabellenrang zu stehen, das ist ein Ergebnis, das man sich ganz sich nicht hat erwarten können.
Doch wurden die anderen Ziele, die sich der Verein gesteckt hat, erreicht?

Zuschauerzahl:

Der Schritt in die EBEL wurde vom Vereinsboss Dieter Knoll vor der Saison damit erklärt, dass man die Zuschauerzahlen bei den Heimspielen erhöhen will. Das Ziel wurde herausgegeben, 2.500 Zuschauer für Heimspiele zu gewinnen. Dieses Ziel wurde ganz klar verfehlt: Insgesamt kamen 43.480 Fans zu den Heimspielen des HCB – das sind im Schnitt 1.976 pro Spiel. Im Vergleich zum Vorjahr zwar eine Steigerung (Zuschauerschnitt 2012/13 Vorrunde: 1.125), aber nicht im erhofften Ausmaß. Der EBEL Spielplan hat sicherlich das Seine dazu beigetragen: Denn nach wochenlangen Auswärtstourneen mussten dann innerhalb von wenigen Tagen drei Heimspiele ausgetragen werden – das mag in Großstädten funktionieren, in Bozen funktioniert es nicht. Doch der Spielplan allein ist daran sicher nicht schuld: Auch in dieser Saison fehlte beim HCB gezielte PR Arbeit und Bewerbung des Produktes. Auf eine aktuelle Homepage mussten Fans und Liga bis zu Weihnachten warten, damit wurde viel wertvolle Zeit verloren – und der Schwung, der aus dem Neustart hätte gewonnen werden können, ging verloren.

Neugierde über Fanmentalität:

Viele der Zuschauer kommen zu aus Neugier den Heimspielen des HCB. Es wird ausgezeichnetes Eishockey geboten – Eishockey auf einem Niveau, das in Italien lange vermisst wurde. Aus diesem Grund kommen viele Eishockeyliebhaber nach Bozen, die Eishockeyfans, aber nicht Bozen Fans sind. Dieser Effekt wurde unterschätzt und man hat es die letzten 22 Heimspiele verabsäumt, Zuschauer - Bindungsmaßnahmen zu ergreifen und diese Neugier an den Verein zu binden. Weshalb Bozen sich kein Stammpublikum schaffen konnte, auf das er in Zukunft verlässlich bauen kann. Es wurde verabsäumt, Eishockey mit Emotionen und Überraschungen zu verbinden, das gute Grundprodukt wurde nicht mit einem Zusatzangebot verbunden.
Was vor allem im Pustertal geschaffen wurde, ist in der Landeshauptstadt noch nicht angekommen. Es geht nicht darum, das Erfolgskonzept aus Bruneck zu kopieren – Vielmehr geht es darum die Funktionsweise dahinter zu kapieren. Bindung entsteht nicht durch ein nahezu perfektes Grundprodukt – Emotionen entstehen durch einzigartige Zugaben – die sich ändern dürfen – und müssen.

Professionalität und Kommunikation:

Wer gehofft hat, durch den Einstieg in die EBEL würde sich beim HC Bozen grundlegendes ändern, der wurde eines besseren belehrt. Nach wie vor hat man den Eindruck, dass in Bozen viel improvisiert wird. Zwar wurde eine Management Position geschaffen, die sich bemüht, doch man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich bei dieser Position mehr um eine Feuerwehrstelle handelt, als um eine Stelle, von der aus gestaltet wird und die sich um die Kommunikation nach außen kümmert. Wie man Bozen und sein Umfeld kennt wird das für die nächste Zukunft auch grundsätzlich nicht geändert werden. Dadurch geht viel Energie und Enthusiasmus verloren. Eine große Chance ist vertan – Leider.
Grundsätzlich ist das EBEL Projekt in Bozen nach wie vor der einzig richtige Weg – von dem auch in den nächsten Jahren nicht abgegangen werden darf. Allerdings – wer im ersten Jahr sportlich so erfolgreich war, der darf muss sportlich erfolgreich bleiben. Und der darf sich ruhig auch Gedanken darüber machen, wie er mehr Freunde und echte Fans gewinnen kann.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Goodbye 2013 - Welcome 2014

Ein Jahreswechsel bedeutet für viele Hoffnung - dass alles besser wird.
Und so lässt ein Jahreswechsel immer auch den Anschein erscheinen, dass alles schlecht war.
Nein, das kann ich nicht unterschreiben: Denn es war sehr viel gut. Für mich. Für mein Leben. Für meine Familie.

Trotzdem soll ein Neues Jahr die Gelegenheit sein, sich Vorsätze zu machen. Und das habe ich auch getan: Ich möchte das Gute verbessern. Und die Fehler minimieren. Denn ganz ohne Fehler wird auch das kommende Jahr nicht auskommen. Das wäre auch langweilig.

Wenn ich jemanden im letzten Jahr verletzt habe, dann tut es mir leid. Außer, er hat sich selbst in die Situation gebracht und hat um Verletzung gebeten. Natürlich indirekt. Dann muss ich leider sagen, dass mir das nicht leid tut. Sondern dass ich dann auch in Zukunft ehrlich sein werde. Denn verletzen kann im Grunde nur die Wahrheit. Und der möchte ich auf jeden Fall treu bleiben. Zu schweigen, nur um den Frieden zu bewahren, das möchte ich auf keinen Fall.

In diesem Sinne Euch allen das draußen: Ein Gutes Neues Jahr. Mögen zumindest die meisten eurer Wünsche in Erfüllung gehen. Bleibt euch selbst treu. Und bleibt gesund.

Euer
Traube





Donnerstag, 26. Dezember 2013

Format ohne Wert oder Die Meisterschaft ohne Ideen

Es war zum Abschluss der letzten Eishockeymeisterschaft, dass im RAI Sender Bozen ein Mittagsmagazin spezial zum Eishockey organisiert wurde. Kollege Peter Thalmann fragte Kurt Platter, welchen Wert die Regular Season habe und ob diese ein Format ohne Wert sei. Kurt gab damals ein etwas ausweichende Antwort. Ich bin mir ziemlich sicher, dass seine Antwort heute anders ausfallen würde. Denn heute muss die Antwort ganz klar lauten: Ja, diese Vorrunde ist ein Format ohne Wert. Was die Vereine selbst bestätigen. Wenn auch nicht offziell durch Aussendungen, dann doch durch ihre Aktionen und Entscheidungen.

Beispiel Mason:

Es ist ja ohne Zweifel eine Ehre, wenn ein Spieler einer italienischen Vereins zum Spengler Cup eingeladen wird, um dort zu spielen. Fakt ist aber auch, dass die Weihnachtszeit mit Spielen voll gepackt ist, und dass die Fans gerade zu dieser Zeit in die Stadien kommen sollten. Doch die werden nur kommen, wenn ihnen eine Show geboten wird. Ritten beweist durch die Freigabe Masons, dass man weder die Fans noch die Meisterschaft ernst nimmt. Denn Ritten weiß, dass man die Playoffs erreichen wird. Und dass es deswegen nicht so wichtig ist, jetzt Punkte zu sammeln. Weil die Vorrunde noch lange, und die Punktelieferanten noch zahlreiche sind.
Die Vereinsführung spekuliert damit, dass die Fans auch dann ins Stadion kommen, wenn nicht Chris Mason spielen wird. Weil die Fans vielleicht stolz sind, dass Mason in Davos spielt. Vielleicht sind sie das?




Beispiel Sterzing:

Sogar Sterzing spekuliert. Sogar Sterzing hat sich die notwendige Zeit genommen die Ausländerpositionen sinnvoll zu besetzen, weil Sterzing weiß, dass die Playoffs sowieso erreicht werden. Es ist auch sinnvoll, Geld zu sparen, und erst so spät wie möglich die Transfercardpositionen zu besetzen, wenn ohnehin keine Qualifikation gespielt werden muss. Ich bin überzeugt, dass Fassa, Cortina und Mailand ähnlich agieren werden wie Sterzing. Denn diese Vereine können höchstens überraschen. Sie sind ohne Druck in die Meisterschaft gestartet und können es sich aus diesem Grund leisten zu sparen, während Ritten und Pustertal lossprinten mussten, um nicht von der Kritik zerrissen zu werden, was trotzdem nicht vermieden werden konnte, weil es auch innerhalb einer Mannschaft schwierig ist, die Spannung aufrecht zu erhalten, wenn es um gar nix geht.

Beispiel Ling:

Und das hat in Pustertal zur schönsten Stilblüte seit Jahren geführt. Nämlich zum Beweis, wie wenig Phantasie die heimischen Hockeymacher haben, die einen alternden Spieler von der Insel zurückholen, obwohl er schon bei seinen letzten Auftritten in den Playoffs im Pusterer Dress maßlos enttäuscht hat. Spieler wie David Ling gibt es, nun ja, nicht wie Sand am Meer, aber fast - es bräuchte aber die richtigen Figuren, um diese Spieler zu finden. Die Rückkehr des David Ling an die Rienz - irgendwie erkenne ich darin eine unglaubliche Parallele zum Rückkehr der Andy Delmore vor einem Jahr an den Zaberbach...

Montag, 16. Dezember 2013

Nägel mit Köpfen,




wobei es so scheint, dass irgendwie Ratlosigkeit herrscht, wie die Nägel aussehen sollen. Von einer Baustelle im Eishockey ist schon lange die Rede. Nun ist sie offensichtlich. Nun ist es offiziell: Mailand, Ritten und Pustertal wollen in die EBEL. Ob die Vereine auch EBEL reif sind bleibt zu bewerten. Von anderer Stelle. Von jenen, die gefragt worden sind, ob man denn mitspielen darf.

Was spricht für die einzelnen Vereine?

 Mailand ist eine Millionenstadt und deshalb interessant für die Liga. Weil bisher nur Wien als Metropole vertreten ist. Eine Millionenstadt birgt die Chance, neue Zielgruppen zu erschließen. Das ist aber auch alles, was Mailand bieten kann. Weil in der lombardischen Metropole die Eishockeytradition vergessen wurde. Und auch die heurige Meisterschaft beweist, dass es mehr ein Überlebenskampf als ein Zukunftsprojekt ist.

Pustertal: Das Umfeld allein wird nicht ausreichen

Pustertal punktet mit einem guten Umfeld. Die Eishockeybegeisterung war zumindest in den letzten Jahren groß. Gegenwärtig aber scheint das Publikumsinteresse zu sinken. Sportlich läuft es nicht wie gewünscht. Und der ganz große Erfolg ist bisher noch ausgeblieben. Obwohl weder Kosten noch Mühen gescheut wurden, eine Meisterschaft hat es für die Wölfe noch nie gegeben. Wo es bislang fehlte war in der professionellen Führung des Vereins. Für die italienische Meisterschaft mögen freiwillige Mitarbeiter ausreichen. Für eine internationale Meisterschaft aber braucht es eine Struktur von Mitarbeitern, die 24 Stunden für den Verein da sind. Gemeint ist nicht nur die Organisation des Umfeldes: Auch im sportlichen Bereich ist es notwendig, mit Profis zu arbeiten, die bei der Zusammenstellung der Mannschaft von Beginn an dabei sind, die auch einmal das Risiko eingehen, neue Wege zu gehen und neuen Kontakten zu vertrauen. Denn dieses Risiko hat bislang bei Pustertal gefehlt: Die Kontakte scheinen sich um einen sehr kleinen Kreis zu beschränken. Und dieser kleine Kreis macht es schwer, dass neues Blut und neue Ideen eingeführt werden.

Ritten: St. Pauli der Liga? Aber ohne Stimmung

Dasselbe gilt auch für Ritten. Auch hier hat man einen Traum. Und hat viel investiert, um den Traum wahr werden zu lassen. Trotzdem hat es nicht gereicht, weil für den letzten Schritt die letzte Konsequenz gefehlt hat. Am Ritten lässt man sich allzu leicht blenden von Momentaufnahmen, die einen Erfolg vorspielen, den es in dieser Form nicht gibt. Aber nicht nur der fehlende Titel wird die Argumente für Ritten sinken lassen. Auch das Umfeld ist begrenzt. Ritten hat ein seit Jahren stagnierendes Publikumsinteresse. 700 Zuschauer sind ein für einen Dorfverein gutes Umfeld, für eine europäische Liga aber nicht ausreichend. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass die Zahlen signifikant steigen werden. Egal, für welche Liga man sich entscheiden wird. Denn man kann den Verantwortlichen nicht unterstellen, nicht alles versucht zu haben. Allein die Zuschauermassen sind ausgeblieben. Das einzige Argument, das für Ritten sprechen könnte ist der Umstand, dass sich die EBEL ein gemütliches Wohnzimmer wünscht, wo Eishockey anders als in anderen Stadien ist. So quasi als der FC St. Pauli des Eishockeys. Aber halt ohne Stimmung.

EBEL: Muss wachsen, um attraktiv zu bleiben

Trotzdem: Die EBEL wird sich genau überlegen, ob sie die Kandidaten ablehnt. Denn eine Liga wird umso attraktiver, je mehr Mannschaft mitspielen. Ein internationales Projekt mit zwölf Mannschaft durchzuziehen ist die unterste Grenze. Denn auch die Liga muss sich überlegen, wie sie in Zukunft wachsen und weitere Märkte erschließen kann. Das italienische Eishockey ist eine Chance dazu. Denn das Niveau ist nicht schlecht. Das Problem ist die unprofessionelle Vermarktung und Führung des Eishockeys. 
Klar besteht die Gefahr, dass wenn mehrere italienische Vereine in den erlauchten Kreis kommen, auch die italienische Mentalität die EBEL erfassen könnte. Mit den bekannten Folgen. Ich denke, dass die EBEL vor allem dieser Gefahr vorbauen muss. Und Ausnahmeregelungen nicht mehr zulassen darf. Egal für wen...

Montag, 2. Dezember 2013

Reanimation oder Ein Gelungenes Eishockeywochenende



Abgesehen vom Ausgang: Das Eishockeyfest in Klobenstein ist gelungen. Das Final Four kann getrost als Erfolg verbucht werden. Das Ergebnis hat sicher dazu beigetragen, neuen Schwung in das Südtiroler Eishockey zu bringen. Doch vor allem auch die Art und Weise, wie die Mannschaften den Auftrag angenommen haben - und Einsatz gezeigt haben, die so oft geschmähte Trophäe zu gewinnen.

Das Finalspiel zwischen Ritten und Pustertal wird in Erinnerung bleiben. Es war ein Spiel, das eigentlich zwei Sieger hatte. Beide Mannschaften waren im Vorfeld aufgrund der Leistungen in der Meisterschaft gescholten worden. Sie haben Moral gezeigt - und ein spannendes, abwechslungsreiches Turnier gespielt. Sie haben das getan, was von ihnen erwartet worden ist: Werbung für den eigenen Sport betrieben.

Das Turnier hat Massen mobilisiert - und wieder einmal für ein volles Haus in Klobenstein gesorgt. Hat an beste Rittner Zeiten erinnern lassen. Vielleicht - hoffentlich - wirkt das Turnier als Katalysator, um wieder Euphorie für den Südtiroler Volkssport aufkommen zu lassen. Die Stadien zu füllen, die Spiele zu gesellschaftlichen Events zu machen. Denn das Rundum alleine reicht dazu nicht aus. Es muss auch Emotion hineingebracht werden. Emotion, die von den Zuschauern gebracht wird. 

Wenn auch abseits des Stadions wieder über den Sport gesprochen wird. Wenn das Eishockeyteam Inhalt von Tischgesprächen wird - und das im positiven Sinn. 
Die Voraussetzungen sind geschaffen. Nun muss dieser Schwung weiter gebracht werden.

Dazu beigetragen hat auch der Ausgang des Turniers: Weil das Finalspiel keinen wirklichen Verlierer hat. Es gibt ganz selten Partien, die keinen Verlierer kennt. Das Finalspiel zwischen Ritten und Pustertal war so eine Partie. Weil beide Mannschaften für positive Emotionen gesorgt haben. 

Und die beiden Fanlager dafür gesorgt haben, die Wochenendveranstaltung am Ritten zu einem Fest zu machen.