Freitag, 30. November 2012

Sportlichkeit und vergiftetes Klima

Es wird viel diskutiert, über as Derby Pustertal gegen Bozen.
Und: es gibt tatsächlich viel Diskussionsstoff.
Weil die Hausherren keine Sympathiepunkte gesammelt haben.

Der HCP war die letzten Jahre eine Mannschaft, die sich spielerisch in die Herzen vieler- auch neutraler- Eishockeyfans gespielt haben. Powereishockey, Einsatz und Herz, das waren die Attribute. Kampf mit fairen Mitteln.
Zweimal war man nahe am Ziel. Zweimal ist man am Schlussanstieg gescheitert.
Wut, Enttäuschung - aber auch Eingeständnisse und Sportsgeist im Anschluss.
Klar, dass man es nun endlich schaffen will. Vor allem, wenn man, so wie diese Saison, die frühe Phase der Meisterschaft nicht nur bestimmt, sondern dominiert.

Dann der Auftritt im Derby gegen Bozen. Freilich: Ein Spiel gegen den Erzrivalen ist ein besonderes Duell, in dem es, wie bereits öfter geschrieben, um mehr als um drei Punkte geht. Es geht darum, sein Revier zu markieren. Und zu verteidigen.
Das sollte im Sport aber über spielerische Mittel geschehen. Und nicht über rohe Gewalt.

Es scheint so, als hätten sich die Wölfe selbst einen Druck aufgebürdet, unter dem sie nun zusammenbrechen. Als brächte der Ehrgeiz im Moment der Niederlage Verzweiflung zum Ausdruck. Anders kann ich mir den Auftritt der Pusterer nach dem ersten Drittel nicht erklären. In jeder Aktion eine Provokation, versteckte Fouls, unnötige Checks, die ausgefahren werden, nachdem die Scheibe schon lange gespielt worden ist.
Körperlicher Einsatz gehört zum Eishockey - ohne Frage. Aber: Übertriebener körperlicher Einsatz gehört bestraft.

Die Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Joe Jensen war trauriger Höhepunkt. Nicht, dass Niklas Hjalmarsson besonders beschützt gehörte: Jeder Spieler gehört beschützt. Aktionen, die nur darauf hinzielen, den Gegner zu verletzten gehören aufs Härteste bestraft. So wie in diesem Fall. Die Scheibe bereits im Angriffsdrittel der Bozner, Jensen lässt das Bein gegen Hjalmarsson stehen - 30 Meter vom Spielgeschehen entfernt.

Gegen diesen HC Bozen zu verlieren ist keine Schande. Die Truppe von Brian McCutcheon ist das beste Gesamtpaket. Erfahrene Spieler und ein Trainer, der ein Spiel lesen kann. Der seiner Mannschaft klare Anweisungen geben kann, wie man die Gegner neutralisiert. Und so erfolgreich ist. Spieler, die diese Anweisungen punktgenau ausführen. Taktische Theorie und praktische Umsetzung greifen nahtlos ineinander. Dazu ökonomische Spielweise, um die Kräfte zu schonen und die kurze Spielerbank auszugleichen. Einfach perfektes Eishockey, bei dem die Mittel den Möglichkeiten angepasst werden.
Sein Gegenüber Paul Adey? Seine Anweisung war Härte. Übertriebene Härte. Ein Mittel, das gottseidank nicht gefruchtet hat. Mittel, die er schon am Ritten eingesetzt hat. Was damals schon den "Buam" eine Menge Sympathie gekostet hat.
Der HC Pustertal hat diese Mittel nicht nötig, wie die erste Saisonhälfte gezeigt hat. Vielleicht sieht das auch der Trainer ein. Hoffentlich zumindest.

Das Klima heute, am Tag danach: Vergiftet. Ausreden, Rechtfertigungen, Erklärungen. Von seiten vieler Fans.
Die Fanbrille verzerrt die Sichtweise.
Objektiv gesehen hatte der Pusterer Einsatz nix mehr mit Sport zu tun.
Und die Schiedsrichter? Waren milde. Haben in vielen Situationen Gnade vor Recht ergehen lassen.

Was bleibt von diesem Spiel?
Die Hoffnung, dass man im Pusterer Trainerstab zur Einsicht kommt, dass man sich mit einer solchen Spielweise nur selbst schadet. Sportlich sowieso. Aber auch von den Sympathiewerten. Die Zeiten sind vorbei, in denen man mit Ramboauftritten Fans ins Stadion locken konnte. Wie gesagt: Nix gegen gesunde Härte. Aber rohe Gewalt ist ein absolutes No Go.
Und der Grat dazwischen ist nicht einmal ein schmaler. Sondern wird über Sportlichkeit definiert.
Und Sportlichkeit lässt die Sympathiewerte wieder steigen. Sehr schnell.

Dienstag, 27. November 2012

Über Türme, die die Sicht verbauen

Wie definiert sich Professionalität?
In nachhaltiger Vorbereitung des Marktes auf ein Produkt, das dann positioniert wird und in der Folge in den Verkauf geht.
Damit die Verkaufszahlen konstant sind und das Betriebsergebnis nicht von einer Spitze in den Keller fällt. Anschließend scheibchenweise dafür sorgen, dass attraktive Ausbaustufen folgen. Damit der mühsam vorbereitete Markt weiterbedient werden kann.

Konkret?
Wenn Apple ein Smartphone auf den Markt bringt, dann muss sich das Unternehmen schon vor dem Launch Gedanken über mögliche Ausbaustufen machen - muss heute schon wissen, wie sich das Produkt morgen weiterentwickeln wird. Damit die Attraktivität erhalten bleibt. Die Folge: auf 5 folgt 5s.

Übersättigung bedeutet Einbruch

Was das mit Eishockey zu tun hat?
Naja: Wer an einem Continentalcup Wochenende in Südtirol gleichzeitig ein Südtiroler Derby ansetzt und an einem Derbywochenende am Ritten gleichzeitig das Duell Bozen gegen Mailand, der hat dieses Prinzip nicht wirklich verstanden.
Wer nach einem intensiven Continentalwochenende eine englische Woche angesetzt und plant, der hat das mit dem scheibchenweise überhaupt nicht kapiert.
Weniger, weil der Teilnehmer am Internationalen Wochenende einen körperlichen Nachteil hat.
Vielmehr ist der Markt gesättigt, die Zuschauer haben sich sattgesehen, sattgelesen, verdienen sich eine Pause. Weil es nicht nur Eishockey gibt. Sondern vielleicht auch einen Stammtisch. Oder eine Familie. Oder einen Freundeskreis. Oder eine Arbeit.
Das ist so, als würde Apple das Iphone gleichzeitig mit seinen Ausbaustufen  präsentieren.

Ich kenne das Argument: Wieso sollen wir auf Einnahmen verzichten, nur weil Bozen spielt?
Der Glaube an das Recht des eigenen Kirchturms verbaut die Übersicht. Es ist das kindisch-sture Behaupten des eigenen Reviers. Das Beharren auf das eigene Recht. Was irgendwie schade ist. Weil die Chancen auf einen gezielten und geplanten Aufbau des gemeinsamen Marktes, der durchaus Chancen hätte, verbaut werden. Mit einem überheblich-dümmlichen Grinsen im Gesicht. 

Verantwortung übernehmen bedeutet, Kompromisse einzugehen

Der schwarze Peter - oder in diesem Fall die heiße Kartoffel - wird abgeschoben. An eine übergeordnete Einrichtung. An Lega und Verband, die ja schließlich und endlich verantwortlich sind für den Spielplan.
Wo aber letzten Endes wieder jene sitzen, die für den eigenen Verein die Interessen vertreten. Und leider wiegen diese Eigeninteressen schwerer, als die Interessen der Branche.

Langfristige Verlierer: Alle gemeinsam - Die Vereine, weil in einem übersättigten Markt niemand mehr verkauft.
Die Zuschauer, weil sie sich an einem Spieltag zwischen Highlights entscheiden müssen, während am nächsten gleich zwei Höhepunkte stattfinden.
Und hier meine ich nicht die Anhänger der eigenen Mannschaft, für die sich die Frage nicht stellt. Ich meine die vielen neutralen Eishockeyliebhaber, die das ganze Land abfahren, um die besten und attraktivsten Spiele zu sehen. Von denen gibt es einige - und es könnten durchaus noch mehr sein!

Die Lösung?
Beim nächsten Zusammensitzen den Kirchturm daheim lassen, bereit sein, Kompromisse einzugehen, zuerst an die Marktvorbereitung und dann an das eigene Produkt denken.
Das Ergebnis: Ein Spielplan, der dem Eishockeyliebhaber aus Völs, Brixen oder Latsch die Chance gibt, an jedem Spieltag ein Highlight zu sehen. Und daraus resultierend ein Markt, der zu blühen beginnt und Stadien, in denen der Stadionsprecher nicht die Zuschauer namentlich begrüßen könnte.

Montag, 26. November 2012

Danke, für 100.000 Seitenzugriffe...





Naja, Erfolgsmeldungen in eigener Sache habe ich eigentlich nicht so gerne.

Weil es aussieht, als müsste man sich selbst loben, weil es sonst keiner tut.

Wie dem auch sei: Wollte an dieser Stelle DANKE für eure Treue sagen. 

Heute, am 26.11.2012 um 18:52 Uhr hat irgendjemand von euch da draußen den 100.000 Seitenclick gemacht. 

Und dafür DANKE.

Ach ja: und ich freue mich auf jedes feedback und eure Meinung....


Traube 

Continentalcup 2012 in Bozen: Schön wars

Ich kann nicht anders, als immer noch begeistert zu sein.
Begeistert von fast 15.000 Zuschauern (wer kann schon genau wissen, ob es 10 oder 18 tausend waren - und wen, außer die Neider, interessiert es wirklich?).
Begeistert von packenden und spannenden Eishockeyspielen.
Begeistert von eine überzeugenden Organisation.

Wer in einem Eishockeyfilm sich für diese Dramaturgie entscheiden würde, dessen Film wäre gewiss kein Erfolg. Weil zu pathetisch. Weil zu unrealistisch. Weil unwirklich. Dass sich die müden Helden mit letzter Kraft über die Ziellinie retten und den scheinbar übermächtigen Russen besiegen. Irgendwie würde man die Dramaturgie als Kopie von Rocky IV sehen. Und entsprechend bewerten.

Man kann zum HC Bozen stehen, wie man will. Man kann ihn mögen. Oder hassen. Oder ignorieren. Dass er sich für die Finalrunde qualifiziert hat, ist ein Erfolg. Nicht nur für den HCB. Sondern für das gesamte italienische Eishockey. Weil das Liga nicht so schlecht ist, wie sie intern gemacht wird. Weil das italienische Eishockey mehr ist, als Italokanadier, eingebürgerte Nationalspieler und organisatorisches Chaos. Sondern auch erfolgreich ist.
Das sollte, über alle Vereinsgrenzen hinweg honoriert werden.
Und nicht neidisch niedergemacht werden.

Immerhin spielte man in der Entscheidung gegen den VHL Meister Toros Neftekamsks (wobei Toros für Eisberg steht) - eine Mannschaft, die das Farmteam von UFA ist. Die in einer Liga gegen 26 Konkurrenten spielt. Die es gewohnt ist, drei Spiele pro Woche zu haben. Die mit vier ausgesprochen starken Linien angetreten ist. Und wo der durchschnittliche Verdienst pro Spieler bei 18.000 $ liegt.

Und das Turnier hat gezeigt, dass das so hoch gelobte Bundesdeutsche Eishockey doch nicht so ganz von einem anderen Stern, sondern durchaus in Reichweite ist. Landhut ist dreimal angetreten, und hat gerade einmal ein Tor geschossen. Ansonsten viel Rauch. Und wenig Greifbares. 

Es ist nicht so, dass ich seit gestern einen weiß roten Schal in meinem Zimmer haben muss, um ruhig schlafen zu können. Es ist auch nicht so, dass ich mir einen zulegen werde. Dass ich aufgrund dieses Turnieres meine Vergangenheit ein für allemal hinter mir lassen werde. 
Aber eines hat mich das Turnier gelehrt: Nämlich, dass der HCB, wenn es darauf ankommt, das höchste Niveau abrufen kann. 
Dass Dieter Knoll, bei allen Fehlern, die er in Vergangenheit gemacht hat und wahrscheinlich (hoffentlich) in Zukunft machen wird, eine Top Mannschaft zusammengestellt hat und ganz Südtirol ein Geschenk gemacht hat, indem er das Turnier nach Bozen geholt hat.
Dass der HCB beim Organisieren von Großveranstaltungen Top ist: von Kleinigkeiten angefangen bis hin zu den wirklich großen Dingen, die bei einem solchen Turnier anfallen. 
Und dass Südtirol immer noch ein guter Boden für Eishockey ist, wie die zahlreichen Zuschauer bewiesen haben.

Nun aber gilt es, nach diesem Fest wieder in den Alltag zu finden und im Alltag positiver eingestellt zu sein. 
Und noch eines könnten wir von diesem Continentalcup mitnehmen: Nämlich, dass, wenn Eishockey gemeinsam gemacht wird, es ausgesprochen konstruktiv sein könnte. Für die gesamte Bewegung. Über alle Vereinsgrenzen hinweg.
Ob wir das wollen? Das muss jeder für sich selbst entscheiden...   




Sonntag, 25. November 2012

Showdown im Eishockeyfest


 


Man sagt, ich sei nicht besonders begeisterungsfähig.
Man sagt, ich sei manchmal ein bisschen kritisch.
Mag sein.
Vom Continentalcup bin ich begeistert.
Bis jetzt zumindest.
Und das restlos.
Vor allem vom zweiten Tag, der sich die Bezeichnung Eishockeyfest verdient hat. Der HC Bozen hat einmal mehr bewiesen, dass er etwas vom Organisieren versteht. Und die Inszenierung im Griff hat. Polemiken im Vorfeld und im Nachhinein hin oder her.

Es werden zwischen 4.000 und 4.500 Zuschauern gewesen sein, die das Abendspiel zwischen Bozen und Landshut sehen wollten. Darunter 200 Schlachtenbummler aus Landshut, die zu Beginn des Spiels für mächtig Stimmung sorgten, dann aber dem Alkoholkonsum Tribut zollen mussten und immer leiser wurden.
In der Landshuter Kurve auch viele russische und dänische Fans. Das ist der Unterschied zwischen Fußball und Eishockey: Die unterschiedlichen Fans sind Freunde. Und nicht Rivalen. Eishockey ist ein Sport der mehr verbindet, als dass er trennt. Beim Eishockey geht es um die Sache. Um den Sport. Nicht um die Sprache. Nicht um die Nationalität. Nicht um die Hautfarbe. Und das ist eine Voraussetzung, wie ein Fest zum Fest werden kann.




Verdienter Bozner Sieg

Selten war die Eiswelle in den letzten Jahren so gut gefüllt wie beim Abendspiel. Und die Besucher haben ein gutes und spannendes Spiel gesehen. Bei dem die Hausherren wieder ein wenig Startschwierigkeiten hatten, aber dann immer besser ins Spiel fanden. Und bis zum Spielende verdient gewonnen haben.
Der 2:0 Sieg hätte höher ausfallen müssen. Denn Torchancen hatten sich die Bozner ausreichend herausgespielt. Trotzdem hatte auch Fortuna ihre Hand über die "Weiß-Roten" halten müssen. Denn ein Lattenschuss hätte auch seinen Weg ins Tor finden können.
Herausragend die Leistung der Bozner Hintermannschaft, die nie die Nerven verlor und 60 Minuten lang konzentriert spielte.
Eishockey ist zwar ein Mannschaftssport. Doch ein einziger Spieler hat Bozen aus dem zwischenzeitlichen Loch in der Saison geholt: Niklas Hjalmarsson. Eine Augenweide, ihm zuzusehen. Sowohl offensiv als auch defensiv.
Bei Landshut spielte sich vor allem ein Spieler in den Mittelpunkt: Torhüter Timo Pielmeier, der mit seinen Glanzreflexen die Stürmer immer wieder zur Verzweiflung brachte. Beim ersten Gegentor hatte er keine Chance, beim zweiten Treffer war er nicht im Kasten. Er ist verantwortlich dafür, dass die Partie nicht schon nach 40 Minuten entschieden war.
Der Landshuter Cheftrainer Jiri Ehrenberger meinte nach dem Spiel: "Wir sind gut in die Partie gestartet. Aber aus unerklärlichen Gründen haben wir im zweiten Drittel einen starken Leistungsabfall erlebt. So etwas ist mir in meiner Trainerkarriere noch nicht passiert. Vielleicht sollten wir dieses Spiel einfach vergessen. Wir haben nie die Normalform erreicht. Vielleicht wollten meine Spieler einfach zu viel." Sein Stürmer Thomas Brandl ergänzt: "Wir sind unheimlich niedergeschlagen und enttäuscht. Nur im ersten Drittel konnten wir das umsetzten, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben verdient verloren."
Dass Bozen seine beste Leistung in dieser Saison gebracht hat bestätigt Coach Brian McCutcheon. "Seit zwei Wochen erleben wir spielerisch einen Aufschwung. Das war aber sicher die beste Leistung bisher. Es hat eine Menge funktioniert. Vor allem vom Powerplay bin ich begeistert. Es ist uns gelungen die Scheibe laufen zu lassen und in gute Abschlusssituationen zu kommen. Der Tormann der Landshuter war einfach zu gut."
Sein Star Niklar Hjalmarsson: "Es macht Spaß, dieses Turnier zu spielen und neue Mannschaften kennen zu lernen. Wir haben heute gut gespielt, vor allem in der Defensive. Ich bin stolz auf unsere Leistung."


Showdown gegen Neftekamsk

Nach dem 3:1 Sieg von Toros Neftekamsk gegen Herning im Nachmittagsspiel kommt es am Sonntag abend um 19,30 Uhr zum Endspiel zwischen dem HCB und den Russen.
Hjalmarsson hofft auf die Unterstützung der Fans: "Die Russen sind eine starke Mannschaft und wie alle russischen Mannschaften haben die Spieler große individuelle Stärke. Jeder im Team wird fokussiert sein und das beste aus sich heraus holen. Und wenn das Stadion wieder so voll ist wie heute, und uns die Fans unterstützen, dann ist alles möglich."
Auf die Frage, ob seine Mannschaft müde sei und das das Endspiel beeinflussen könnte meint Übungsleiter McCutcheon: "Diese Frage stellt sich nicht: Wir haben heute gewonnen, und dieses Gefühl überflügelt die Müdigkeit. Wir wissen, dass wir weiterkommen können und sind motiviert. Und diese Motivation wird alle Müdigkeitserscheinungen verblasen."

Es ist angerichtet für den Showdown im Eishockeyfest.
Das Angebot steht: Um 19,30 geht es los.
Es liegt an den Fans, die Einladung anzunehmen.
Und den letzten Gang des Festessens zu genießen.

Samstag, 24. November 2012

Pustertal gegen Ritten zum Dritten

Das Spiel ist ein Klassiker. Weil sich weder Ritten noch Pustertal entscheiden können, wie sie einander sehen wollen: Als Konkurrenten, oder als Freunde? Sicher ist: Beide sind ein Kontrapunkt zum HC Bozen. Und leben diese Stellung heraus.

Das letzte Spiel in Klobenstein war vor allem eines: Ein Eishockeyfest. Wo das Miteinander im Mittelpunkt stand. Weil nach dem relativ klaren Sieg der Rittner Buam - die gleichzeitig erste Saisonsniederlage der Wölfe - im Grunde keine Wenn-und-Aber Diskussion entstehen konnte.
Ich bin überzeugt, dass das heute nach dem Schlusspfiff ein wenig anders sein wird. Weil heute abend schon von vornherein die Abwesenden als Ausrede herhalten müssen. Auf beiden Seiten. Weil verlieren tut niemand gern. Und schon gar nicht gegen eine Mannschaft, bei der man nicht weiß, ob Konkurrent oder Partner.

Es ist ein atypisches Duell, die Vorzeichen sind schwer zu lesen - und noch schwerer in den richtigen Zusammenhang zu bringen: 

Ritten kommt mit breiter Brust aus einem 10:0 Sieg. Der für das Selbstvertrauen wertvoll war. Der sportlich aber keine Aussagekraft hat. Weil der Gegner kein Gegner war. Auswärts ist Ritten alles andere als eine Macht. Vielleicht aber lässt genau dieses Wissen Ritten heute gefährlich werden: Weil man den Ruf des Punktelieferanten in der Fremde loswerden will, weil man weiß, dass das am Donnerstag nur ein Training mit Punktegewinn war, weil man gar nicht in Versuchung kommen wird, arrogant oder unkonzentriert aufzutreten. Eben weil drei Mann nicht an Bord sein werden. Zwei wichtige Ruderer und der Steuermann. Will man trotzdem Land erreichen, muss man zusammenstehen. Wenn man das nicht tut, wird man absaufen. Mit Mann und Maus.

Pustertal kommt von einer Niederlage. Die nicht bitter war, weil ja zwei wichtige Leistungsträger gefehlt haben. Weil man ja auch noch viel Pech hatte, weil man das Spiel laut Medienberichten dominiert, aber halt doch nicht gewonnen hat. Pustertal wird beweisen wollen, dass die Defensive nicht nur aus Aubin besteht. Armin Helfer und Co werden am Stolz gepackt, werden sich vielleicht mehr auf den Defensivpart konzentrieren. Um auch Philip Kosta ein bisschen Luft zu geben. Und Max Oberrauch und Konsorten werden beweisen wollen, dass nicht ein einziger Mann für Tore verantwortlich ist, sondern dass auch andere für den Ausländer in die Presche springen können. 

Soweit die Theorie, und wenn die greift, dann steht ein packender Eishockeyabend bevor. 
Wenn diese Theorie von den Spielern geteilt wird, dann werden nicht die Ausfälle die Diskussionen, Rechtfertigungen und Ausreden nach dem Spielende bestimmen. Sondern die sportlichen Eindrücke. 
Was dem Spiel, dem Sport, dem Duell auch für die Zukunft zu Gute kommen würde. 
Und zu vergönnen wäre.

An einem Eishockeywochenende, an dem dem Fan eines nicht erspart bleibt: Die Qual der Wahl. Denn Ritten und Pustertal, die sich nicht entscheiden können, ob sie Freunde oder Verbündete sein wollen, haben heute Abend einen unangenehmen Konkurrenten um die Gunst der Eishockeygenießer: Eine Mannschaft, von der sie beide gleicher Meinung sind und sagen, dass sie ihr Erzkonkurrent ist. Seit immer schon...
 

Continentalcup in Bozen: Tag 1

Tag 1 ist Geschichte. Zwei Spiele sind gespielt. Und die Ausgangslage geschaffen. 
Toros Neftekamsk schlägt die Landshut Cannibals, Bozen behält gegen Herning Blue Foxes die Oberhand.
Resümee des ersten Tages: beide Spiele belegen, dass international sehr viel schneller gespielt wird, als in der italienischen Liga.
Was vor allem Bozen schmerzhaft erfahren muss: Bereits nach 40 Sekunden liegt der italienische Meister in Rückstand. Fängt sich dann aber, glaubt an sich und gewinnt letzten Endes verdient gegen den dänischen Landesmeister. 

Das Spiel der deutschen Vertreter und der Russen war ausgesprochen intensiv, beide Mannschaften machten vor allem hinten dicht, spielten physisch starkes Eishockey. Die VHL Sieger erspielten sich leichte Feldvorteile. Die ca. 800 Zuschauer bekamen deswegen wenige Abschlussmöglichkeiten zu sehen. Dass Toros das Spiel 21 Sekunden vor dem Spielende mit 2:1 für sich entschied war vielleicht ein bisschen glücklich - alles in allem aber nicht unverdient.

Im zweiten Spiel präsentierten sich die Hausherren übernervös, was sich sowohl in einer Strafzeit als auch dem daraus resutierenden Gegentor in der ersten Spielminute niederschlug. Doch Bozen fing sich, wurde mit Fortdauer des Spiels stärker, erzielte im zweiten Drittel den verdienten Ausgleich durch Flynn und lauerte weiter auf seine Chancen. Im letzten Abschnitt dann ein Doppelschlag, mit dem die Hausherren durch Sharp und Flynn mit 3:1 in Führung gingen. Herning versuchte noch einmal zurück zu kommen, mehr als der Annschlusstreffer acht Minuten vor dem Spielende war aber nicht mehr drinnen. Auch in diesem Spiel hat die Mannschaft gewonnen, die es sich verdient hat.


Heute nun das Spiel Bozen gegen Landshut, für die Deutschen das Spiel der letzten Chance. Es wird sich zeigen, wieviel Kraft das Auftaktspiel den Hausherren gekostet hat. Für mich sind die Hausherren in diesem Spiel nur Außenseiter, weil Landshut noch einmal intensiver Druck machen wird, als dies Herning im Stande war.



An diesem ersten Tag war die Bozner Eiswelle besser als erwartet besucht: ca. 700 Zuschauer am Nachmittag, das Abendspiel wollten grob geschätzt 3.500 Menschen sehen. Und das ist nicht schlecht. Vor allem die Landshuter Fans bringen Stimmung in die Bude, auch die Wikinger feuern ihr Team im Rahmen ihrer Möglichkeiten an.

Aber was bitte sind diese Gestalten in der Bozner Kurve, die einmal von sich behaupten, nicht mehr Eishockey verfolgen zu wollen und dann bei solchen Anlässen aufkreuzen, um sich mit "Los von Knoll" Transparenten in den Mittelpunkt stellen zu wollen? Zeugt nicht gerade davon, dass das eingehalten wird, was man von sich selbst nach außen gibt. 

Außerdem: dreckige Wäsche sollte im Badezimmer gewaschen werden. Und nicht öffentlich. Bei einem internationalen Turnier. Vor allem, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass einer aus dieser kleinen Gruppe ein Konzept bei der Hand hat, wie es dann weitergehen sollte. 
Weshalb dieser peinliche Auftritt nicht mehr als einen Seitenblick wert sein sollte...