Dienstag, 7. August 2012
Lieber Alex
Du warst ein Held, so lange Du den Normen entsprochen hast. Nun bist Du der Buhmann, weil Du dich hast erwischen lassen. Alles, was Du bisher erreicht hast, wird in Frage gestellt. Und wetten, dass es nun unendlich viele gibt, die behaupten, dass sie es immer schon wussten?
Zugegeben: ich bin auch ein bisschen enttäuscht. Weil Du Südtirol die Chance genommen hast, stolz zu sein. Auch denen, die mit Sport nix am Hut haben. Die jetzt umso mehr die moralische Keule schwingen. Obwohl sie ansonsten wohl auch nicht so viel mit der Moral am Hut haben. Und das ist nicht gerecht.
Angenommen, Du wärst nicht erwischt worden, und hättest gewonnen. Die, die jetzt sagen, dass sie es immer schon gewusst haben, wären dann deine besten Freunde. Wären bei deinem Empfang in Kalk da und würden sich mit dir auf der Bühne fotografieren lassen. Würden sagen, dass sie es immer schon gewusst haben, dass Du der beste bist. Und dass alle Spekulationen über Doping, die dich ja schon länger begleiten, aus Neid entstanden sind. Lieber Alex, mach dir nix draus: so sind die Menschen!
Und noch etwas: Ein gutes hat die Angelegenheit, nämlich, dass Du endlich herausfinden wirst, wer wirklich zu dir steht. Wer dir auch jetzt noch in die Augen sehen kann, ohne wegschauen zu müssen. Ich denke, dass diese Erkenntnis langfristig viel mehr wert ist, als der vergängliche Ruhm aus einem Rennen.
Denn im Grunde bist Du ja auch nur ein Mensch, der Menschlichkeit verdient hat. Und was wir nicht vergessen dürfen: bei aller Wichtigkeit, die unterstellt wird, es geht nur um Sport und nicht um den Weltuntergang... auch, wenn es dir heute wahrscheinlich so vorkommen wird.
Lieber Alex, ich wünsche dir, die richtigen Rückschlüsse aus dieser Geschichte. Und dass das Loch, in das Du zwangsläufig fallen wirst, nur so tief ist, dass Du von selbst wieder heraus kommst. Das wünsche ich dir.
Von ganzem Herzen
Traube
Mittwoch, 1. August 2012
Der neue Weg des HCB oder ein Silberstreif am Horizont
Die Gründe für diese Entscheidung sind naheliegend: auf der einen Seite die Wirtschaftskrise, die sich bei der Geldbeschaffung bemerkbar macht, und dann der Umstand, dass man im Vorjahr mit fünf Ausländern die Play Offs bestritten hat, mit dem bekannten Ergebnis: zwölf Siege in ebensovielen Spielen.
Freilich: Bozen hat leicht reden, denn Bozen hat einheimische Spieler unter Vertrag, die so gut wie manche Ausländer sind: Egger, Borgatello, Walcher, Zisser, Bernard und Insam. Diese Spieler sind das zweifellos beste, das es auf dem italienischen Markt gibt - Talentiert und erfahren. Das haben sie bewiesen. Unter anderem auch in den Play Offs der letzten Saison.
Was an ausländischen Spielern kommen wird, das wird es aber in sich haben. Besser vier sehr gute Spieler aufbieten, als sechs mittelmäßige. Das sollte reichen. Denn es sind ja nicht nur die Spielergehälter, die bezahlt werden müssen. Dazu kommen noch die Ausgaben für Wohnungen, Autos und Flüge. Und im schlimmsten Fall die Sonderwünsche der Divas.
Und, so hört man, auch in Sachen Publikumsfreundlichkeit, soll sich in der Landeshauptstadt einiges tun: Verbilligung der Abos auf 90.- Euro für die Vorrunde - ergibt einen Eintrittspreis von 5.- Euro pro Spiel. Ein Angebot, das mehr als fair ist. Und es doch erreichen sollte, mehr Leute für Eishockey zu begeistern. Je größer das Publikumsinteresse, desto größer die Sogwirkung für die Bewegung. Und desto größer die Möglichkeit, in Zukunft Gelder zu aquirieren. Irgendwie ist es ein Rad, das man dazu bringen muss, dass es sich dreht. Und in Bozen hat man zumindest schon einmal die Rampe angedacht, die das Rad ins Rollen bringen könnte.
Sollte Bozen diesen Weg tatsächlich bestreiten und es schaffen, trotz freiwilliger Ausländerreduktion eine konkurrenzfähige Mannschaft ins Rennen schicken, dann könnte das eine Initialzündung für die Zukunft sein. Und das italienische Eishockey von innen heraus revolutionieren. Das wäre der Schritt in die Zukunft. Denn die Ausländerlösung gewisser Vereine kann nicht anders, als in eine Sackgasse münden.Donnerstag, 26. Juli 2012
Traube's Sommergespräch 2012: Heute mit Stefan Mair
Sommer in Bozen: 35° C im Schatten. Der Sommer von seiner schönsten Seite. Vor allem, wenn man die Gelegenheit bekommt, sich auf dem Waltherplatz zu einem Gespräch zu treffen, bei dem es um die schönste Sache der Welt geht: um Eishockey. Im Sommergespräch habe ich Stefan Mair zu verschiedenen Themen rund um dieses Thema befragen dürfen. Und dabei habe ich viel Wissenswertes erfahren.
Traube: Eishockey als Lebenseinstellung?
Stefan Mair: Ja, Eishockey ist mein Leben. Es ist meine Passion und treibt mich immer weiter. Bringt mich dazu, dass ich mich stets frage, was könnte ich besser machen. Diese Einstellung bringt mich dazu zu schauen, was andere machen, und ob das auch bei mir funktionieren könnte. Diese Passion bringt mich dazu, dass ich mich stets weiterentwickeln will.
Traube: Bist Du fanatisch?
Stefan Mair: Wenn das Wort einen positiv gemeint ist, dann Ja! Aber ich habe in den letzten Jahren viel dazu gelernt. lacht. Ich habe meine Emotionen besser im Griff.
Traube: Wobei Emotionen ja unser Geschäft sind.
Stefan Mair: Bis zu einem gewissen Punkt schon. Emotionen sind das Ventil unserer täglichen Arbeit. grinst. Wenn ich nur so starr dastehen würde, dann wäre das ja auch langweilig. Wer seinen Job ernst nimmt, der bringt dort auch seine Emotionen ein.
Traube: Du hast in den letzten Jahren als Trainer viel erreicht. Wirst Du hierzulande trotzdem unterschätzt?
Stefan Mair: Ich denke nicht, dass ich unterschätzt werde. Aber ich denke, dass man als einheimischer Trainer zu wenig respektiert wird. Mir wurden in Italien Fragen gestellt, die man einem ausländischen Trainer nie gestellt hätte. Das kommt einem dann ein bisschen komisch vor. Als Trainer sollte ich am Erfolg gemessen werden. Und nicht daran, woher ich komme.
Ich denke, das das generell ein Problem der einheimischen Trainer ist. Dazu kommt aber auch, dass man sich bewusst sein muss, dass man nie ausgelernt hat.
Fortbildung ist für einen Trainer das A und O. Ich habe es mir zum Ziel gemacht, mindestens einmal im Jahr ein Trainersymposium zu besuchen.
Dabei geht es noch nicht einmal darum, dass man taktisch so viel Neues sieht. Aber man trifft sich mit Trainern aus aller Welt, baut sich Kontakte und ein Netzwerk auf. Von diesem Netz zehrt man dann im Alltag.
Ich kann durch diese Erfahrungen nun hochdekorierte Trainer anrufen, mich nach Spielern informieren oder um Rat fragen. Das ist wirklich wichtig und wertvoll.
Traube: Was macht einen guten Trainer aus?
Stefan Mair: Ein Trainer muss kein Freund der Spieler sein. Ich muss mit keinem meiner Spieler gemeinsam in den Urlaub fahren. Ein Trainer muss in erster Linie erfolgreich sein. Und wissen, was er von seiner Mannschaft verlangen kann und muss.
Traube: Für die Mannschaft das richtige Spielsystem auswählen?
Stefan Mair: Das Spielsystem ist fundamental wichtig. Es dauert erfahrungsgemäß zwei Monate, dass man die Handschrift eines Trainers erkennt. Der Unterschied zwischen einer Mannschaft mit und ohne Spielsystem: ein System hilft dir vor allem bei Niederlagenserien weiter. Weil Du einen roten Faden hast, an dem Du dich halten kannst und jeder weiß genau, was verlangt wird. Über diese Struktur wird Sicherheit gegeben. Aufgrund der Statistiken kann belegt werden, welche Fehler gemacht worden sind und was man besser machen muss.
Wer keine Struktur hat, der verlässt sich auf Improvisation. Und da kann es bei Misserfolgen schwierig werden.
Traube: Dann ist ein Trainerwechsel während einer Spielzeit nicht sinnvoll?
Stefan Mair: Trainerwechsel sind nur dann ein probates Mittel, wenn ein Coach seine Mannschaft nicht mehr erreicht. Das ist aber nur ganz selten der Fall. Meistens kommt der Misserfolg daher, weil Mannschaften falsch zusammengestellt werden.
Ich halte überhaupt nichts davon, Spieler aufgrund von Statistiken zu holen. Das muss einfach schief gehen.
Wenn ich Mannschaften zusammenstellen kann, dann überlege ich mir bereits im Vorfeld, welche Stärken und Vorzüge ein Spieler haben muss.
Die Rechnung, dass, wenn ich einen linken Flügel mit 30 , einen Center mit 40 und einen rechten Flügel mit 50 Toren in der Vorsaison verpflichte, diese Linie 120 Tore schießt, die kann einfach nicht aufgehen.
Traube: Wie funktioniert es dann?
Stefan Mair: Über das angesprochene Netzwerk. Und die genau Idee, wie das System aussehen und die Mannschaft funktionieren kann.
Traube: Auffällig bei den Spielern, die Du geholt hast war, dass Du selten Künstler, aber stets gute Arbeiter gefunden hast.
Stefan Mair: Naja, wichtig ist, dass das Kollektiv stimmt. Hauptkriterium bei Spielern, die ich hole ist, dass sie gute Eisläufer sind. Nur dann können sie die zugedachten Aufgaben erfüllen.
Traube: Zurück zu deiner Karriere in Italien, wo Du viel erreicht hast. Vor allem in Bruneck hast Du den Verein ja ganz nach oben gebracht. Im Nachhinein ein bitterer Abschied?
Stefan Mair: Die Art und Weise, wie der Abschied zu Stande gekommen ist, war schon ein bisschen enttäuschend für mich. Im nachhinein hat sich aber gezeigt, dass der Zeitpunkt der richtige war. In Cortina habe ich komplett andere Vorzeichen wie im Pustertal gefunden: wenig Budget, ein total anderes Umfeld, und damit die Chance, neues zu probieren. Diese Gelegenheit hatte ich in Bruneck ja nicht mehr. Weil das Stadion immer voll und die Erwartungshaltung enorm hoch war.
So hatte ich in Cortina die Gelegenheit, mich persönlich enorm weiter zu entwickeln.
Traube: Und nun suchst Du ein neues Abenteuer im Ausland...
Stefan Mair: Nach drei Jahren hat es endlich geklappt. Die letzten Jahre hatte ich auch schon immer Gespräche mit Vereinen aus dem Ausland geführt, doch aus verschiedenen Gründen war es zu keinem Vertrag gekommen.
Wir brauchen uns nix vorzumachen: wenn in Italien ein Jahr keine guten Ergebnisse liefere, aus welchen Gründen auch immer, dann interessiert sich niemand mehr für mich. Ich habe fünf Jahre in Italien gearbeitet, und mit meinen Mannschaften bin ich immer ins Halbfinale gekommen, auch mit Mannschaften, die nicht so hoch eingeschätzt worden sind.
Deshalb bin ich dankbar, dass sich nun diese Gelegenheit ergeben hat.
Traube: Was sind die größten Unterschiede?
Stefan Mair: Naja, in Deutschland ist alles viel professioneller. Es gibt Strukturen, die funktionieren. Ich brauche mich nicht mehr um die Waschmaschinen oder die nicht funktionierenden Fernsehgeräte der Ausländer zu kümmern.
Und auch bei der Mannschaftszusammenstellung habe ich Leute, die mir helfen und wichtige Vorarbeiten leisten, die bislang immer ich selbst erledigen musste.
Vom sportlichen her ist der größte Unterschied, dass man in der Bundesliga die tieferen Kader zur Verfügung hat. Man spielt mit vier Linien, dadurch wird das Spiel schneller und intensiver. Darauf freue ich mich, weil dadurch die aggessivere Taktik möglich wird.
Diese Kadertiefe ist der größte Unterschied. Ich denke, dass die Serie A1 vom Niveau der Spieler her nicht weit weg von der Bundesliga ist.
Traube: Kennst Du die Liga?
Stefan Mair: Ich hatte schon in den letzten Jahren Kontakt zu deutschen Vereinen, Trainern und Managern. Die Serie A1 und die BL fischen im selben Teich, wenn es um die Transfercardspieler geht. Deshalb fühle ich mich gut vorbereitet.
Im März bin ich dann auch nach Deutschland gefahren, um mir einige Spiele der Liga anzusehen und ein Gefühl für das Niveau zu bekommen.
Wo ich mich noch einarbeiten muss ist natürlich, die deutschen Spieler kennen zu lernen. Während ich die italienischen Spieler hier alle kenne, muss ich mir dieses Wissen in Deutschland noch aneignen.
Wobei das interessante bei der Deutschen Liga ist, dass man sieben Unter 23 Spieler einsetzen muss. Das macht die Angelegenheit sehr spannend und reizvoll.
Traube: Wie schätzt Du das Niveau der italienischen Liga generell ein?
Stefan Mair: Ich bin der Überzeugung, dass das italienische Eishockey nicht so schlecht wie sein Ruf ist. Man muss nur schauen, wie viele hochkarätige Spieler jedes Jahr kommen, um die Serie A als Sprungbrett zu nutzen.
Die Kehrseite dieser Medaille: ich bin überzeugt, dass alle Serie A1 Vereine finanziell weit über ihrem Niveau leben. Das kann nicht lange gut gehen.
Traube: Was wurde in Italien verschlafen?
Stefan Mair: Im Internationalen Vergleich hinkt Italien vor allem in der Jugendarbeit hinter her. Das liegt daran, dass zu wenig konsequent in die Jugendarbeit investiert wird. Vor allem hier verliert man den internationalen Anschluss. Es müsste endlich in eine gezielte Jugendförderung investiert werden.
Traube: Und was ist gut gemacht worden?
Stefan Mair: Das Umdenken in der Serie A2. Es war sicher der richtige Schritt, dort das Ausländerkontingent auf zwei Spieler zu limitieren. Die Serie A2 muss vor allem eines sein: die Ausblidungsliga für die erste Liga.
Und außerdem freut mich, dass immer mehr junge Spieler den Schritt ins Ausland wagen, um sich hier weiter zu bilden. Das ist der einzige Weg für junge Leute, die mit Eishockey groß werden wollen.
Traube: Dein Wunsch fürs italienische Eishockey?
Stefan Mair: Ich denke, dass es notwendig wird, dass sich von oben herab etwas ändert. Der Verband ist zu weit von der reellen Situation der Vereine weg. Von ihm müssen die Impulse für die Entwicklung des Sportes kommen. Es fehlt in der Planungssicherheit. Die Voraussetzung hierfür muss aber vom Verband kommen.
Konkret bin ich der Meinung, dass es auf Verbandsebene einen Sportdirektor braucht, der ein Programm ausarbeitet, so wie das International schon lang normal ist.
Funktionäre sind wichtig, aber für das Tagesgeschäft braucht es Profis, die im Geschäft verwurzelt sind.
Ich denke auch, dass eine Sportakademie notwendig ist. Die sportliche Ausbildung der Leute muss zentral gesteuert werden. Und in Einklang mit der Schule gebracht werden. Sport und Schule unter einen Hut zu bringen wird immer schwerer. Aber es ist auch eine Illusion, dass jeder, der sich für den Sport entscheidet, davon wird leben können.
Traube: Übersiedelst Du alleine nach Schwenningen?
Stefan Mair: Ja
Traube: Welches sportliche Ziel hast Du für diese Saison?
Stefan Mair: Das sportliche Ziel ist vom Verein klar definiert worden. Wir wollen mindestens ins Halbfinale.
Traube: Und dein persönliches Karriereziel?
Stefan Mair: Mein Traum wäre es, einmal in einem Trainerstab zu arbeiten, wo jeder Trainer eine spezielle Aufgabe zu erfüllen hat und wo man Teilbereiche des Spiels perfektionieren kann.
Traube: Danke Stefan für das Gespräch...
So endet das erste Sommergespräch mit einem Charakterkopf des italienischen Eishockeys, der weiß, was er will. Mit einem der Menschen, der in jeder Faser denkt und lebt, was er tut. Aus Überzeugung. Das ist der Grundstein für Erfolge. Und der Stoff, aus dem Legenden sind.
Traube's Hockeyblog wird dich aber nicht aus den Augen verlieren. Traube On Tour wird dich besuchen kommen und schauen, wie es dir im ersten Auslandsjahr geht.
Alles Gute!
Donnerstag, 19. Juli 2012
Interessante Fakts zum Eishockey
Klar, für die Eishockeyinfizierten ist es klar: Eishockey ist das Wichtigste im Leben und man kann es sich nicht vorstellen, wie ein Leben ohne Eishockey überhaupt lebenswert sein soll. Naja, ganz so drastisch ist es nicht, aber fast...
Trotzdem, bevor die neue Saison so richtig losgeht, einige interessante Fakten zum einem Sport, der zwischen 1874 und 1875 in Kanada entstanden ist. Es waren nicht die Ureinwohner, die das moderne Eishockey erfunden haben, sondern, ähnlich wie beim Fußball, die Briten: Schottische Soldaten spielten Shinity auf Schnee und Eis, woraus sich das moderne Eishockey entwickelte.Der Begriff "Hockey" bedeutet krummer Stock und kommt.... genau... aus dem Französischen.
Verbreitet hat sich der Sport vor allem dort, wo es auch vor Erfindung er Kältemaschine Eis gegeben hat. Vor allem in Kanada, Russland, USA, Tschechien, der Slowakei, Skandinavien sowie in Süddeutschland erfreute sich der Sport schon früh großer Beliebtheit.
Noch einmal höher ist die Beliebtheit in der Schweiz und in Lettland, wo Eishockey absoluter Nationalsport ist (wie auch in Kanada) - und in diesen beiden europäischen Staaten übertrifft der Puck sogar das runde Leder.
Wussten Sie, dass...
...die italienische Serie A bereits 1924 gegründet worden ist und damit zu den ältesten Eishockeyspielklassen Europas gehört?
...dass Eishockey in Frankreich zu den Randsportarten gehört, dort aber bei wichtigen Entscheidungsspielen wie beim Finale um die Coupe de France in Paris bis zu 12.000 Zuschauer ins Stadion kommen?
...dass in Puerto Rico Profieishockey gespielt wurde? Am 23.09.2006 fand hier die Saisonseröffnung der NHL statt - Die Florida Panther trafen im Josè Miguel Agrelot Coliseum in San Juan auf die New York Rangers.
... dass 1974 die Buffalo Sabres mit Taro Tsujimoto den ersten Japaner in die NHL drafteten? Was an sich keine Zeile wert ist. Aber: es gab weder den Spieler, noch die Mannschaft, wo er bisher gespielt hatte. Was sich aber erst Wochen nach dem Draft herausstellte...
...das körperlose Spiel beim Fraueneishockey 1990 eingeführt worden ist? Grund: bei der WM 90 war es zu schweren Verletzungen aufgrund des Aufeinandertreffens verschieden robust gebauter Frauen gekommen.
... dass es eine unglaubliche Variante des Eishockeys gibt: Unterwassereishockey: Gespielt wird diese Eishockey-Variante mit je 2 Apnoetauchern pro Mannschaften unter einem acht mal sechs Meter großen Spielfeld an der Unterseite des Eises. Der Puck ist aus Schaumstoff und auf Grund der hohen Kraftanstrengung beträgt die Spielzeit lediglich drei mal zehn Minuten, während denen die Spieler in Abständen von etwa 30 Sekunden auftauchen müssen um Luft zu holen. Es gab 2007 am österreichischen Weissensee den ersten und einzigen internationalen Wettkampf dieses skurrilen Sports, bei dem sich die Frage stellt, wie Schiedsrichter und Zuschauer das Spiel verfolgen sollen....
Donnerstag, 12. Juli 2012
Herbert Live in Bruneck...
Es muss ja nicht immer nur um Sport gehen...
So als kleines Katerfrühstück nach einem genialen Abend am Rathausplatz in Bruneck.
Auch, wenn Grönemeyer sicherlich nicht jedermann Sache ist: Was er gestern abgeliefert hat war ganz große Klasse. Vor allem, wie er es schaffte, das Publikum mitzureißen und aufzutauen....
Wäre ich einfach nur Feige
Ging ich vielen aus dem Weg
Bliebe ich außen auf der Seite
Und es würde viel leichter gelebt
Stünde zu meinen Höhenängsten
Auch andere räumte ich ein
Würde mir viel mehr vergeben können
Fehler an Fehler reihen
Denn jeder Traum zahlt seinen Zoll
Jeder Wunsch fällt mal flach
Jeder Kampf hat ein Ende
Jeder Stein lässt sich wenden
Und auch der Stärkste versagt
Jede Schwäche wäre ein Orden
Und ich taugte als Traumprinz nicht mehr
Ich müsste nicht hysterisch gut aussehen
Und raste keinem Trend hinterher
Hätte das Recht, mich auszuklinken
Jeder wüsste, er ist wieder im Wahn
wäre nicht mehr zu fassen
Würd mich gelassen im Abseits verfahren
Denn jeder Traum zahlt seinen Zoll
Jeder Wunsch fällt mal flach
Jeder Kampf hat ein Ende
Jeder Stein lässt sich wenden
Und auch der Stärkste versagt
Jede Panik verfliegt
Jeder Alarm lässt auch nach
Legte den Kopf zu Seite
Müsste weniger streiten
Denn der Schwächere gibt nach
Würde nicht mehr Tarzan markieren
Verzichtete aufs Muskelspiel
Würde sowas von unsichtbar sein
Würde sowas von verzichtbar sein,
Mit mir im Reinen,
Kein Plan, kein Ziel
Denn jeder Traum zahlt seinen Zoll
Jeder Wunsch fällt mal flach
Jeder Kampf hat ein Ende
Jeder Stein lässt sich wenden
Und auch der Stärkste versagt
Jede Panik verfliegt
Jeder Alarm lässt auch nach
Legte den Kopf zu Seite
Für glorreiche Zeiten
Und alles machte mehr Spaß
Legte den Kopf zu Seite
Hätte glorreiche Zeiten
Und alles machte mehr Spaß
Donnerstag, 5. Juli 2012
Die große Show im Circus Maximus oder das Prinzip von Panem et Circenses
Chronisten
berichten von Wagenrennen im Alten Rom, wo die Roten gegen die Grünen
wetteiferten, hohe Wetteinsätze gespielt wurden, horrende Siegesprämien
ausbezahlt wurden. Diese Rennen im Circus Maximus unterhielten den Pöbel und
hielten ihn ruhig. Waren aber gleichzeitig auch die Bühne, um Politik zu betreiben,
um Netzwerke zu spinnen, um Macht aufzubauen und zu festigen. Die
Sportveranstaltungen kosteten den Sponsoren eine Menge Geld. Doch nicht die Liebe
zum Sport (die hätte man damals schon billiger haben können), sondern
persönlicher Ehrgeiz waren Ausgangspunkt und Motivation.
Was
soll dieser Exkurs in längst vergangene Zeiten? Beim Schreiben des letzten
Blogeintrages ist mir ein Zweifel gekommen: was treibt Vereinsverantwortliche
dazu, einen Eishockey Serie A Verein in Italien zu betreiben? Was bringt
Vereinsverantwortliche in Aller Welt dazu, Profisport zu finanzieren? Wollen
sie wirklich den Fans eine gute Show bieten? Warum werden dann die Fans nicht
ernst genommen? Warum wird dann nicht in die Zuschauer investiert und zumindest
so getan als versuche man, die Stadien zu füllen?
Klar:
es wird immer behauptet, Sport habe einen sozialen Charakter, verbessere die
Welt, bringe die Jugend von der Straße. Diese Argumentation mag gelten – für den
Breitensport. Aber sicher nicht für den Profisport, der im Grunde auch keine
Wertschöpfung in die Region bringt, sondern, im Gegenteil, große ökonomische
Mittel vom Clubstandort aus verteilt. Meist auf Niemehrwiedersehn. Oder gereicht
es einer Region wirklich zum Vorteil, wenn ein Großteil der Investitionen nach
Übersee geht? Wenn ein Gutteil der Gelder auch noch am öffentlichen Interesse (den
Steuern) vorbeigeschleust werden, obwohl immer mehr Mittel aus eben der
öffentlichen Hand herausgebettelt werden?
Kann
es sein, dass das Eishockey für die, die meinen, es sich leisten zu können,
Spielzeuge sind, die Zeitvertreib, gesteigertes Selbstwertgefühl und Macht
vermitteln? Kann es sein, dass sie sich, ähnlich wie die Patrizier des Alten Rom,
vom Pöbel zujubeln lassen wollen und daraus eine Zustimmung für ihre
politischen Ambitionen ableiten? Kann es sein, dass die Scheinwelt Serie A1 aus
einer Scheinwelt in den Köpfen der Bosse entsteht?
Mag
alles sein. Es zu hinterfragen könnte aber gefährlich werden. Auch im Circus
Maximus wurde nicht nachgefragt – sondern genossen und debattiert. So sollten
wir Zuschauer es heute auch halten. Und darauf hoffen, dass zu den Spielen auch
noch Brot kommt. Und- man will ja nicht unverschämt sein- aber ein bisschen Fisch
wäre auch nicht schlecht. Und wir sollten den Gönnern zujubeln und danken, für
die Spiele – und sie im Glauben belassen, dass sie etwas für die Allgemeinheit
wertvolles tun. Damit ihr Gewissen beruhigt ist, wenn sie nach öffentlichen
Mittel schreien, um ihrer persönlichen Scheinwelt nachjagen zu können. Und wie
beleidigte Kinder in der Ecke schmollen, wenn sie keinen Lutscher bekommen und
damit drohen, das Spielzeug nicht mehr teilen zu wollen.
Mittwoch, 4. Juli 2012
Von schönen Künsten, Spekulationen und Liebhabern
Die Zeichen stehen auf Sturm. Alles deutet bereits darauf
hin. Vieles, was die letzten Tage diskutiert und geschrieben worden ist ist taktisches
Geplänkel. Doch eines ist sicher: das goldene Zeitalter ist vorbei. Da ist es
fast schon ein Hohn, wenn der eine oder andere sich an den Stars des Sports
vergreift. Fakt ist: Eishockey in Italien wird immer schwerer finanzierbar.
Schuld daran ist nicht Monti, Schuld daran ist eine Vergangenheit, in der sich
die Vereine übernommen haben, dem sportlichen Erfolg jede finanzielle
Berechnung untergeordnet haben.
Und sich die Endabrechnungen so zurecht gelogen
haben, dass dem finanziellen Kollaps der Rote Teppich förmlich ausgelegt worden
ist. Weil die Vereine so unvernünftig waren, sich nach nicht nach der Decke zu
strecken: 266.637 Zuschauer wollten 2011-12 die insgesamt 259 Spiele der zehn
teilnehmenden Serie A Mannschaften sehen. Da sind die Play Off Spiele schon
eingerechnet. Dass es eher weniger als mehr Zuschauer gewesen sind, das weiß
jeder, der schon einmal dabei war, wenn Zuschauerstatistiken erstellt worden
sind.
Ganz vorsichtig gerechnet müsste jeder Zuschauer bereit
sein, 38.- Euro pro Spiel zu bezahlen (als Eintrittspreis!), damit sich der
ganz Aufmarsch halbwegs rechnen würde. Dabei führt schon die Diskussion, ob
10.- Euro für ein Vorrundenspiel als Eintrittspreis gerechtfertigt sind in eine
nicht mehr enden wollende Diskussion.
An der Sponsorfront wird gut gearbeitet,
kein Zweifel. Nur stellt sich die Frage, ob die Sponsoren in dieser
wirtschaftlichen Lage auch weiterhin bereit sein werden, 28.- Euro pro
Zuschauer pro Spiel zu bezahlen. Einen solchen Kontaktpreis zu bezahlen hält
keiner Wirtschaftlichkeitsberechnung stand.
Das ist ein Beweis dafür, dass das italienische Eishockey
von Liebhabern finanziert wird. Und, will man ganz sachlich sein, auch
entsprechend geführt wird. Stellt sich nur die Frage, wie lange noch. Denn die schönen
Künste haben es in Krisenzeiten schwer. Sehr schwer.
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