Freitag, 15. Februar 2013

Wolf frisst Fuchs: Stimmen zum Spiel

Quelle:
Rai Sender Bozen, Mittagsmagazin vom 15. Februar 2013
O-Töne: Christian Mair, Herbert Frisch, Anton Bernard, Stefan Zisser
Bericht: Peter Treibenreif



Traube's Special_ The Uncut Interviews:

Mittwoch, 13. Februar 2013

Ein Spiel, zwei Mannschaften, ein Ziel

Es dürfte in der Zwischenzeit bekannt sein, dass ich kein Freund von aufgeblähten Spielmodi und mit Gewalt herbeigeredeten Höhepunkten bin. Es dürfte bekannt sein, dass ich kein Freund von herbeigeschriebenen Emotionen bin. Aber es dürfte definitiv bekannt sein, dass ich ein Freund von geilen Eishockeyspielen bin. Das Spiel Pustertal gegen Bozen dürfte so eines sein. Definitiv!

Die Ausgangslage ist klar: Der HCB muss endlich wieder einmal gewinnen, um Selbstvertrauen für die kommende Woche beginnenden Playoffs zu sammeln. Und der HCP muss gewinnen, um zu bestätigen, dass das Spiel gegen Valpellice keine Eintagsfliege war. Wenn man so will: Das Duell zwischen den Wölfen und den Füchsen ist ein Spiel, das zukunftsweisend sein wird. Oder bei dem Ritten der Gewinner sein kann, obwohl die Mannschaft vom Hochplateau spielfrei ist.

Die Akte Delmore wartet auf einen Dreier

Über den Wechsel von Andy Delmore nach Bozen ist viel geschrieben und noch mehr diskutiert worden. Fakt ist: Seit der ehemalige Superstar in Bozen ist, warten die Weiß-Roten auf einen Sieg. Einige sprechen schon von einer Krise zur falschen Zeit. Soweit würde ich nicht gehen: Denn Bozen hat nicht gegen Anfänger verloren. Sondern gegen Mannschaften, die zurecht in der Masterround spielen. Und Bozen zollt immer noch dem Kräfteraubenden Konzept Tribut, für das sich die Vereinsleitung entschieden hat. Irgendwie ist es fast ein Wunder, dass Bozen zu diesem Zeitpunkt noch um Platz eins kämpft: Mit einer so kurzen Spielerdecke wäre jede andere Mannschaft bereits seit Weihnachten k.o. gegangen.
Freilich hat Bozen auch Glück gehabt: Nämlich weil die Key Player verletzungsfrei geblieben sind und immer einsatzbereit waren. Das beweist, dass die Mannschaft clever genug ist, Materialschonend zu spielen.

Die Akte Kavanagh unter Zugzwang

 Pustertal hat die erste Phase der Meisterschaft dominiert und hat sich praktisch ohne Gegner durch die Spielzeit gepflügt. Dann kamen die Verletzungen und mit ihnen der Krampf. Nun endlich scheinen sich die Wölfe gefangen zu haben. Es war eine starke mannschaftliche Leistung, wie das Team gegen Valpellice nach dem ersten Drittel aus der Kabine gekommen ist. Während die Pusterer die ersten zwanzig Minuten über das Eis stolperten und teilweise nicht wussten, wie sie sich wehren sollten, hat man den Rest der Partie souverän in die Hand genommen. Hat sich nicht entmutigen lassen sondern hat die richtige Antwort gefunden. Wobei Pat Kavanagh einen guten Eindruck hinterlassen hat. 
Sicher: Auf Druck antwortet man am besten mit Gegendruck. Valpellice ist gewiss keine schlechte Mannschaft. Aber Valpellice ist eine Mannschaft, die ohne Defensive agiert. Gewisse Spieler warten einfach an der roten Linie auf eine Konterchance. Eine riskante Taktik, vor allem, denn sich der Gegner taktisch darauf einstellt.
Der Schachzug, Rok Paijc zu verpflichten war von der Vereinsleistung ein kluger Schachzug. Nicht, weil der Slowene ein überragender Eishockeyspieler wäre. Aber, weil man nun das restliche Personal unter einen gewissen Druck und gegebenenfalls auf die Tribüne setzen kann. Das kann Wunder wirken. Nicht nur, was die Leistung einzelner, sondern vor allem, was den Mannschaftsgeist betrifft. 
Divas überleben in Mannschaften nicht lange. Vor allem dann nicht, wenn Ersatz im Nacken sitzt.

Mission Punktegewinn 

Die Rechnung ist schnell gemacht: Will Pustertal Gruppenerster werden, so muss gegen Bozen ein Sieg her. Denn nur so kann Ritten überholt werden. Und nur dann hat man es im letzten Spiel gegen Alleghe selbst in der Hand.
Für Bozen ist es das letzte Vorrundenspiel und daher gilt: alles andere als ein Sieg verdonnert zum Zusehen am letzten Spieltag. Mit einem Dreier setzt man Ritten unter Zugzwang, die Erzrivalen vom Hochplateau, denen man die oben angesprochene Akte zu verdanken hat, sollen sich schon anstrengen müssen, um ganz oben zu bleiben und das vermeintlich leichteste Los in den Viertelfinals zu ziehen.

Auch wenn ich kein Freund der Zwischenrunde bin, in der man im Grund um die goldene Ananas spielt: Die Dramaturgie vor dem Spiel morgen stimmt zumindest schon mal. Weil für Spannung gesorgt ist. Und für die notwendige Rivalität sowieso. Denn auch wenn es das X-Te Derby der Saison ist: Keines stand bisher unter so Spannungsgeladenen Vorzeichen. 


Der Spieltag im Rückspiegel

Ritten gewinnt Derby gegen HC Bozen mit 3:0 und übernimmt Tabellenführung.
Valpellice verliert 10. Auswärtsspiel in Folge und ist seit 24. November 2012 auswärts sieglos.
HC Pustertal bewahrt sich mit Sieg gegen Valpellice Chance auf Sieg der Masterround.
Nächste Gegner der Südtiroler Mannschaften:
Bozen schließt sein Zwischenrundenprogramm gegen den HC Pustertal ab.
Ritten ist spielfrei uns trifft am Samstag auf Valpellice.
Pustertal muss nach dem Derby noch in Alleghe antreten.

Quelle: Rai Sender Bozen Mittagsmagazin.
Interviewpartner: Armin Helfer, Ingemar Gruber, Alexander Egger
Bericht: Peter Treibenreif


Uncut Interviews aus Bruneck:


Interviewpartner: Armin Helfer, Paul Adey
Interviewer: Traube

Montag, 11. Februar 2013

Schlussspurt ist Derbywoche

Derbys sind Highlights. In jedem Sport. Die Frage ist nur, wie viel Höhepunkte ein Markt verkraften kann. Die fast schon philosophische Frage stellt sich, ob Highlights nur als solche gelten, wenn ihnen eine gewisse Seltenheit zu Grund liegt. Fasching ist ja auch nur schön, weil er nicht jede Woche stattfindet…

Am Dienstag treffen Bozen und Ritten aufeinander. Am Donnerstag muss Bozen nach Bruneck. Nachdem vor der Pause Ritten gegen Pustertal gespielt hat. Und im Halbfinale treffen, wenn alles so läuft, wie es laufen sollte, wieder zwei Südtiroler Mannschaften aufeinander. Das ist der Fluch des diesjährigen Spielplans. Und der Preis, weil die Südtiroler Mannschaft ganz vorne mitspielen.

 Abgesehen vom Derbygedanken: Jeder Punkt zählt.

Das ist auch der Grund, wieso diese Derbys trotzdem voller Brisanz sind. Oft habe ich geschrieben, bei Derbys zählen mehr als die Punkte. Dieses Mal ist es nicht so: Alle die noch ausstehenden Spiele in der Masterround sind für die Südtiroler Teilnehmer von großer Wichtigkeit. Weil alle drei noch im Rennen um die beste Ausgangslage für die Playoffs sind. Die beste Ausgangslage, das ist Rang eins. Was logisch klingt, aber nicht immer logisch war. Der Schlimmste Rang, der auf eine Mannschaft zukommen kann: Das ist Rang drei. Denn hier wartet mit allergrößter Wahrscheinlichkeit Asiago als Gegner. Und der könnte der Grund sein, wieso es in einem Halbfinale nicht zu einem Derby kommt.

Wie haben die Mannschaften die Meisterschaftspause genutzt? Eine Frage, die rein rhetorisch ist. Weil die Antwort auf diese Frage keine Relevanz hat. Weil es nun definitiv zu spät ist, noch Korrekturen vorzunehmen. Die Meisterschaft geht endlich in die entscheidende Phase. Und die ausstehenden Spiele haben fast schon Playoff Charakter. Ich bin der festen Überzeugung, dass nach dieser Woche definitiv schon relativ exakte Prognosen abgegeben werden können, wie denn das Meisterschaftsfinale aussehen wird.

Bozen gegen Ritten

Es ist das Big Match um Platz eins. Wer diese Partie gewinnt, dem wird der Platz an der Sonne wohl nicht mehr zu nehmen sein. Bozen geht als leichter Favorit ins Rennen. Weil die Weiß-Roten zu Hause spielen und weil sie in taktischer Hinsicht besser als Ritten sind. Die Frage, ob Tyler Sexsmith sein Debüt in der Talferstadt feiern wird und in welcher Form er sich präsentiert ist nur eines der Fragezeichen, die am Faschingsdienstag aufgelöst werden wird.

Pustertal gegen Valpellice

Diese Partie verspricht unterhaltsam zu werden. Weil Valpellicespiele in dieser Saison immer unterhaltsam waren. Weil die Mannschaft aus dem Piemont taktisch unkonventionell spielt und ihr Aktionsvektor nur auf eine Richtung zielt: Nach vorne.
Die Wölfe werden in diesem Spiel zeigen müssen, wie sie die Pause genützt haben und ob sie endlich wieder zu der spielerischen Form zurückgelangen, die sie zu Saisonsbeginn ausgezeichnet hat. Ansätze hat man schon im letzten Meisterschaftsspiel gegen Ritten erkannt. Aber: Ansätze allein reichen nicht aus, um im Meisterschaftsalltag bestehen und überzeugen zu können.

Ein richtungsweisender Spieltag?

Auf alle Fälle. Bereits am Faschingsdienstag könnte die Masterround entscheiden sein. Wenn nämlich Bozen die Aufgabe gegen Ritten gewinnt, steht zumindest Platz eins fest. Sollte der HC Pustertal gegen Valpellice verlieren, dann ist davon auszugehen, dass die Wölfe Rang drei belegen werden.
Sollten Ritten und Pustertal ihre Aufgaben erfolgreich lösen, dann ist für Spannung gesorgt. Und dann bleibt der Ausgang der Masterround bis zum allerletzten Spieltag spannend…

Sonntag, 10. Februar 2013

Eine Niederlage ist eine zu viel. Über einen neuen Weg, der Spaß verspricht

Nichts ist aus der Sensation geworden und Italien wird nicht zu den olympischen Spielen 2014 nach Sotschi fahren. Doch knapp ist es geworden. Es ist müßig darüber zu diskutieren, was gewesen wäre wenn. Wenn die „neue“ Mannschaft zumindest ein Vorbereitungsspiel hätte bestreiten können. Und nicht im ersten Spiel schon das wichtige Match gegen Österreich hätte bestreiten müssen.

Das erste Spiel war die einzige Niederlage im Rundspiel. Und die wäre durchaus vermeidbar gewesen: Mit ein bisschen mehr Abschlussstärke und  einem Tormann, der ein bisschen weniger nach vorne abprallen lässt – Österreich wäre zu knacken gewesen.

Teamgeist

Das Turnier in Bietingheim Bissingen hat vor allem eines gezeigt: Eishockey gewinnt man nicht nur mit den größeren Talent – sondern vor allem mit der richtigen Einstellung. Wenn eine Mannschaft eng zusammenrückt, dann können talentiertere Teams, die an Selbstläufer glauben, in arge Bedrängnis gebracht und geschlagen werden. Fragen Sie einfach unsere bundesdeutschen Freunde. Die hatten sich den Freitag abend sicher entspannter vorgestellt. Und erfolgreicher.
Bei der italienischen Nationalmannschaft hat man das Gefühl, dass da ein ganz starker Haufen zusammenwächst. Spieler, die sich beweisen wollen. Weil da ein neuer Trainer hinter der Bande steht, der neue Wege geht. Und der sich einen Dreck darum schert, was vor ihm Gang und Gäbe war. Die Zeit der goldenen Kälber scheint endgültig vorbei zu sein.

Das gute an der Vergangenheit: Dass sie vorbei ist

Endlich wurde dieser Weg eingeschlagen. Ein zukunftsweisender Weg.
Manchmal braucht es ein bisschen Zeit um richtige Entscheidungen zu treffen. Ein bisschen schade ist es um die Jahre, die man verloren hat. Die Ära Micky Goulet und Rick Cornacchia – das war eine alles andere als glanzvolle Zeit. Vor allem aber war es eine Zeit, in der man einen Neustart verabsäumt hat. Und eine ganze Spielergeneration in der Nationalmannschaft verhindert hat. Und über Vetternwirtschaft gewisse Italokanadier gezüchtet hat, die unter normalen Umständen nie hätten auflaufen dürfen.
Die Auswirkungen spüren auch die Clubs, die ja geradezu vom Verband in Richtung Italos getrieben wurden. Wer erinnert sich nicht an die Nieten Ryan Watson & Co. 
Vor allem aber das Signal für die einheimische Jugend war fatal: Dass nämlich ein unterdurchschnittlicher Doppelstaatsbürger eingeladen wurde während talentierte Einheimische sowieso chancenlos waren.

Der erste Schritt ist gemacht. Die Richtung: Richtig!

Egal, diese Zeit scheint überwunden zu sein.
Es ist schon wahr: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Und eine gescheiterte Olympiaqualifikation noch keinen Neustart. Aber: Irgendwie hat man das Gefühl, der gemachte Neustart könnte schon recht bald Früchte tragen.
Gewiss muss auch Mr. Pokel noch einiges lernen. Und berücksichtigen, dass italienische Nachwuchshoffnungen auch im Ausland durchaus erfolgreich Eishockey spielen. Doch ich bin überzeugt, Mr. Pokel wird Mittel und Wege finden, herauszufinden, ob und wie die in sein Konzept passen.

Einen Wunsch hätte ich allerdings: Nämlich möglichst bald den Vertrag mit Tom Pokel zu verlängern. Denn wer weiß, wer sonst noch auf ihn aufmerksam wird. Und da könnte April schon zu spät sein…


Sonntag, 3. Februar 2013

Die Mission: Sotschi 2014

Mission impossible? Viel Geld würde ich nicht auf das Blue Team und dessen Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2014 wetten. Eine Kleinigkeit aber schon. Weil ich irgendwie das Gefühl habe, dass die Nationalmannschaft im Februar 2013 um einiges besser aufgestellt ist, als Konkurrenz und Fans selbst glauben.

Auftritt ohne Druck

Der Neue Coach hat eine Mission Impossible vor sich. Das nimmt Druck von ihm. Und von seiner Mannschaft. Ohne Erwartungen erfüllen zu müssen antreten zu können: Das ist eine gute Voraussetzung, um überraschen zu können.
Außerdem hat Tom Pokel als Neuer einen großen Vorteil auf seinem Habenkonto zu verbuchen: Er ist unbelastet und kann Neues probieren, ohne dafür durch den Fleischwolf getrieben zu werden.
Einen neuen Weg hat er schon eingeschlagen: Nämlich bei den Einberufungen. Da hat er die Courage gehabt, goldene Kälber vom Sockel zu stoßen. Und durch neue Gesichter zu ersetzen. Was er sich davon erhofft ist ganz klar: Nämlich, dass es ihm die Neuen mit Leistung danken. Die Einberufung in das Nationalteam ist kein Selbstläufer mehr. Sondern die Spieler müssen sich die Einladung mit Leistung erarbeiten. Ein Novum für Italien. Ein Grundkonzept, das aufgehen könnte.

Unterschätzte italienische Liga

Für die italienische Auswahl spricht auch der Umstand, dass die heimische Liga maßlos unterschätzt wird. Ganz klar: Die Serie A1 macht im Ausland den Eindruck, eine Amateurliga zu sein. Manchmal nicht nur im Ausland.
Aber: Das Niveau darf nicht unterschätzt werden. Landshut war im November mit der Überzeugung in Bozen angereist, dass die Gastgeber kein Gegner sein würden. Weil die eigene Liga um Klassen besser sei. Das Ergebnis kennen wir.
Sicher: Landshut spielt zweite Liga. Die DEL ist ein anderes Kaliber. Aber unerreichbar, vor allem in einem einzigen Spiel ist auch diese Liga nicht.
Und die österreichische Liga ist zwar professioneller und besser vermarktet, aber spielerisch ganz sicher mit der Serie A1 zu vergleichen. Was ein Fakt beweist: Die Ausländer, die von Italien nach Österreich kommen, zählen zu den besten in der Liga. Umgekehrt ist das, was aus Österreich nach Italien kommt nur ganz selten überirdisch gut.
Auch wenn sich viele Experten darüber einig sind, dass sich Italien und die Niederlande den dritten Rang beim Turnier ausspielen werden, ich bin mir nicht so sicher, dass es nicht für Österreich oder Deutschland ein böses Erwachen geben wird.

Die Chance: Das Team

Es wird nicht zuletzt darauf ankommen, wie viel Team Tom Pokel aus seiner neuen Truppe schaffen kann. Denn eines ist sicher: Ein starkes Kollektiv kann Mannschaften, die aus wesentlich talentierteren Einzelteilen besteht, ganz schön unter Druck bringen.
Aus diesem Grund lohnt es sich, gespannt nach Deutschland zu schauen und die Spiele der italienischen Nationalmannschaft zu verfolgen. Denn Überraschungen wird es ganz sicher geben. Ob es zum großen Wurf reichen wird, muss allerdings erst noch bewiesen werden… 


Der Spielplan der italienischen Mannschaft:

Donnertstag, 7. Februar um 16 Uhr: Österreich vs. Italien
Freitag, 8. Februar um 19,30 Uhr: Deutschland vs. Italien
Samstag, 9. Februar um 11,45 Uhr: Niederlande vs. Italien

Freitag, 1. Februar 2013

Dieser Sieg war eine Herzensangelegenheit




Nein, keine Angst. Das wird keine Liebeserklärung. Aber ein bisschen ins Schwärmen werde ich kommen. Denn was Ritten gegen den HCP gestern gezeigt hat, das war eine eindrucksvolle Leistung. Nicht nur wegen des Sieges. Der war das Sahnehäubchen auf eine mannschaftlich ausgezeichnete Leistung.

Ich bin dagegen, dass man Ausfälle zum Hauptthema der Eishockeyberichterstattung macht. Denn Ausfälle gehören, wie bei jedem Sport, zum Tagesgeschäft. Und Ritten hat gestern bewiesen, dass Ausfälle nur bedingt als Ausreden gelten dürfen. Voraussetzung: Das verbleibende Personal muss umso enger zusammenrücken. Was bei Ritten gestern passiert ist. Eindrucksvoll. Und wortwörtlich.

Ein Vorgeschmack auf Playoff Eishockey

Die Mannschaft war hervorragend taktisch eingestellt und stand tief. Rob Wilson hatte seine Hausaufgaben gemacht und erkannt, dass Pustertal vor allem bei schnellen Tempogegenstößen Probleme hat. Und das hat er seine Spieler ausnützen lassen.
Einzige Schwächephase der Buam: Nach dem Ausfall von Chris Durno im ersten Drittel wirkte die Heimmannschaft ein bisschen verunsichert. Vielleicht aus geschockt. Weil ein weiterer wichtiger Spieler ausgefallen ist.
Ein anderer ist in die Presche gesprungen, einer, der so viel kritisiert worden war hat Verantwortung übernommen und das Spiel an sich gezogen: Greg Jacina. So ein Spiel wie gestern: Bitte mehr davon!

Kontereishockey vom Feinsten, das haben die Rittner aufs Eis gezaubert. Und die Konterspieler ausgenützt, die im Kader stehen: Allen voran der pfeilschnelle Lollo Daccordo, der ansatzlos seine Schnelligkeit in Torgefahr umsetzt. Der zwischenzeitliche Führungstreffer zum 3:2 durch Jacina geht zum Großteil auf ihn.
Und Matteo Rasom? Sein Laufpensum ist unglaublich und gestern abend holte er viele Pucks – wodurch er einerseits Konter einleitete, aber, und das ist noch viel wichtiger, die Angriffe der „Wölfe“ unvermittelt unterbrach.

Powerplay als Schlüssel

Special Teams können eine Meisterschaft entscheiden. Ritten hat gestern abend drei von vier Toren in Überzahl gemacht, beim ersten Treffer war eine Strafzeit angezeigt. Und sie haben die Nerven nicht verloren, sondern geduldig das Spiel zu Ende gespielt.
Dass eine Mannschaft zusammensteht und sich auch nach leichten Fehlern nicht aus der Bahn werfen lässt, bewiesen die „Buam“ nach dem unglücklichen 3:3 Ausgleich, der aus einem kapitalen Fehlpass von Markus Hafner resultierte. Diesem Spieler merkt man am ehesten seine lange Verletzungspause an: Er wirkt unsicher und teilweise überfordert, wird noch ein bisschen Zeit brauchen.

Für die Wölfe war das kein Spiel, an dem sie sich aufbauen können

Die Gäste? Wenn man bedenkt, dass die Mannschaft so gut wie komplett war, zumindest was die Transfercardspieler betrifft, dann muss man sich schon fragen, was im Pustertal los ist. Pat Kavanagh hat zwar stark begonnen, dann aber ebenso stark nachgelassen. Iannone hat praktisch nicht stattgefunden, Ben Guite war ebenso unauffällig.
Was bleibt sind Joe& Joe, die immer wieder für Druck sorgen, und ein Max Oberrauch, der immer für ein Tor gut ist.
Rok Pajic als Lösung des lauen Lüftchens im Angriff? Wohl kaum! Pustertal muss vor allem eines: Sich der eigenen Stärken bewusster werden. Denn eine Niederlage gegen eine stark dezimierte Truppe ist nichts, woran man sich aufbauen kann. 

Andy Delmore vergessen? Nun ja, spielerisch sicher. Mannschaftlich noch nicht ganz. Dass das Klima innerhalb der Truppe vom Hochplateau einfach stimmen muss wurde spätestens dann klar, als Andy Delmore in der Bar eingetroffen ist, um mit seinen ehemaligen Teamkollegen und einem kühlen Blonden den Abend ausklingen zu lassen...

Bericht Mittagsmagazin Rai Sender Bozen

Interviewpartner: Ingemar Gruber, Fabian Hackhofer, Herbert Frisch
Interviews und Bericht: Peter Treibenreif
Gelesen von Andreas Feichter