Freitag, 2. November 2012

Eishockey ist, wenn der HC Pustertal gewinnt...

...und die Verfolger Punkte lassen.
So einfach scheint es in dieser Saison zu sein.
Über die Gründe müssen wir uns nicht mehr lange unterhalten: Pustertal ist das stärkste Gesamtpaket, wo sich die Mannschaft selbst genügt und sich auch nach Rückschlägen von sich heraus erholt. Das ist bemerkenswert. Und das ist einzigartig.

Keine Allüren...
...so scheint es. Sondern der unbedingte Willen, das Erreichte mit dem nächsten Sieg zu bestätigen. Weil man sich nicht zurücklehnt. Es brennt ein Feuer, das die Mannschaft von sich heraus am Brennen hält. Wo ein gutes Spiel kein Grund ist, um sich zurück zu lehnen. Sondern, im Gegenteil, Ansporn weiter zu machen. Und noch eines drauf zu setzen.
Wer meinte, mit der ersten Niederlage in der Saison würde eine Serie reissen. Wer gehofft hatte, dass nach einer zu Null Niederlage Zweifel kommen würde, der wurde eines besseren belehrt.
Es ist einfach, gute Stimmung zu verbreiten, wenn man auf dem höchsten möglichen Niveau ganz oben spielt. Es ist eine Charakterleistung, Niederlagen abzuschütteln, abzuhaken, weiterzumachen.
Das ist in dieser Saison bislang nur dem HC Pustertal gelungen.
Die Mannschaft ist nicht nur spielerisch, sondern vor allem auch mental Spitze. Das ist der Schlüssel zum Erfolg.

Konzentrationsschwächen bei Ritten?
Dass nicht alleine große Namen eine Mannschaft erfolgreich machen, das zeigt sich in diesem Jahr am Ritten. Ja, die Mannschaft spielt am oberen Tabellenende. In Schlagweite zu jenen Mannschaften, die sich um Rang zwei streiten.
Fakt ist: Ritten könnte der einzige ernst zu nehmende Verfolger der Pusterer Wölfe sein. Wenn sich da nicht unerklärbare Schwächen eingeschlichen hätten. Die eindeutig auf ein mentales Problem hinweisen.
Denn dass die Truppe von Rob Wilson Eishockey spielen kann, hat sie in dieser Saison schon so einige Male bewiesen. Talent ist vorhanden. Defensive Disziplin auch. Zumindest über den Großteil eines Spiels.
Doch ein Spiel dauert sechzig Minuten. Und zwei Minuten Unaufmerksamkeit können eine Mannschaft um die Früchte der Arbeit bringen.
Die Ausrede, dass mit Ryan Ramsay das Hirn der Mannschaft die letzten Spiele gefehlt hat, lasse ich so nicht gelten: Denn auch ohne ihn konnte die Mannschaft Tore schießen. Zweimal in Folge hat man aber einen mehr oder weniger komfortablen Vorsprung von zwei Toren verschenkt. Und jeweils zu Drittelbeginn oder Drittelende die Gegentore kassiert, die wertvolle Punkte gekostet haben.
Ich bin der Meinung, dass es nicht an einzelnen Spielern hängt: Rence Coassin war sicherlich kein Maradona des Eishockeys. Aber war keine Verstärkung, das ist wahr. Aber es hat die Mannschaft auch nicht geschwächt. Ein bärenstarker neuer Flügel, der kommen soll, wird das bestehende Problem aber nicht lösen können. Er wird es höchstens für einige Zeit überdecken. Und die Illusion einer heilen Welt entstehen lassen.

Das Rittner Problem wäre an sich nicht so schlimm: Wenn da nicht die Erinnerung an die vergangene Saison wäre, wo auch zahlreiche Spiele mit nur einem Tor Unterschied verloren worden sind. Und das als Trost herhalten musste. Weil man sich einredete, dass man nicht so weit von den Spitzenmannschaften weg wäre.
Der zwischenzeitliche Rang vier ist nicht so schlimm: Es ist lange her, dass eine Rittner Mannschaft so erfolgreich in die Saison gestartet ist. Aber: Man sollte die Indizien nicht auf die leichte Schulter nehmen. Und Ursachenforschung betreiben.
Denn Fakt ist: Es ist ein saisonsübergreifendes Problem.

Resignierender HCB?
Was ist mit dem Rekordmeister los? Es macht irgendwie den Anschein, als lässt der HCB den Kopf hängen. Als ergäbe man sich in der Landeshauptstadt der Situation.  Nach wie vor bin ich der Überzeugung dass die Mannschaft ein großes Potential in sich trägt. Fakt ist aber auch, dass es bei weitem nicht abgerufen werden kann. Weil die Spieler ausgepresst sind. Und es irgendwie den Anschein macht, als fühlten sie sich allein gelassen.
Der Einkauf neuer Spieler könnte zur Lösung des Problems beisteuern. Fakt ist aber auch, dass damit nicht alle Gewitterwolken vertrieben werden können.





Viele sagen, die Eishockeysaison 2012/13 hätte gerade erst begonnen, und es zähle erst ab März. So ganz kann ich mich dieser Meinung nicht anschließen. Immerhin sind 15 von 36 Spielen der Regular Season gespielt. Es ist also so gut wie Halbzeit. Es stimmt zwar, dass die Meisterschaft in den Play Offs erst so richtig beginnt. Doch Fakt ist auch:

Was Hänschen nicht lernt, lern Hans nimmermehr...



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