Mittwoch, 5. September 2012

Eine Hymne an das Fansein


Leben für den Sport. Freude, Leid, Erfolg und Trauer. Dabei geht es "nur" um ein Spiel. Das eigentlich nur ein Kampf um Tore sein sollte...






Wie ist das Leben als Fan im Generellen doch schön. Und als Eishockeyfan im Besonderen. Der letzte Bereich im Leben, der so geblieben ist, dass man ein wenig von allem sein kann. Vor allem aber ein Besserwisser. Ohne dafür getadelt zu werden. Und ein Opportunist. Ohne dass es einem Übel genommen wird.

Weil man beispielsweise schon vor Meisterschaftsbeginn geahnt hatte, dass das in diesem Jahr nichts werden kann. Oder, weil man schon Wochen vor dem Saisonbeginn ein gutes Gefühl hatte. Am Ende der Meisterschaft kann das dann lauthals erzählt und erklärt werden. Dann wird auf Schultern geklopft oder auf Beine getreten. Je nachdem.
Wichtig ist nur, vor der Saison nichts schriftlich zu hinterlegen. Oder die Prognose so kryptisch zu umschreiben, dass alles drin sein kann. Denn ansonsten könnte man festgenagelt werden. Dass man vielleicht Monate vorher doch nicht so richtig lag. Und dass man von diesem Sport eigentlich gar nix versteht.

Torerfolge frenetisch gefeiert... Mehr noch als von den Spielern von den Fans.
Es gibt dann jene, die erst, wenn die Würfel schon definitiv gefallen sind, sich schriftlich und zu Wort melden, die schimpfen und sich beklagen. Obwohl sie, während die Würfel noch im Köcher schepperten, die Optimisten waren, lauthals argumentierten, wieso das Spiel aufgehen muss, und jeden zum Teufel schickten, der nicht ihrer Meinung war.

Es ist ein Spiel. Und da gibt es Gewinner und Verlierer. Das ist das schöne am Spiel, wenn man gewinnt. Und das Hässliche, wenn man nicht gewinnt. Das Nicht-Wissen und das Unberechenbare machen den Reiz aus, und lassen die Opportunisten sympathisch, die ständig kopflastigen Analysten aber blutleer wirken. Sport ist der letzte Bereich des Lebens (neben dem Ehebett), wo Emotionen zugelassen, erwünscht und den Reiz des Ganzen ausmachen.

Das Leben als Fan ist schön, die Emotionen und die animalische Freude am Spiel machen den Sport lebendig, die Arenen und Stadien emotional wertvoll, den Sport erlebenswert. Jene, die kritisiert werden, wenn es einmal nicht klappt, die sollten nicht den Kopf hängen lassen: Wenn sie im kommenden Jahr erfolgreich sind, dann sind sie wieder die gefeierten Stars und haben die richtigen Entscheidungen getroffen.
Ja, es ist nur Sport. Aber: Es ist die schönste Nebensache der Welt. Und damit der (zweit)wichtigste emotionale Faktor im Leben.

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