Mittwoch, 10. Oktober 2012

An Tagen wie diesen....

Ich muss zugeben: ich bin heute schon nervös. Naja, vielleicht ist nervös nicht das richtige Wort. Vielleicht trifft es "gesunde Anspannung" besser: Denn es weht Derbyluft.

Ja, ich weiß, viele bezeichnen auch das Spiel Bozen gegen Pustertal oder Ritten gegen Pustertal als Derby: aber irgendwie ist das nicht das Gleiche. Für mich zumindest nicht. Weil: Zwischen Ritten und dem Pustertal besteht zwar eine Rivalität, doch die besteht schließlich und endlich zwischen Bozen und Mailand auch. Und da würde niemand von einem "Derby" sprechen.

OK, 
ich weiß, 
ich bin "meine" Definition von Derby schuldig: 
Für mich sind das Nachbarschaftsduelle, im wahrsten geografischen Sinn des Wortes. Und Nachbarn sind nun einmal nur Ritten und Bozen. Das ist von der Natur so vorgegeben. 
Die beiden Gemeinden verbindet mehr, als nur das Eishockey: Obwohl man vom Ritten stets- geografisch gesprochen- auf Bozen hinunterschauen konnte, der Ritten war immer von den Städtern geknechtet: Sie haben am Ritten die Sommerfrische erfunden, 
sie haben entschieden, auf den Ritten herauf eine Zahnradbahn zu bauen. Bozen bestimmte die Politik, Ritten musste nach der Pfeife der "Großkopfeten" tanzen.

Eishockey ist die Gelegenheit, sich in sportlichem Wettkampf zu messen: und festzustellen, wer für die nächsten knapp zwei Monate - sportlich gesehen - hinunterschauen darf. Deshalb meine Anspannung: Weil es in diesem Spiel um mehr, als die drei faden Punkte in der Tabelle geht. 
Der Vergleich zwischen dem Derby im Tessin ist zwar nicht ganz erlaubt: Doch auch hier geht es um den Kampf zwischen Stadt und Land. 
Und darum, ob wir Einheimischen, wenn die "Herrischen" zum Törggelen kommen, und wir freundlich zum Aufstehen aufgefordert werden, weil die "Leut" kommen, zumindest ein bisschen spitzbübisch grinsen dürfen, weil wir zumindest einmal wieder , sportlich gesehen, Oberwasser haben...





Ach ja, Eishockey wird ja auch gespielt: Und die Vorteile liegen bei diesem Spiel, objektiv gesehen (so objektiv ich eben sein kann), bei Ritten: Weil man von einer Niederlage kommt, und sicher noch die Wut im Bauch hat. Und weil Bozen von einem teuer erkauften Sieg kommt: Weil die Mannschaft beim Sieg gegen Asiago ein Drittel seiner Ausländer durch Sperre verloren hat. Dadurch müssen die eingespielten Linien durcheinander gewürfelt werden. Und ich zweifle, dass das Bozner System, das bisher makellos praktiziert worden ist, schon so automatisiert ist, dass es auch bei Linienwechseln funktionieren kann. 
Außerdem müssen die Verteidiger der Meistermannschaft müde sein: Weil sie so viel Eiszeit absolvieren müssen, und sich das bei zwei Spielen innerhalb von 48 Stunden stärker manifestieren wird, als bei nur zwei Spielen in einer Woche.
Trotzdem: es wird kein Selbstläufer für Ritten. Sondern eine knappe Kiste. 
Mein Tipp: Ritten gewinnt mit einem Tor Unterschied. Aber es reicht zu drei Punkten.
 
 

Keine Kommentare:

Kommentar posten